Die Sozialgerichtsbarkeit Nordrhein-Westfalen ist am 16. März 2026 offiziell dem Präventionsnetzwerk #sicherimDienst beigetreten. Mit diesem Schritt setzt die Justiz in Nordrhein-Westfalen ein klares Zeichen für den Schutz ihrer Beschäftigten und für einen respektvollen, gewaltfreien Umgang im öffentlichen Dienst.
Schutz der Beschäftigten im Fokus
Gerichte gelten als Orte der Rechtsstaatlichkeit und sachlichen Auseinandersetzung. Dennoch sind die Beschäftigten der Justiz zunehmend mit herausfordernden Situationen konfrontiert, insbesondere im Kontakt mit Verfahrensbeteiligten. Der Beitritt zum Präventionsnetzwerk ermöglicht es den acht Sozialgerichten sowie dem Landessozialgericht, sich enger mit anderen Behörden und Institutionen zu vernetzen, um gemeinsam Strategien zur Prävention von Gewalt und Bedrohungen zu entwickeln und umzusetzen.
Kick-Off-Veranstaltung mit Experten
Im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung wurden die Fachkompetenzen des Netzwerks #sicherimDienst gebündelt. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen, darunter das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität, das Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz des Polizeipräsidiums Essen sowie das Fachreferat Z 3 des Ministeriums der Justiz, stellten praxisnahe Konzepte und Maßnahmen zum Gewaltschutz vor.
Ein Schwerpunkt lag auf der Wahrnehmung und Einschätzung von Gefahrensituationen, dem sogenannten „Gefahrenradar“. Zudem wurden Gewaltschutztrainings vorgestellt, die bereits im Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität erfolgreich angewendet werden. Die Teilnehmenden erhielten außerdem Informationen zu Anforderungen an eine sichere Büroausstattung und zu Handlungsmöglichkeiten von der Anzeigeerstattung bis hin zum Notruf.
Unterstützung bei traumatischen Erlebnissen
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Veranstaltung war die Vorstellung der Trauma-Hotline der Justiz. Die Teilnehmenden wurden darin geschult, wie Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen traumatisierte Beschäftigte nach gewalttätigen oder belastenden Erlebnissen im Dienst einfühlsam ansprechen, gezielt unterstützen und in passende Hilfsangebote einbinden können.
Gemeinsames Ziel: Sicheres Arbeitsumfeld
Der Präsident des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, Dr. Jens Blüggel, betonte die Bedeutung des Beitritts: „Die Sicherheit unserer Beschäftigten hat für uns höchste Priorität. Durch die Mitarbeit im Präventionsnetzwerk #sicherimDienst können wir Erfahrungen teilen, voneinander lernen und unsere Schutzmaßnahmen kontinuierlich verbessern.“
Das Netzwerk bringt Behörden, Kommunen und Organisationen aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen, um Präventionsmaßnahmen zu bündeln, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst besser zu schützen. Neben dem Erfahrungsaustausch stehen Sensibilisierung, Fortbildung und die Entwicklung praxisnaher Konzepte im Mittelpunkt.
Engagement gegen Gewalt im öffentlichen Dienst
Mit dem Beitritt unterstreicht die Sozialgerichtsbarkeit Nordrhein-Westfalen ihr Engagement für ein sicheres und respektvolles Arbeitsumfeld. Gewalt und Bedrohungen gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst sollen keinen Platz haben. Das Präventionsnetzwerk #sicherimDienst unterstützt dabei mit fachlicher Expertise und praktischen Maßnahmen.
Insgesamt stellt der Beitritt einen wichtigen Schritt dar, um die Arbeitsbedingungen für Justizbeschäftigte zu verbessern und die Prävention von Gewalt im öffentlichen Dienst weiter voranzutreiben.

