In der vergangenen Woche kam es in Pforzheim und Mühlacker zu mehreren Betrugsfällen, bei denen Unbekannte durch Schockanrufe Goldbarren und Bargeld erbeuteten. Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte oder Rechtsanwälte aus und täuschten Notfälle vor, um ihre Opfer zur Herausgabe von Wertgegenständen und Geld zu bewegen.
Schockanruf führt zur Übergabe von Goldbarren
Am Freitagnachmittag gegen 16:00 Uhr erhielt eine ältere Dame in Pforzheim einen Anruf von einem unbekannten Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er teilte ihr mit, dass ihre vermeintliche Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und eine Kaution zur Abwendung einer Haftstrafe fällig sei. In der Folge übergab die Frau gegen 18:00 Uhr vor ihrem Wohnhaus einer unbekannten Frau Goldbarren im Wert eines mittleren fünfstelligen Betrags.
Die Betrügerin wird als etwa 30 Jahre alt beschrieben, mit rundem Gesicht und dunklen Haaren, die zu einem Zopf gebunden waren. Sie trug eine dunkle Hose und einen dunkelroten Pullover. Nach der Übergabe entfernte sie sich fußläufig vom Tatort.
Bargeldübergabe nach Anruf eines angeblichen Rechtsanwalts
In einem weiteren Fall am Donnerstagabend wurde ein Ehepaar in Mühlacker von einem angeblichen Rechtsanwalt angerufen. Auch hier wurde eine hohe Geldsumme gefordert, die das Paar in der Nähe ihres Wohnhauses übergab. Die Höhe des Bargeldbetrags wird im mittleren vierstelligen Bereich angegeben.
Der Abholer wird auf etwa 1,65 Meter geschätzt, mit muskulöser Statur, dunklen Haaren und dunkler Kleidung.
Polizei ermittelt und bittet um Hinweise
Die Kriminalinspektion für Betrug in Calw hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei bittet Zeugen, die die Übergaben der Goldbarren oder des Bargeldes beobachtet haben oder sonstige Hinweise geben können, sich unter der Telefonnummer 07231 186-4444 zu melden.
Wichtige Hinweise der Polizei zum Schutz vor Schockanrufen
Die Polizei warnt vor der Masche der Schockanrufe und gibt folgende Empfehlungen:
- Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an. Bei Unsicherheit sollte man selbst die 110 wählen, jedoch nicht die Rückruftaste benutzen.
- Bei verdächtigen Anrufen sollte man auflegen, insbesondere wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt.
- Angehörige, die im Telefonat genannt werden, sollten über eine bekannte Telefonnummer direkt kontaktiert werden.
- Persönliche und finanzielle Informationen sollten am Telefon nicht preisgegeben werden.
- Geld oder Wertgegenstände dürfen niemals an unbekannte Personen übergeben werden.
- Vereinbarte Treffpunkte vor Behörden vermitteln keine Sicherheit, da Betrüger diese bewusst wählen.
- In Deutschland existiert keine Praxis, dass durch die Polizei Kautionen zur Freilassung gegen Zahlung erhoben werden. Sicherheitsleistungen werden nur in Ausnahmefällen bei Personen ohne festen Wohnsitz verlangt.
Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und sich bei verdächtigen Anrufen sofort an die Polizei zu wenden.

