Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 im Landkreis Rostock dokumentiert eine insgesamt rückläufige Kriminalitätsbelastung. Mit 9.699 erfassten Straftaten sank die Zahl der Delikte im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent. Die Häufigkeitszahl, die Straftaten pro 100.000 Einwohner angibt, liegt nun bei 4.434 und folgt damit dem Landestrend einer abnehmenden Kriminalitätsrate.
Deutlicher Rückgang bei Betäubungsmittel- und Diebstahlsdelikten
Besonders auffällig ist der Rückgang bei Verstößen gegen strafrechtliche Nebengesetze, zu denen auch das Betäubungsmittelgesetz zählt. Die Fälle in diesem Bereich verringerten sich um über 30 Prozent auf 369. Dies ist vor allem auf die Novellierung des Betäubungsmittelgesetzes zurückzuführen.
Die Diebstahlsdelikte bleiben mit etwa 29 Prozent aller Straftaten ein zentrales Problem, zeigen jedoch eine positive Entwicklung. Die Fallzahlen sanken um knapp acht Prozent auf 2.588. Besonders deutlich reduzierte sich die Zahl der Diebstähle unter erschwerenden Umständen, wie Einbruchsdelikte oder Diebstähle mit Waffen, um mehr als 17 Prozent. So gingen Wohnungseinbrüche um über 21 Prozent zurück, Einbrüche in Büros und Werkstätten um knapp 27 Prozent und in Gaststätten sowie Hotels sogar um fast 65 Prozent.
Auch bei Fahrraddiebstählen und Ladendiebstählen setzte sich der rückläufige Trend fort, während die Anzahl der gestohlenen Kraftwagen und Krafträder leicht anstieg. Positiv hervorzuheben ist der Rückgang schwerer Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen, die von 156 auf 115 Fälle zurückgingen.
Zunahme bei Sachbeschädigungen und Branddelikten
Im Bereich der Sachbeschädigungen wurde ein leichter Anstieg um 1,2 Prozent auf 1.469 Fälle registriert. Verantwortlich hierfür ist vor allem die Zunahme von Graffiti und Schmierereien um über 30 Prozent. Auch sonstige Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum, etwa an Straßenlaternen oder Abfallbehältern, nahmen zu. Im Gegensatz dazu gingen Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um fast 19 Prozent zurück.
Besorgniserregend zeigt sich der deutliche Anstieg bei Branddelikten: Die Anzahl der Fälle hat sich mit 171 mehr als verdoppelt gegenüber dem Vorjahr (83 Fälle). Die Gründe für diesen Anstieg wurden nicht näher erläutert.
Entwicklung bei Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie Betrugsfällen
Die Vermögens- und Fälschungskriminalität verzeichnete einen Rückgang von 5,3 Prozent auf 1.286 Fälle. Innerhalb dieses Bereichs stiegen jedoch die Urkundenfälschungen um knapp 28 Prozent an, während Unterschlagungen und Betrugsfälle zurückgingen. Betrugsdelikte bilden mit 848 Fällen weiterhin den größten Anteil.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auf die weiterhin hohe Gefährdung durch Betrugsmaschen hin, wie etwa den sogenannten Enkeltrick oder falsche Bankmitarbeiter, die Opfer zur Herausgabe von pushTANs verleiten. Die finanziellen Schäden können erheblich sein, weshalb die Polizei zu Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten rät und bei Zweifeln die Polizei unter der Nummer 110 kontaktiert.
Mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg um 36,9 Prozent auf 334 Fälle. Ein großer Teil davon betrifft die Verbreitung pornografischer Inhalte. Auffällig ist, dass 45 Prozent der Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre sind, bei etwa 20 Prozent sogar Kinder unter 14 Jahren. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 91 Prozent, was auf eine hohe Anzeigenbereitschaft und ein wachsendes Problembewusstsein in der Gesellschaft zurückzuführen ist.
Leicht rückläufige Körperverletzungsdelikte und steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte
Die sogenannten Rohheitsdelikte, darunter Körperverletzungen, Raub und Bedrohungen, verzeichneten einen leichten Rückgang von 1,3 Prozent auf 2.082 Fälle. Körperverletzungen gingen um 2,5 Prozent zurück, während die Raubstraftaten leicht anstiegen. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten ist mit 92 Prozent hoch.
Im Gegensatz zum allgemeinen Trend stiegen die Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte um 10,4 Prozent auf 85. Diese Delikte umfassen Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte.
Demografische Verteilung der Tatverdächtigen
Von den 4.430 Tatverdächtigen im Landkreis Rostock waren rund 71,5 Prozent männlich und etwa 28,5 Prozent weiblich. Etwa 20 Prozent hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit, wobei Personen aus der Ukraine, Syrien, Polen und Rumänien am häufigsten vertreten waren. 22,6 Prozent der Tatverdächtigen waren jünger als 22 Jahre. 124 Personen fielen durch fünf oder mehr Straftaten auf.
Fazit und Ausblick der Polizeiinspektion Güstrow
Der Leiter der Polizeiinspektion Güstrow betont, dass die Kriminalitätsentwicklung insgesamt positiv sei, jedoch die Veränderungen in der Art der Straftaten besondere Aufmerksamkeit erforderten. Insbesondere die Zunahme von Internetkriminalität und Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt stellt Herausforderungen dar.
Die Polizei setzt auf konsequente Ermittlungen, Prävention und Kooperation mit anderen Akteuren, um die Sicherheit im Landkreis Rostock weiter zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von häuslicher Gewalt, bei der viele Fälle Frauen und auch Kinder betreffen.

