Nach über 40 Jahren im Polizeidienst ist Jürgen Dekker, stellvertretender Polizeipräsident und Leiter der Direktion Kriminalität der Polizei Münster, am Freitag, dem 27. März 2026, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Die feierliche Veranstaltung fand im Beisein seiner Familie, zahlreicher Kolleginnen und Kollegen sowie Vertretern aus Stadtgesellschaft, Justiz und Polizei statt.
Würdigung eines erfahrenen Kriminalexperten
Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf hob in ihrer Rede die herausragende fachliche Kompetenz und das große Engagement Dekkers hervor. Sie bezeichnete ihn als einen ausgewiesenen Fachmann der Kriminalpolizei Nordrhein-Westfalens, der sich durch seine Einsatzleitung in großen Lagen sowie seine leidenschaftliche Arbeit für die Kriminalpolizei ausgezeichnet habe. Dorndorf betonte, dass Dekker ihr stets ein verlässlicher Berater und Unterstützer gewesen sei.
Persönliche Dankesworte und besondere Ehrungen
Die Verabschiedung wurde durch eine persönliche Würdigung der Polizeipräsidentin sowie eine per Video übermittelte Dankesbotschaft des Innenministers Herbert Reul geprägt. Auch der ehemalige Oberbürgermeister Markus Lewe ließ es sich trotz seines Geburtstags nicht nehmen, Dekker seinen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit auszusprechen. Die Übergabe der Ruhestandsurkunde erfolgte durch Landeskriminaldirektor Peter Mosch.
Rückblick auf die Karriere und Erfolge
Jürgen Dekker zog in seiner Abschiedsrede ein positives Fazit seiner Tätigkeit. Seit Juli 2021 leitete er die Direktion Kriminalität in Münster und war seit April 2024 stellvertretender Polizeipräsident. Seine Karriere begann 1985 bei der Polizei in Bochum, gefolgt von verschiedenen Stationen in Bochum, Köln, Recklinghausen, Warendorf und Duisburg. Er absolvierte ein Fachhochschulstudium sowie ein Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei und stieg 2002 in den höheren Polizeidienst auf.
Während seiner Laufbahn war Dekker unter anderem für die Leitung von Mordkommissionen verantwortlich und beteiligte sich an bedeutenden Ermittlungen, etwa im Missbrauchskomplex Lügde. Zudem engagierte er sich als Dozent für junge Polizeistudierende und setzte sich für die Fortbildung in der Kriminalpolizei ein.
Innovationen und Zusammenarbeit für mehr Sicherheit
Unter Dekkers Führung wurde die Direktion Kriminalität neu organisiert. Er etablierte unter anderem eine personell gut ausgestattete Kriminalinspektion Cybercrime und initiierte einen Cybercrime-Kongress, der Polizei und Wirtschaft zusammenbringt. Zudem erreichte die Aufklärungsquote der Polizei Münster einen historischen Höchststand.
Ein besonderer Fokus lag auf der engen Zusammenarbeit mit der Stadt Münster, der Staatsanwaltschaft und weiteren Institutionen. Dekker betonte die Bedeutung des Hauses des Jugendrechts zur Bekämpfung der Jugendkriminalität sowie das Projekt Periskop, das der Früherkennung von psychisch auffälligen Personen dient, die potenziell schwere Straftaten begehen könnten.
Abschied und Ausblick
In seinem Abschiedswort dankte Dekker seiner gesamten Direktion für die stets gute Zusammenarbeit und betonte den Teamgedanken, der bei der Polizei Münster im Vordergrund stehe. Polizeipräsidentin Dorndorf würdigte ihn als versierten Experten, der mit Kompetenz und Erfahrung die Kultur der Zusammenarbeit maßgeblich geprägt habe.
Mit seinem Ausscheiden verliert die Polizei Münster einen erfahrenen und engagierten Führungskraft, der die Kriminalpolizei im Land Nordrhein-Westfalen nachhaltig mitgestaltet hat. Für seinen Ruhestand wünschten ihm alle Anwesenden alles Gute.

