In Wiesbaden beschäftigten mehrere Vorfälle die Polizei in den letzten Tagen. Am Dienstag wurde eine Frau in Erbenheim Opfer eines sogenannten Schockanrufs, bei dem Betrüger sie um Bargeld brachten. Am Mittwoch erfolgte eine Festnahme eines Mannes, der eine Schusswaffe bei sich führte. Zudem wurden mehrere Wohnungseinbrüche gemeldet, bei denen unbekannte Täter in Wohnungen eindrangen und Wertgegenstände durchsuchten. Die Polizei ermittelt in allen Fällen und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Betrug durch Schockanruf in Erbenheim
Am Dienstagnachmittag wurde eine Wiesbadenerin in der Tempelhofer Straße in Erbenheim Opfer eines Schockanrufs. Die Täter gaben sich am Telefon als Angehörige der Tochter der Frau aus und behaupteten, diese habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Für angebliche Behandlungs- und Justizkosten forderten die Betrüger mehrere Zehntausend Euro in bar. Die Angerufene wurde durch die geschickte und psychologisch wirkungsvolle Gesprächsführung der Täter so stark verunsichert, dass sie der Geschichte Glauben schenkte und Bargeld an einen Boten übergab.
Der Abholer wurde als etwa 20 Jahre alt und schlank beschrieben. Die gesamte Kommunikation fand in russischer Sprache statt. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und weist darauf hin, dass Behörden in Deutschland niemals telefonisch Kautionszahlungen verlangen. Betroffene sollten solche Gespräche sofort beenden, auflegen und die Polizei unter der Notrufnummer 110 informieren. Zudem empfiehlt es sich, Rücksprache mit Verwandten oder Freunden zu halten, um die Echtheit der Forderungen zu überprüfen.
Festnahme eines Mannes mit Schusswaffe in der Semmelweisstraße
In der Nacht zum Mittwoch wurde in der Semmelweisstraße ein 30-jähriger Mann festgenommen, der eine Schusswaffe mit sich führte. Die Polizei rückte mit einem größeren Aufgebot und Spezialkräften an. Nach einem Einsatz, der laut aktuellem Ermittlungsstand keine Bedrohung für die Bevölkerung darstellte, konnte der Mann widerstandslos festgenommen werden. Die Schusswaffe sowie Munition wurden sichergestellt. Die Polizei hat entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Pfefferspray-Angriff im Rheingauviertel
Am Dienstagabend wurde eine 14-jährige Jugendliche im Rheingauviertel mit Pfefferspray besprüht. Der Vorfall ereignete sich gegen 19:40 Uhr im Bereich eines Spielplatzes in der Carla-Henius-Straße. Die Jugendliche hielt sich dort mit mehreren Personen auf, als sich zwei Fahrradfahrer näherten. Einer der Radfahrer sprühte unvermittelt Pfefferspray, woraufhin die Jugendliche verletzt wurde. Die Täter flüchteten anschließend. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise.
Wohnungseinbrüche in mehreren Stadtteilen
Am Dienstag waren in Wiesbaden mehrere Wohnungseinbrecher aktiv. In der Wellritzstraße wurde zwischen 06:50 Uhr und 16:50 Uhr eine Wohnungstür aufgebrochen und die Räume durchsucht. Ob Wertgegenstände entwendet wurden, ist noch unklar. Ein weiterer Einbruch wurde in der Hermann-Jansen-Straße gemeldet. Dort gelangten die Täter über einen Balkon in die Wohnung, nachdem sie versucht hatten, die Balkontür aufzuhebeln. Auch hier ist unklar, ob die Einbrecher Beute machten.
In Erbenheim kletterten unbekannte Täter zwischen 18:00 Uhr und 20:50 Uhr auf einen Balkon in der Treptower Straße und drangen über die Balkontür in eine Wohnung ein. Nach Angaben der Polizei durchsuchten sie die Räume und erbeuteten Bargeld sowie Schmuck, bevor sie unerkannt flüchteten.
Polizei bittet um Hinweise
Die Wiesbadener Kriminalpolizei nimmt Hinweise zu den genannten Vorfällen unter der Telefonnummer (0611) 345-0 entgegen. Die Polizei rät der Bevölkerung, bei verdächtigen Anrufen oder Beobachtungen sofort die Polizei zu informieren und keine Geldforderungen telefonisch zu erfüllen. Zudem sollten Wohnungen und Häuser stets gut gesichert werden, um Einbrüche zu verhindern.

