Mecklenburg-Vorpommern setzt mit dem Programm für Musterfeuerwehrhäuser einen weiteren wichtigen Schritt zur Modernisierung seiner Feuerwehrinfrastruktur. Insgesamt 58 neue Feuerwehrgerätehäuser werden in den kommenden Jahren in einer standardisierten Bauweise errichtet. Das Projekt soll vor allem kleinere Kommunen finanziell entlasten und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Land verbessern.
Startschuss für den Bau der Musterfeuerwehrhäuser
Die Umsetzung des Programms wurde am 16. März 2026 mit der Beauftragung der Firma Goldbeck Nord GmbH aus Rostock offiziell gestartet. Das Unternehmen wird die Gebäude nach einem einheitlichen Konzept errichten, das auf effiziente und wirtschaftliche Bauweisen setzt. Innenminister Christian Pegel betonte die Bedeutung moderner Infrastruktur für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte: „Unsere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden leisten Tag für Tag Herausragendes – oft ehrenamtlich und unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Es ist unsere Pflicht, ihnen moderne Technik und zeitgemäße Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.“
Standardisierte Bauweise für Effizienz und Kostensenkung
Die Musterfeuerwehrhäuser basieren auf einem systematisierten Baukonzept, das konsistente Grundrisse und kurze Wege vorsieht. Die Gebäude werden in zwei Typen angeboten: als Langhaus und als Kompakthaus. Durch die serielle Bauweise kann die Firma Goldbeck Nord die Kosten senken und die Bauzeit auf etwa 200 Tage pro Gebäude reduzieren. Ein Musterfeuerhaus kostet inklusive Bodenplatte rund 1,1 Millionen Euro, was unter der ursprünglichen Kostenschätzung liegt.
Förderung und Zielgruppen des Programms
Das Programm richtet sich vor allem an kleinere Gemeinden, für die der Neubau eines Feuerwehrhauses eine finanzielle Herausforderung darstellt. Insgesamt lagen 73 Bewerbungen für die 58 verfügbaren Bauvorhaben vor. Die ausgewählten Gemeinden werden zeitnah informiert, erste Baumaßnahmen sollen spätestens im letzten Quartal 2026 beginnen. Kommunen, die nicht berücksichtigt wurden, können auf eine Warteliste gesetzt werden und bei Bedarf nachrücken.
Ergänzende Fördermaßnahmen und weitere Investitionen
Neben dem Musterfeuerwehrhaus-Programm investiert das Land Mecklenburg-Vorpommern weitere rund 15 Millionen Euro in 32 Projekte zur Sanierung, Erweiterung und zum Neubau von Feuerwehrhäusern. Zudem stellt das Land 45 Millionen Euro für größere Feuerwehrhäuser mit mindestens drei Stellplätzen bereit. Für dieses Förderprogramm können Kommunen bis zum 30. April 2026 Anträge stellen. Die Entscheidung über die Förderungen soll bis Mitte des Jahres erfolgen.
Langfristige Modernisierungsoffensive für die Feuerwehren
Das Musterfeuerwehrhaus-Programm ist Teil der umfassenden Modernisierungsoffensive „Zukunftsfähige Feuerwehr“. Seit 2020 wurden bereits zahlreiche neue Fahrzeuge beschafft, darunter geländegängige Tanklöschfahrzeuge und Löschgruppenfahrzeuge. Die Maßnahmen basieren auf den Erfahrungen aus Großbränden wie dem bei Lübtheen im Sommer 2019 und sollen die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren nachhaltig stärken.
Bedeutung für den ländlichen Raum und die Dorfgemeinschaft
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hob hervor, dass Feuerwehrgerätehäuser oft mehr als reine Einsatzorte sind. Gerade in ländlichen Regionen dienen sie häufig auch als Dorfgemeinschaftshäuser, in denen Veranstaltungen und Versammlungen stattfinden. Die Modernisierung der Infrastruktur kommt somit nicht nur der Sicherheit, sondern auch dem sozialen Zusammenhalt zugute.
Ausblick und weitere Schritte
Das Land Mecklenburg-Vorpommern plant, die Modernisierung der Feuerwehrinfrastruktur fortzusetzen und weitere Förderprogramme aufzulegen. So soll unter anderem die Landesbrandschule in Malchow erneuert werden. Die Landesregierung zeigt sich entschlossen, die Feuerwehren auch künftig mit zeitgemäßer Technik und Infrastruktur auszustatten, um die Einsatzkräfte bestmöglich zu unterstützen.

