Am 18. März 2026 führte das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Frankfurt am Main im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main eine umfassende Durchsuchungsaktion durch. Insgesamt 37 Geschäftsräume und Wohnungen wurden bundesweit durchsucht. Der Einsatz mit rund 380 Einsatzkräften erstreckte sich über sechs Bundesländer, wobei der Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen lag.
Hintergrund der Ermittlungen
Die Ermittlungen richten sich gegen 31 Beschuldigte im Alter von 21 bis 61 Jahren, darunter 29 Männer und zwei Frauen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen Betreiber eines Bauunternehmens, das seit 2020 bundesweit Abrissarbeiten im Wert von etwa 30 Millionen Euro durchgeführt haben soll. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in erheblichem Umfang Löhne schwarz ausgezahlt zu haben.
Um die Schwarzlohnzahlungen zu verschleiern, sollen Scheinrechnungen von sogenannten Servicefirmen verwendet worden sein, die angebliche Subunternehmerleistungen in Rechnung stellten, die jedoch tatsächlich nicht erbracht wurden. Das Geld wurde nach Begleichung der Rechnungen bar abgehoben und soll an die Betreiber des Bauunternehmens zurückgeflossen sein, um die Schwarzlöhne zu finanzieren.
Ergebnisse der Durchsuchungen
Im Zuge der Maßnahmen wurden vier Haftbefehle vollstreckt sowie vier Vermögensarreste angeordnet, die Vermögenswerte im Umfang von rund 8,4 Millionen Euro sichern sollen. Dabei wurden unter anderem Bargeld in fünfstelliger Höhe und hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt. Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, das die Verdachtsmomente untermauern soll.
Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Frankfurt am Main, Offenbach, Wiesbaden, Bielefeld, Würselen, Wiesloch, Schwetzingen, Eisenberg, Halle, Aichach und im Odenwaldkreis statt. Neben dem Hauptzollamt Frankfurt waren auch Einsatzkräfte aus zwölf weiteren Hauptzollämtern, die Steuerfahndung Frankfurt sowie Staatsanwälte beteiligt.
Weitere Auffälligkeiten bei den Einsätzen
Während des Einsatzes wurden zudem weitere Zufallsfunde gemacht, darunter Cannabis in nicht geringer Menge sowie Munition. Außerdem wurde ein Fall von unerlaubtem Aufenthalt festgestellt. Ob diese Funde in Zusammenhang mit den Hauptvorwürfen stehen, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Gesamtschaden und rechtliche Schritte
Der bisher ermittelte Gesamtschaden für Sozialversicherungsträger und Fiskus wird auf etwa 7,8 Millionen Euro beziffert. Die Ermittlungen dauern an, um weitere Details zu klären und mögliche weitere Beteiligte zu identifizieren. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main sowie die Steuerfahndung setzen die Untersuchungen fort.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls verfolgt mit diesen Maßnahmen das Ziel, schwere Formen der organisierten Wirtschaftskriminalität zu bekämpfen. Insbesondere die Nutzung von Scheinrechnungen zur Tarnung von Schwarzlohnzahlungen schädigt nicht nur die Sozialkassen, sondern verzerrt auch den fairen Wettbewerb in der Baubranche.
Bedeutung für die Region
Die Aktion verdeutlicht die intensive Zusammenarbeit von Zoll, Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung im Kampf gegen illegale Beschäftigung und Steuerbetrug. Der Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet zeigt, dass auch in wirtschaftlich starken Regionen die Gefahr organisierter Schwarzarbeit besteht, die umfassende Ermittlungen erfordert.

