Jürgen Dekker, der langjährige Leiter der Direktion Kriminalität bei der Polizei Münster und stellvertretender Polizeipräsident, ist am Freitag, 27. März 2026, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Nach über 40 Jahren im Polizeidienst endet damit eine bedeutende Karriere, die durch fachliche Kompetenz, Engagement und eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Sicherheitsinstitutionen geprägt war.
Feierliche Verabschiedung im Kreise von Familie und Kollegen
Die Verabschiedung fand im Beisein seiner Familie, zahlreicher Weggefährten, Freunde sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Stadtgesellschaft und Justizbehörden statt. Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf hob in ihrer Rede Dekkers Verdienste hervor und bezeichnete ihn als einen ausgewiesenen Experten, der mit Herzblut und hoher Fachkompetenz die Kriminalpolizei in Nordrhein-Westfalen prägte. Besondere Anerkennung erhielt Dekker auch durch eine per Video übermittelte Dankesbotschaft des Innenministers Herbert Reul sowie durch den ehemaligen Oberbürgermeister Markus Lewe, der trotz seines Geburtstags persönlich seinen Dank aussprach.
Langjährige Laufbahn mit vielfältigen Stationen
Jürgen Dekker begann seinen Polizeidienst 1985 in Bochum. Nach der Polizeiausbildung und Einsätzen unter anderem in der Einsatzhundertschaft in Bochum und dem Einzeldienst in Köln absolvierte er von 1990 bis 1993 ein Fachhochschulstudium. Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Bereiche der Kriminalpolizei, darunter die Bekämpfung von Kraftfahrzeug- und Betäubungsmitteldelikten, Korruption, Wohnungseinbruch, Raubdelikten und organisierter Kriminalität. Im Jahr 2002 wechselte Dekker in den höheren Dienst und übernahm Leitungsfunktionen, unter anderem als Leiter der Direktion Kriminalität in Warendorf sowie als Kriminalinspektionsleiter in Recklinghausen und Duisburg.
Engagement für moderne Kriminalitätsbekämpfung und Zusammenarbeit
Seit Juli 2021 war Dekker Leiter der Direktion Kriminalität in Münster und seit April 2024 auch stellvertretender Polizeipräsident. In dieser Funktion setzte er zahlreiche Initiativen um, die die Arbeit der Kriminalpolizei modernisierten und die Aufklärungsquote auf einen historischen Höchststand brachten. Unter seiner Leitung wurde unter anderem die Kriminalinspektion Cybercrime personell gestärkt und ein Cybercrime-Kongress zwischen Polizei und Wirtschaft ins Leben gerufen.
Besonders betonte Dekker die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadt Münster. Projekte wie das Haus des Jugendrechts zur Bekämpfung der Jugendkriminalität und das Projekt Periskop zur Früherkennung risikoträchtiger Personen mit psychischen Auffälligkeiten sind Beispiele für diese enge Kooperation, die maßgeblich zur Sicherheitsarchitektur der Stadt beitragen.
Würdigung und Ausblick
Polizeipräsidentin Dorndorf dankte Dekker für seine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit und hob hervor, dass sein persönlicher Anspruch, stets einen Beitrag zum Erfolg der Polizei Münster zu leisten, die Kultur der Zusammenarbeit nachhaltig geprägt habe. Dekker selbst blickte mit Stolz auf seine Dienstzeit zurück und dankte seinem Team für die stets gute Zusammenarbeit.
Neben seiner praktischen Polizeiarbeit engagierte sich Dekker auch als Dozent an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Gelsenkirchen und Münster, wo er sein Fachwissen an junge Polizeibeamte weitergab. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem den Landespreis für Innere Sicherheit.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet eine prägende Ära für die Kriminalpolizei Münster, die Jürgen Dekker maßgeblich mitgestaltet hat. Sein Nachfolger wird die Arbeit in der Direktion Kriminalität fortsetzen und die Initiativen weiterführen, die Dekker auf den Weg gebracht hat.

