Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine insgesamt positive Entwicklung der Sicherheitslage im Oldenburger Münsterland, dennoch gibt es besorgniserregende Trends, insbesondere bei Messerangriffen und häuslicher Gewalt.
Leichter Rückgang der Gesamtkriminalität und steigende Aufklärungsquote
Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta insgesamt 12.624 Straftaten registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 2,07 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 12.891 Fällen. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, liegt mit 3.902 auf dem zweitniedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote konnte auf 65,55 Prozent gesteigert werden, was einen Anstieg von 1,19 Prozentpunkten im Vergleich zu 2024 bedeutet.
Verteilung der Straftaten nach Deliktsbereichen
Die meisten registrierten Fälle entfielen mit 4.427 Taten auf Diebstahlsdelikte, was einem Anteil von 35,07 Prozent entspricht. Darauf folgen sonstige Straftaten wie Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche mit 2.521 Fällen (19,97 Prozent). Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden 2.344-mal erfasst (18,57 Prozent), während Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 2.334 Fällen (18,49 Prozent) den vierten Platz einnehmen.
Kapitaldelikte und Sexualstraftaten
Im Bereich der Straftaten gegen das Leben, zu denen Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung gehören, wurden sechs Fälle mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent registriert, was einen Rückgang gegenüber elf Fällen im Vorjahr bedeutet. Die Zahl der Sexualdelikte sank von 464 auf 420 Fälle, bei einer konstant hohen Aufklärungsquote von 93,81 Prozent. Zu diesen Delikten zählen unter anderem sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung und Kinderpornografie.
Rohheitsdelikte und Messerangriffe im Fokus
Die Anzahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit ging um 90 Fälle auf 2.344 zurück. Allerdings ist die Zahl der Angriffe mit Messern deutlich gestiegen. Während im Jahr 2024 noch 51 Messerangriffe registriert wurden, stieg diese Zahl 2025 auf 82 an. Trotz einer Aufklärungsquote von 92,68 Prozent bleibt diese Entwicklung ein ernstzunehmendes Problem für die Polizeiinspektion.
Anstieg bei Wohnungseinbruchdiebstählen
Nach mehreren Jahren des Rückgangs wurde 2025 ein leichter Anstieg bei Wohnungseinbruchdiebstählen verzeichnet. Insgesamt wurden 214 Fälle registriert, 60 mehr als im Vorjahr. Davon blieben 78 Taten im Versuchsstadium, was auf eine verbesserte Einbruchsprävention und erhöhte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung hindeutet. Die dunkle Jahreszeit und günstige Tatbedingungen wie nicht geleerte Briefkästen oder offene Fenster begünstigen weiterhin diese Straftaten.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamte ist leicht zurückgegangen, von 79 auf 60 Fälle. Dennoch bleibt die Gesamtzahl der Polizeibeamten, die Opfer von Gewalt wurden, mit 170 Fällen weiterhin hoch. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der leicht verletzten Einsatzkräfte von 18 auf 34. Schwerverletzte gab es glücklicherweise keine.
Häusliche Gewalt nimmt zu
Ein deutlicher Anstieg wurde bei den Fällen häuslicher Gewalt festgestellt. Im Jahr 2025 wurden 933 Fälle mit 911 Opfern registriert, gegenüber 840 Fällen im Vorjahr. Die meisten Opfer (669) sind weiblich. Während die Fälle familiärer Konflikte konstant blieben, stiegen die Gewaltdelikte in (Ex-)Partnerschaften von 490 auf 563 an. Ein Todesfall in diesem Zusammenhang wurde ebenfalls verzeichnet. Die Polizei betont, dass die PKS nur das sogenannte Hellfeld abbildet und die Dunkelziffer deutlich höher liegt.
Entwicklung bei der Jugendkriminalität
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die als Tatverdächtige ermittelt wurden, stieg leicht auf 995 Fälle. Besonders auffällig ist ein Anstieg bei der Verbreitung pornographischer Schriften sowie bei Fällen sexueller Belästigung. Im Bereich Diebstahl gab es ebenfalls einen leichten Zuwachs, während Körperverletzungsdelikte und Bedrohungen bei Jugendlichen zurückgingen.
Fazit und Ausblick
Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta zieht ein insgesamt positives Fazit zur Sicherheitslage im Oldenburger Münsterland. Die Gesamtkriminalität ist rückläufig und die Aufklärungsquote steigt. Dennoch stellen die Zunahme von Messerangriffen, häuslicher Gewalt und die Gewalt gegen Einsatzkräfte ernste Herausforderungen dar. Die Polizei kündigt an, diese Delikte weiterhin konsequent zu bekämpfen und die Prävention zu verstärken, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten.

