Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat am Donnerstag, 19. März 2026, die mehrtägige länderübergreifende Antiterror- und Großlagenübung GETEX („Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise“) erfolgreich abgeschlossen. Den Abschluss bildete ein Zugriff von Spezialkräften auf ein Schiff vor der Ostseeküste, womit eine fiktive maritime Bedrohungslage beendet wurde. Die Übung stand unter dem Motto der Vorbereitung auf komplexe Bedrohungsszenarien mit terroristischem Hintergrund.
Umfangreiche Übung mit mehreren hundert Einsatzkräften
Über mehrere Tage hinweg trainierten mehrere hundert Einsatzkräfte an verschiedenen Orten die Bewältigung einer über Tage aufgebauten komplexen Gefahrenlage. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Sicherung kritischer Infrastruktur im maritimen Bereich, insbesondere Hafenanlagen und Schifffahrtsrouten, vor terroristischen Angriffen, Sabotage und Spionage. Die Übung zielte darauf ab, den Schutz dieser sensiblen Einrichtungen zu verbessern und die Einsatzfähigkeit der beteiligten Kräfte zu stärken.
Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden und Bundesländern
Die GETEX 2026 wurde von der Landespolizei Schleswig-Holstein organisiert und fand in enger Kooperation mit der Bundespolizei, der Bundeswehr sowie Einsatzkräften aus weiteren Bundesländern statt. Die Bundespolizei war unter der Leitung von Normen Großmann, Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, beteiligt, die Bundeswehr unter der Führung von Oberst Michael Skamel, Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein. Darüber hinaus nahmen Kräfte aus Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und des Technischen Hilfswerks teil. Die Bundesländer Hamburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern beteiligten sich mit eigenen Landesabschnitten dezentral.
Realitätsnahe Szenarien und Zielsetzung der Übung
Im Rahmen der GETEX wurden realitätsnahe Szenarien komplexer Gefahrenlagen durchgespielt, um die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg sowie die Verzahnung mit Bundesbehörden und kommunalen Partnern zu verbessern. Dabei wurde insbesondere die Erprobung von Einsatz- und Kommunikationskonzepten unter hoher Belastung angestrebt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nach Auswertung in zukünftige polizeiliche Strategien und Maßnahmen einfließen.
Fokus auf Drohnenabwehr und Schutz kritischer Infrastruktur
Ein weiterer Schwerpunkt der Übung lag auf dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Drohnenabwehr. Am 19. März 2026 wurden im Beisein von Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke sowie weiteren Gästen aus Politik und Sicherheitsbehörden die Detektion und der Abschuss einer Drohne vorgeführt. Schleswig-Holstein gilt hier als Vorreiter und hat in den Jahren 2024 und 2025 bereits Geräte zur Drohnenabwehr beschafft. Für 2026 sind weitere Haushaltsmittel für die Beschaffung von Drohnendetektions- und Abwehrtechnik vorgesehen. Die Bundeswehr und der Bund arbeiten gemeinsam mit den Ländern an einem konsequenten Ausbau der Drohnenabwehr.
Temporäre Flugbeschränkungen und Umgang mit privaten Drohnenflügen
Rund um die Übungsgebiete wurden temporäre Flugbeschränkungen eingerichtet, etwa im Bereich Heiligenhafen am 18. und 19. März 2026, wo Flüge von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen untersagt waren. Trotz dieser Regelungen kam es zu einigen privaten Drohnenflügen im betroffenen Luftraum. Die Einsatzkräfte konnten diese stoppen und die Drohnenpiloten ermitteln. Eine aktive Gefährdung wurde ausgeschlossen. Die Landespolizei dankt den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis hinsichtlich der zeitweisen Einschränkungen während der Übung.
Positive Bilanz und Ausblick
Landespolizeidirektorin Dr. Maren Freyher zog eine positive Bilanz der Übung und betonte, dass die Landespolizei Schleswig-Holstein gut auf komplexe Bedrohungslagen, auch maritime Szenarien, vorbereitet sei. Sie hob die Bedeutung einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller beteiligten Sicherheitsorganisationen hervor. Nur durch abgestimmtes Handeln und klare Kommunikation könnten außergewöhnliche Gefahrenlagen effektiv bewältigt werden. Die Erkenntnisse aus der GETEX 2026 sollen sorgfältig ausgewertet und in die zukünftige Arbeit einfließen, mit dem Ziel, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu gewährleisten.

