Die Polizeidirektion Neumünster hat im März 2026 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen zeigen eine deutliche Abnahme der registrierten Straftaten sowohl in der Stadt Neumünster als auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die Gesamtkriminalität ohne ausländerrechtliche Verstöße ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent gesunken und erreicht damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.
Rückgang bei Eigentums- und Rauschgiftdelikten prägt Statistik
Besonders auffällig ist der Rückgang bei einfachen Diebstählen (-20,2 Prozent) und schweren Diebstählen (-18,7 Prozent). Auch Rauschgiftdelikte gingen mit einem Minus von 46,5 Prozent deutlich zurück. Dieser Rückgang bei den Betäubungsmitteldelikten wird unter anderem auf das im Jahr 2024 in Kraft getretene Konsumcannabisgesetz (KcanG) zurückgeführt. Insgesamt zeigt sich eine Entspannung vor allem im Bereich der Straßenkriminalität.
Verteilung der Straftaten nach Deliktsgruppen
Die Eigentumsdelikte, zu denen einfacher und schwerer Diebstahl zählen, machen mit einem Anteil von 31,1 Prozent den größten Teil der Straftaten in der Polizeidirektion Neumünster aus. An zweiter Stelle folgen Rohheitsdelikte mit rund 18,9 Prozent, darunter Körperverletzungs- und Raubdelikte, welche zur Gewaltkriminalität gezählt werden. Vermögens- und Fälschungsdelikte nehmen etwa 15 Prozent der Gesamtstraftaten ein. In diesem Bereich sind insbesondere Waren- und Warenkreditbetrügereien auffällig, bei denen entweder bezahlte Ware nicht geliefert oder bestellte Ware nicht bezahlt wird.
Cyberkriminalität und Betrugsdelikte im Fokus
Im Bereich der Betrugsdelikte ist ein Anstieg der Cyberkriminalität zu verzeichnen. Hierbei wird moderne Informationstechnik zur Tatbegehung genutzt. Zudem sind Delikte im Zusammenhang mit falschen Polizeibeamten oder dem sogenannten Enkeltrick weiterhin präsent, wobei es sich überwiegend um Versuchsstraftaten handelt.
Polizeiliche Maßnahmen tragen zur positiven Entwicklung bei
Im Rahmen eines Pressegesprächs erläuterten der Behördenleiter der Polizeidirektion Neumünster, Dirk Czarnetzki, und der Leiter der Kriminalinspektion Neumünster, Markus Indorf, die Hintergründe der positiven Entwicklung. Sie hoben hervor, dass gezielte polizeiliche Maßnahmen, wie die Einrichtung einer zivilen operativen Einheit, beschleunigte Verfahren in Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Kiel sowie die Vernetzung mit benachbarten Behörden, maßgeblich zum Rückgang der Straftaten beigetragen haben.
Weiterhin hohe Polizeipräsenz trotz sinkender Zahlen
Beide Führungskräfte betonten, dass trotz der sinkenden Kriminalitätszahlen die Polizei weiterhin präsent und aktiv bleiben wird, um die Sicherheitslage dauerhaft zu stabilisieren und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken. Die Polizeidirektion Neumünster setzt auf eine Kombination verschiedener Strategien, um die positive Entwicklung fortzusetzen.
Ausblick und Bedeutung der Statistik
Die vorgelegte Polizeiliche Kriminalstatistik bietet einen umfassenden Überblick über die Sicherheitslage in der Region und ermöglicht es, Trends frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren. Die Abnahme der Straftaten ist ein positives Signal, das jedoch weiterhin kontinuierliche Anstrengungen von Polizei und Justiz erfordert, um die Sicherheit nachhaltig zu gewährleisten.

