Rheinland-Pfalz verzeichnet im Bereich Anlagebetrug eine erhebliche Schadenssumme von 77 Millionen Euro im Jahr 2025. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weisen eindringlich auf die Gefahren hin, die von betrügerischen Angeboten im Internet ausgehen. Immer wieder locken Täter mit vermeintlich sicheren und lukrativen Geldanlagen, die in Wahrheit nicht existieren.
Gefälschte Internetseiten und irreführende Werbung
Die Betrüger nutzen professionell gestaltete Webseiten, die auf den ersten Blick seriös wirken. Häufig werden diese Seiten durch externe Dienstleister verlinkt und über verschiedene Kanäle beworben – darunter auch auf Webseiten, in Zeitungen und sozialen Medien. Teilweise werden gefälschte Aussagen von Prominenten oder bekannten Unternehmen verwendet, um Vertrauen zu erwecken. Diese Inhalte werden ohne Zustimmung der genannten Personen oder Firmen verbreitet.
Aktivitäten in sozialen Medien und Messenger-Gruppen
Die Täter sind zudem in Chatgruppen von Messenger-Diensten aktiv. Dort geben sie sich als Mitglieder der Gruppe aus, um gezielt Vertrauen aufzubauen. Über diese Kanäle werden potenzielle Opfer gedrängt, schnell Geld zu investieren, bevor das vermeintliche Angebot angeblich nicht mehr verfügbar ist. In der Regel wird das Geld in Form von Kryptowährungen auf ausländische Konten oder Trading-Plattformen überwiesen.
Professionelle Ansprache und Vertrauensaufbau
Nach der Kontaktaufnahme über die betrügerischen Webseiten werden die Interessenten von vermeintlichen Anlageberatern telefonisch kontaktiert. Diese Berater wirken sehr professionell und investieren oft Wochen, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Sie werben mit hohen Renditen, geringem Risiko und der Möglichkeit, mit kleinen Beträgen zu starten. Die Anfangsinvestition liegt meist zwischen 200 und 250 Euro.
Gefälschte Trading-Konten und steigende Investitionen
Nach der ersten Einzahlung können die Opfer die angebliche Wertentwicklung ihrer Anlagen in einem gefälschten Trading-Konto verfolgen. Die vermeintlich hohen Gewinne verleiten viele dazu, weitere Gelder zu investieren. Dabei fordern die Betrüger oft den Fernzugriff auf Rechner oder Smartphones, um die Opfer bei der Geldanlage zu unterstützen. Über Programme wie „AnyDesk“ oder „TeamViewer“ erhalten die Täter so unkontrollierten Zugriff auf die Geräte der Geschädigten.
Erweiterte Betrugsmethoden und Folgen bei Auszahlungsversuchen
Wenn Opfer versuchen, ihr Geld auszahlen zu lassen, wird der Betrug besonders perfide. Die Täter verlangen immer neue Gebühren oder brechen den Kontakt ab. In einigen Fällen wird der Betrug durch gefälschte Anwaltskanzleien oder gefälschte Kreditverträge ergänzt, um weitere Gelder zu erlangen.
Tipps zum Schutz vor Anlagebetrug
Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale empfehlen, keine sensiblen Daten wie Online-Banking-Zugangsdaten preiszugeben und niemals Fernzugriff auf den eigenen Rechner oder das Smartphone zu gewähren. Zudem sollten Nutzer keine unseriösen Anzeigen mit unrealistischen Gewinnversprechen anklicken und bei Investitionen in Kryptowährungen besonders vorsichtig sein. Im Verdachtsfall sollte umgehend eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Zur Erkennung unseriöser Anbieter steht der „Fake-Check Geldanlage“ der Verbraucherzentrale zur Verfügung. Auch die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bietet Informationen zu Trading-Plattformen.

