In Trier und der näheren Umgebung kommt es derzeit vermehrt zu betrügerischen Telefonanrufen, bei denen sich die Täter als Ärzte eines örtlichen Krankenhauses ausgeben. Sie behaupten, das eigene Kind werde auf der Intensivstation behandelt und benötige dringend ein spezielles, sehr teures Medikament. Um das Leben des Kindes zu retten, müsse dieses Medikament sofort bar bezahlt werden.
Vorgehen der Betrüger
Die Anrufer geben vor, in der Intensivstation des Krankenhauses tätig zu sein und schildern eine dramatische Notfallsituation, die angeblich nur durch die sofortige Verabreichung eines bestimmten Medikaments, meist in Form einer Spritze, abgewendet werden kann. Dabei fordern sie von den Angerufenen eine hohe Bargeldsumme, die häufig mehrere zehntausend Euro beträgt.
Die Betrüger bieten an, das Geld durch einen Kurier direkt zu Hause abholen zu lassen, um den Ablauf zu beschleunigen. Tatsächlich existiert das Medikament nicht, das Kind befindet sich nicht im Krankenhaus, und der Kurier arbeitet mit den Tätern zusammen.
Konkrete Fälle aus Trier und Hermeskeil
Ein älterer Mann aus Trier übergab in Sorge um seine Enkelin mehr als 10.000 Euro an einen solchen angeblichen Krankenhausmitarbeiter. In einem weiteren Fall aus Hermeskeil wurde eine Frau aufgefordert, mehrere zehntausend Euro zu beschaffen, um ihre angeblich lebensbedrohlich erkrankte Tochter zu retten. Glücklicherweise konnte der Betrug durch das zufällige Erscheinen der Tochter vor der Haustür verhindert werden.
Warnhinweise der Polizei
Die Polizei Trier betont, dass echte Krankenhausmitarbeiter in lebensbedrohlichen Situationen niemals telefonisch um sofortige Barzahlungen bitten. Betroffene sollten das Gespräch umgehend beenden und keinesfalls Geld an unbekannte Personen übergeben.
Bei Zweifeln wird empfohlen, den Namen und die Fachabteilung des angeblichen Mitarbeiters zu erfragen und selbstständig über die offiziellen Kontaktdaten des Krankenhauses Rücksprache zu halten. Dabei sollte die Rückruffunktion des Telefons nicht genutzt werden, um nicht erneut mit den Betrügern verbunden zu werden.
Prävention und Verhalten im Verdachtsfall
Die Polizei rät, besonders bei Anrufen, die eine schnelle finanzielle Unterstützung fordern, vorsichtig zu sein und keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Ein gesundes Misstrauen und die Kontaktaufnahme mit offiziellen Stellen können helfen, Opfer von Betrügern zu vermeiden.
Die Kriminalpolizei Idar-Oberstein plant zudem im April eine Präventionsveranstaltung, um die Bevölkerung über solche Betrugsmaschen aufzuklären und weitere Schutzmaßnahmen zu vermitteln.
Fazit
Die neue Masche der Telefonbetrüger stellt eine erhebliche Gefahr für Betroffene dar, die durch emotionale Erpressung zu hohen Geldzahlungen gedrängt werden. Die Polizei Trier appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben und im Zweifel sofort die Polizei oder das Krankenhaus direkt zu kontaktieren.

