Am Montagabend kam es im Regionalexpress 3315 von Stralsund nach Berlin zu einem Zwischenfall, bei dem ein Fahrgast mehrere Scheiben des Zuges beschädigte und sich gegenüber Bundespolizisten aggressiv verhielt. Die Bundespolizeiinspektion Pasewalk wurde gegen 18:15 Uhr von der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn über zwei auffällige Personen im Zug informiert.
Störung im Zug führt zu Polizeieinsatz am Bahnhof Jatznick
Die gemeldeten Personen verhielten sich aggressiv und waren vermutlich ohne gültigen Fahrschein unterwegs. Kurz darauf wurde die Bundespolizei darüber informiert, dass der Zug am Bahnhof Jatznick hielt, da eine Person am hinteren Teil des Zuges mehrere Scheiben eingeschlagen haben soll. Daraufhin rückten Einsatzkräfte der Bundespolizei Pasewalk mit Sonder- und Wegerechten zum Bahnhof aus.
Festnahme nach Sachbeschädigung und aggressivem Verhalten
Die Beamten trafen um 18:43 Uhr am Bahnhof Jatznick ein und nahmen Kontakt mit dem Zugpersonal auf. Im letzten Wagen des Zuges wurde ein 25-jähriger Mann festgestellt, der sich den Aufforderungen der Polizei nicht entsprach und verbal aggressiv reagierte. Als er versuchte, einen Beamten zu greifen, wurde er zu Boden gebracht und von vier Einsatzkräften fixiert und gefesselt. Der Mann sperrte sich weiterhin gegen die Maßnahmen und beleidigte die Beamten mehrfach.
Mehrere Scheiben im Zug beschädigt
Im Zugabteil wurden insgesamt sechs beschädigte Scheiben festgestellt, zwei davon waren gesprungen. Die Beschädigungen wurden offenbar mit einem entwendeten Nothammer verursacht. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand – weder die Einsatzkräfte noch der Tatverdächtige.
Personen- und Identitätsprüfung
Bei der Durchsuchung des Mannes wurden ein gültiger türkischer Reisepass, ein türkischer Führerschein, eine Krankenkassenkarte sowie eine vorläufige Bescheinigung über die Aussetzung der Abschiebung gefunden. Die Duldung war aufgrund fehlender Heimreisedokumente ausgestellt worden. Eine anschließende Fahndungsüberprüfung ergab, dass der Mann zur Ingewahrsamnahme durch die Polizei Berlin ausgeschrieben war, um ihn zu einem Krankenhaus zu bringen.
Weitere polizeiliche Maßnahmen und Ermittlungen
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Tatverdächtige durch die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern in Gewahrsam genommen. Gegen ihn wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung, Erschleichen von Leistungen, Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln sowie Duldungserschleichung ermittelt.
Auswirkungen auf den Zugverkehr
Der Regionalexpress 3315 konnte seine Fahrt mit einer Verspätung von 49 Minuten in Richtung Berlin fortsetzen. Die Bundespolizei war mit mehreren Kräften vor Ort, um die Situation zu beruhigen und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten.
Zusammenfassung
Der Vorfall im Regionalexpress bei Jatznick unterstreicht die Herausforderungen bei der Gewährleistung der Sicherheit im Bahnverkehr. Die Bundespolizei reagierte schnell und konsequent auf die Störung, die durch einen aggressiven Fahrgast verursacht wurde. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem Tatablauf dauern an.

