In Greifswald wurde eine 89-jährige Frau Opfer einer Betrugsmasche, bei der sich die Täter als Polizeibeamte ausgaben. Die unbekannten Anrufer setzten die Seniorin unter Druck und brachten sie dazu, einen hohen Bargeldbetrag sowie Gutscheinkarten herauszugeben. Die Polizei warnt erneut vor dieser Masche und gibt wichtige Hinweise zum Schutz vor solchen Betrugsversuchen.
Erster Schockanruf im Februar
Bereits im Februar 2026 erhielt die Frau einen sogenannten Schockanruf. Dabei wurde ihr mitgeteilt, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Die Anrufer forderten in diesem Zusammenhang jedoch keine Geldzahlungen, sodass es zunächst zu keinem finanziellen Schaden kam.
Erneuter Anruf Ende März führt zu Geldübergabe
Ende März kontaktierten die Betrüger die Seniorin erneut telefonisch. Dieses Mal gaben sie vor, Polizeibeamte zu sein und warnten vor einer Einbrecherbande, die es auf das Vermögen der Frau abgesehen habe. Unter diesem Vorwand setzten sie sie unter erheblichen Druck und forderten ihre Mitwirkung.
Am 26. März 2026 hob die 89-Jährige daraufhin 10.000 Euro von ihrem Konto ab und übergab den Betrag einem angeblichen Polizeibeamten, der sie an ihrer Wohnanschrift aufsuchte. Zusätzlich wurde sie telefonisch dazu gebracht, Gutscheinkarten im Wert von mehreren hundert Euro zu erwerben und die darauf befindlichen Codes an die Täter weiterzugeben.
Erkenntnis des Betrugs und polizeiliche Ermittlungen
Der Betrug wurde erst erkannt, nachdem die Frau mit einem Angehörigen über die Vorfälle gesprochen hatte. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Täter zu identifizieren und weitere Straftaten zu verhindern.
Polizei warnt vor Betrugsmasche und gibt Verhaltenstipps
Die Polizei weist darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals die Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen fordern. Zudem sollten am Telefon keine persönlichen Daten preisgegeben werden. Im Zweifel empfiehlt die Polizei, das Gespräch zu beenden und selbstständig die Notrufnummer 110 zu wählen.
Weiterhin wird geraten, vor jeglichen Zahlungen oder Herausgaben von Wertgegenständen mit Angehörigen oder vertrauten Personen zu sprechen, um sich vor Betrug zu schützen.
Hintergrund und Prävention
Betrugsversuche durch falsche Polizeibeamte sind eine bekannte Masche, die insbesondere ältere Menschen ins Visier nimmt. Die Täter nutzen oft Schockanrufe oder erfundene Notlagen, um ihre Opfer unter Druck zu setzen und zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen zu bewegen.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und verdächtige Anrufe umgehend zu melden. Die Kriminalpolizei führt entsprechende Ermittlungen durch und bittet um Hinweise, die zur Aufklärung beitragen können.
Kontaktmöglichkeiten für Hinweise
Personen, die verdächtige Anrufe erhalten oder Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg ist unter der Telefonnummer 0395 5582 2223 erreichbar. Alternativ können Hinweise auch per E-Mail an elst-pp.neubrandenburg@polmv.de gesendet werden.

