Am Samstag, den 21. März 2026, stand die Polizei Köln vor einer besonderen Herausforderung: Neben dem Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach galt es, eine Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmern in der Kölner Innenstadt zu begleiten. Der Einsatz mit mehr als 1.400 Einsatzkräften wurde am Abend von der Polizei vorläufig bewertet.
Fanmärsche und Anreise der Gästefans
Bereits gegen Mittag setzte sich der Fanmarsch der Kölner Anhänger am Technologiepark in Köln-Braunsfeld in Richtung RheinEnergieSTADION in Bewegung. Parallel dazu begleiteten Polizeikräfte rund 450 mutmaßliche Störer aus dem Umfeld von Borussia Mönchengladbach vom S-Bahnhof Weiden-West zum Stadion.
Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) unterstützten die Anreise der Gästefans mit bis zu sieben Sonderzügen, die aus verschiedenen Richtungen zum Spielort fuhren. Trotz einer kurzfristigen Fehlleitung eines dieser Züge zum Hauptbahnhof reagierten Polizei und KVB schnell: Drei Sonderzüge wurden umgeleitet, um die Fans am Neumarkt aufzunehmen und weiter zum Stadion zu bringen.
Vorfall in Sonderbahn und Einsatzverlauf
In einer der Sonderbahnen kam es zu einer Sachbeschädigung, bei der eine Fensterscheibe zerstört wurde. Ein namentlich bekannter Tatverdächtiger wurde ermittelt, ein Strafverfahren eingeleitet und Videomaterial gesichert.
Leitender Polizeidirektor Martin Lotz zog ein positives Fazit: „Das Einsatzkonzept mit mehr als 1.400 Polizistinnen und Polizisten ist aufgegangen. Auch spontanen Abweichungen vom geplanten Einsatzverlauf konnte insbesondere mit der KVB begegnet werden. Unsere Vorbereitungen haben die gewünschte Wirkung gezeigt. Größere Auseinandersetzungen der rivalisierenden Störerlager konnten verhindert werden.“
Pyrotechnik und Zwischenfälle im Stadion
Während der Begegnung kam es zu mehreren Vorfällen mit Pyrotechnik. Teilweise vermummte Personen zündeten Rauchtöpfe und Leuchtfackeln sowohl im Heim- als auch im Gästeblock. Die Polizei leitete entsprechende Strafanzeigen ein und sicherte Videomaterial.
Gegen 16:40 Uhr wurde eine Körperverletzung gemeldet: Ein stark alkoholisierter Zuschauer schlug einen Ordner ins Gesicht und musste das Stadion verlassen. Außerdem wurden zwei Zuschauer durch Becherwürfe verletzt, von denen einer vor Ort behandelt werden konnte, der andere zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde.
Beschädigung von Fahrzeugen und Auseinandersetzungen nach Spielende
Im Anschluss an das Spiel stellten Einsatzkräfte am frühen Abend zwei verdächtige Männer fest, die mutmaßlich mit Bohrmaschinen die Reifen von mindestens 17 Fahrzeugen mit Mönchengladbacher Kennzeichen auf einem Parkplatz in Merzenich bei Düren beschädigt haben sollen. Die Ermittlungen hierzu dauern an.
Auf den Vorwiesen kam es zudem zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren zum Teil alkoholisierten Anhängern des 1. FC Köln und einem Anhänger des Gastvereins. Der Gast erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein.
Begleitende Demonstration in der Kölner Innenstadt
Parallel zum Fußballspiel fand in der Innenstadt eine Versammlung unter dem Motto „Für Demokratie – gegen Rassismus“ mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Die Demonstration verlief störungsfrei und auflagenkonform.
Die Polizei begleitete die Auftaktkundgebung auf dem Sudermanplatz, den Aufzug über die innerstädtischen Ringe bis zum Hohenzollernring sowie das Versammlungsende gegen 16:45 Uhr. Abgesehen von den im Vorfeld angekündigten Verkehrseinschränkungen kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Versammlung.
Fazit und Ausblick
Insgesamt bewertete die Polizei Köln den Samstagseinsatz als erfolgreich. Die umfangreichen Vorbereitungen und die enge Zusammenarbeit mit den Kölner Verkehrsbetrieben trugen dazu bei, größere Störungen und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern. Die Ermittlungen zu einzelnen Straftaten dauern an, weitere Informationen werden nach Abschluss der Untersuchungen erwartet.

