Die Polizei Bielefeld hat im vergangenen Jahr bedeutende Fortschritte bei der Bekämpfung von Kriminalität in der Innenstadt erzielt. Die Sonderkommission (Soko) Innenstadt, die seit Oktober 2024 aktiv ist, konnte die Anzahl der Straftaten spürbar reduzieren und die Präsenz der Drogenszene insbesondere an zentralen Plätzen wie dem Kesselbrink und der Stresemannstraße deutlich verringern. Trotz dieser positiven Entwicklung wird die Soko nun organisatorisch neu ausgerichtet, um die Sicherheit in der Innenstadt nachhaltig zu verbessern.
Erfolge der Soko Innenstadt im Jahr 2025
Die Statistik für das Jahr 2025 zeigt einen deutlichen Rückgang der Kriminalität in der Bielefelder Innenstadt. Die Gesamtzahl der erstatteten Strafanzeigen sank um 22,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert sind die Rückgänge bei der Gewaltkriminalität (-35 Prozent) und der Straßenkriminalität (-24,28 Prozent). In einzelnen Innenstadtbereichen wie dem Jahnplatz und dem Kesselbrink gingen die Straftaten um über 30 Prozent zurück.
Diese Erfolge sind laut Polizeipräsident Wolfgang Niewald eng mit den Maßnahmen der Soko Innenstadt verbunden. Die konsequente Kontrolle und die enge Zusammenarbeit mit städtischen Behörden führten zu einer spürbaren Abwanderung der Szeneangehörigen und einer nachhaltigen Verbesserung des Sicherheitsgefühls in der Innenstadt.
Organisatorische Neuaufstellung der Soko
Um die erreichten Fortschritte langfristig zu sichern, wird die Soko Innenstadt ab dem 1. September 2026 in eine neue Struktur überführt. Die uniformierten Kräfte werden künftig in einer eigenen Einheit innerhalb der Polizeiinspektion der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz tätig sein, während die Ermittler in einer spezialisierten Ermittlungsgruppe des Kriminalkommissariats 22 arbeiten, das sich auf Betäubungsmittelkriminalität fokussiert.
Mit dieser organisatorischen Verankerung soll die Arbeit der Soko nicht mehr als befristete Sonderkommission, sondern als dauerhafte Aufgabe in den regulären Polizeistrukturen etabliert werden. Dies gilt als wichtiger Schritt, um die Sicherheit in der Innenstadt weiter zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Einsatz- und Ermittlungsdienst zu intensivieren.
Wechsel in der Führung der Soko Innenstadt
Im Zuge der Umstrukturierung wechselt auch die Leitung der Soko. Erster Kriminalhauptkommissar Lars Lorenz, der bisher die Soko führte, übernimmt eine Leitung in einem anderen Kriminalkommissariat. Seine Nachfolge tritt eine Doppelspitze an: Polizeihauptkommissar Daniel Görmann leitet die operative Einheit, während Kriminalhauptkommissar Michael Samaan die Ermittlergruppe führt.
Beide bringen umfangreiche Erfahrungen aus ihren jeweiligen Fachbereichen mit. Görmann ist in der Bereitschaftspolizei tätig und verfügt über Expertise in Einsätzen zur Gefahrenabwehr und Kriminalitätsbekämpfung. Samaan ist im Bereich Rauschgift- und Waffendelikte erfahren und arbeitet im Kriminalkommissariat 22.
Die neue Leitung hat angekündigt, die erfolgreiche Arbeit der Soko fortzuführen und an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Dabei soll die Präsenz der Polizei in der Innenstadt weiterhin spürbar bleiben, um der Drogenszene und anderen Kriminellen konsequent entgegenzutreten.
Zusammenarbeit und Ausblick
Die enge Kooperation zwischen den uniformierten Kräften, den Ermittlern, der Staatsanwaltschaft und städtischen Behörden hat sich als besonders wirkungsvoll erwiesen. Dieses direktionsübergreifende Zusammenwirken soll auch nach der Umstrukturierung beibehalten und weiter ausgebaut werden.
Die Polizei Bielefeld betont, dass die Bekämpfung von Straßen- und Gewaltkriminalität sowie die Stärkung des Sicherheitsgefühls in der Innenstadt weiterhin ein zentraler Schwerpunkt bleiben. Die Bereitstellung von 13 speziell dafür eingesetzten Kolleginnen und Kollegen unterstreicht den hohen Stellenwert dieser Aufgabe.
Mit den neuen Strukturen und der erfahrenen Führung will die Polizei den positiven Trend aus dem Jahr 2025 fortsetzen und die Innenstadt zu einem noch sichereren Ort für Bewohner und Besucher machen.

