Die Polizeiinspektion Göttingen hat die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Insgesamt wurden 23.166 Straftaten registriert, was einem Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch landesweit wider und ist ein positives Signal für die Sicherheitslage in Stadt und Landkreis Göttingen.
Rückgang bei Fahrraddiebstählen und Rohheitsdelikten
Ein wesentlicher Beitrag zum Rückgang der Straftaten ist die deutliche Reduzierung der Fahrraddiebstähle um 35 Prozent. Die Polizei führt dies auf eine konsequente Bekämpfungsstrategie zurück, die verstärkte Kontrollen, den Einsatz technischer Ortungsmöglichkeiten und die Festnahme von Mehrfachtätern umfasst. Die Schadenssumme sank dadurch von rund 4,75 Millionen Euro im Jahr 2024 auf etwa 3,18 Millionen Euro im Jahr 2025.
Auch bei den Rohheitsdelikten, zu denen Körperverletzungen, Raub und ähnliche Gewalttaten zählen, wurde ein Rückgang um knapp sechs Prozent verzeichnet. Dennoch stiegen die Gewaltdelikte insgesamt leicht an, was auf komplexe gesellschaftliche Faktoren zurückgeführt wird.
Anstieg der Messerangriffe und Wohnungseinbrüche
Im Gegensatz zum allgemeinen Trend ist die Zahl der Messerangriffe im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen um 25 Prozent gestiegen. Mit 127 Fällen im Jahr 2025 wurde die höchste Zahl seit Beginn der Erfassung im Jahr 2020 registriert. Die Messerangriffe konzentrieren sich vor allem auf das Stadtgebiet Göttingen. Als Reaktion darauf wurde Anfang 2026 in der Innenstadt eine Waffenverbotszone eingerichtet, um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen.
Auch die Fallzahlen bei Wohnungseinbruchsdiebstählen stiegen um 31 Prozent auf 329 Taten. Trotz dieses Anstiegs liegt die Zahl weiterhin unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote verbesserte sich leicht auf knapp 18 Prozent. Die Ermittlungen weisen darauf hin, dass viele Taten von organisierten Tätergruppierungen begangen werden, die häufig mobil agieren.
Entwicklung bei Gewalt gegen Einsatzkräfte und häuslicher Gewalt
Erfreulicherweise wurden Angriffe auf Polizeibeamte und Rettungskräfte um 24 Prozent reduziert. Im Jahr 2025 wurden 223 Fälle gezählt, bei denen Einsatzkräfte Opfer von Gewalt wurden. Dieser Rückgang wird als positiv bewertet und zeigt eine Entspannung im Verhältnis zwischen Bürgern und Sicherheitskräften.
Im Bereich der häuslichen Gewalt ist ein leichter Rückgang um rund fünf Prozent zu verzeichnen. Die Polizei betont, dass häusliche Gewalt weiterhin ein ernstes Problem darstellt und setzt auf konsequente Strafverfolgung sowie Opferschutzmaßnahmen. Die Zusammenarbeit mit Jugendamt und Beratungsstellen hat sich bewährt, um Hochrisikofälle frühzeitig zu erkennen und zu bearbeiten.
Weitere Entwicklungen in der Kriminalstatistik
Die Zahl der Straftaten durch junge Menschen ist um über neun Prozent gesunken, wobei Gewalt- und Rohheitsdelikte weiterhin die häufigsten Delikte dieser Gruppe sind. Ein Anstieg wurde hingegen bei Straftaten im Bereich der Kinderpornographie (plus 8 Prozent) sowie bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (plus 20 Prozent) festgestellt. Die Polizei führt dies unter anderem auf ein verändertes Anzeigeverhalten und verstärkte Präventionsarbeit zurück.
Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität kam es zu einem deutlichen Rückgang, was auch auf die Einführung des Konsum-Cannabisgesetzes zurückzuführen ist. Dieses Gesetz entkriminalisiert den Besitz geringer Mengen Cannabis und führt somit zu weniger registrierten Straftaten in diesem Bereich.
Die Aufklärungsquote für alle Straftaten sank leicht von 59,03 Prozent im Jahr 2024 auf 58,35 Prozent im Jahr 2025 und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt von 62,72 Prozent.
Ausblick und Maßnahmen
Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn und der Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, Marco Hansmann, betonen die Bedeutung der kontinuierlichen polizeilichen Arbeit und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität und des Wohnungseinbruchsdiebstahls. Die Einrichtung von Waffenverbotszonen und verstärkte Kontrollmaßnahmen sollen dazu beitragen, die Sicherheit in der Region weiter zu verbessern.
Die Polizei kündigt an, die erfolgreiche Bekämpfung des Fahrraddiebstahls fortzusetzen und die Präventionsarbeit bei häuslicher Gewalt und Kinderpornographie auszubauen. Ziel ist es, die Kriminalitätsrate weiter zu senken und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

