Innenminister Christian Pegel hat auf der Landespressekonferenz die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen belegen eine insgesamt positive Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern: Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, während die Aufklärungsquote weiterhin über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dennoch bestehen in einzelnen Deliktsbereichen weiterhin Herausforderungen.
Weniger Straftaten und hohe Aufklärungsquote
Im Jahr 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 103.901 Straftaten verzeichnet, was einem Rückgang von 4.643 Fällen gegenüber 2024 entspricht. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, sank um vier Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 63,3 Prozent und bewegt sich damit zum zweiten Mal in Folge über der 62-Prozent-Marke. Diese Quote liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt und verdeutlicht die erfolgreiche Arbeit der Landespolizei.
Innenminister Pegel würdigte die Ermittlungsarbeit: „Hinter jeder aufgeklärten Tat steckt konsequente Polizeiarbeit mit oft wochenlangen Ermittlungen, bei denen viele Spuren zusammengeführt werden müssen. Diese Leistung verdient Anerkennung und Dank.“
Entwicklung bei Straftaten gegen das Leben
Im Bereich der Straftaten gegen das Leben wurden 45 Fälle registriert, zwei weniger als im Vorjahr und damit im mehrjährigen Mittel. Die Zahl der Totschlagsdelikte blieb mit 24 Fällen konstant, darunter 17 Versuche. Morddelikte gingen um drei Fälle zurück, wobei von sieben Fällen fünf Versuche waren. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 84,4 Prozent, bei Morddelikten sogar bei 100 Prozent.
Signifikanter Anstieg bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurde ein deutlicher Anstieg um 28,2 Prozent auf 2.573 Fälle verzeichnet. Dies entspricht 2,5 Prozent der Gesamtkriminalität. Besonders betroffen sind der sexuelle Missbrauch von Kindern, der um 13,2 Prozent zulegte, sowie Delikte im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten, die um 60,2 Prozent zunahmen.
Der Anstieg ist unter anderem auf eine verstärkte internationale Vernetzung und die Zunahme von Hinweisen über Meldeplattformen wie das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) zurückzuführen. Diese Hinweise führen zu verpflichtenden Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft.
Innenminister Pegel betonte, dass viele Kinder und Jugendliche strafbare Inhalte verbreiten, ohne sich der rechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein. Von den 792 Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Kinderpornografie sind 402 minderjährig, was mehr als der Hälfte entspricht. Pegel unterstrich die Bedeutung von Prävention und Erziehungsarbeit, etwa durch Initiativen wie den Online-Elternabend des Landeskriminalamts.
Rückgang bei Diebstahlsdelikten
Die Zahl der Diebstahlsdelikte sank auf 27.535 Fälle. Besonders deutlich verringerte sich der Ladendiebstahl ohne erschwerende Umstände um 9,1 Prozent. Auch Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen gingen um 14,5 Prozent auf 1.039 Fälle zurück. Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle blieb mit 933 Fällen auf dem Vorjahresniveau, bleibt aber weiterhin ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit.
Die landesweiten Präventionsberater der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen stehen Bürgerinnen und Bürgern für Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Innenminister Pegel betonte die Bedeutung der Prävention, um das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden zu stärken.
Leichte Zunahme bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit stieg leicht von 20.033 auf 20.358 Fälle. Dabei nahmen Bedrohungsdelikte um 8,6 Prozent zu, während die Körperverletzungsdelikte mit 12.172 Fällen auf dem Niveau des Vorjahres blieben. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich blieb mit 90,2 Prozent stabil.
Innenminister Pegel wies darauf hin, dass sich der Trend zu rabiateren Auseinandersetzungen nach der Corona-Pandemie fortsetze und mahnte zur weiteren Aufmerksamkeit.
Gewalt gegen Einsatzkräfte und häusliche Gewalt
Im Jahr 2025 wurden 540 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und 519 Fälle von tätlichem Angriff auf diese Personen registriert. Beide Zahlen sind leicht rückläufig. 96,4 Prozent der Opfer sind Polizeibeamte. Pegel betonte die Bedeutung des Schutzes der Einsatzkräfte und kündigte entschlossenes Vorgehen gegen Gewalt gegen diese an.
Die Fälle häuslicher Gewalt stiegen auf 5.204, darunter 3.378 Körperverletzungsdelikte, 596 gefährliche oder schwere Körperverletzungen sowie neun Tötungsdelikte. Die Aufklärungsquote lag bei 99,7 Prozent. Um Betroffene besser zu schützen, werden Befugniserweiterungen für Kontakt- und Näherungsverbote sowie die Einführung elektronischer Fußfesseln für Intensivtäter umgesetzt.
Erfassung von Messerangriffen und Maßnahmen zur Prävention
Die Zahl der Messerangriffe stieg leicht auf 476 Fälle. Seit 2020 werden diese Taten gesondert erfasst. Die Landesregierung hat 2025 eine neue Verordnung erlassen, um verdachtsunabhängige Kontrollen in Waffen- und Messerverbotszonen durchzuführen. Sichtbare Polizeipräsenz und gezielte Kontrollen sollen zur Prävention beitragen.
Insgesamt zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 eine positive Entwicklung für Mecklenburg-Vorpommern mit sinkender Kriminalitätsrate und stabil hoher Aufklärungsquote. Gleichzeitig verdeutlichen einzelne Deliktsbereiche wie sexuelle Straftaten und häusliche Gewalt die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen in Prävention und Schutz.
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