Das Polizeikommissariat Jever hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen belegen einen deutlichen Rückgang der registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich, der die Städte Jever und Schortens sowie die Gemeinden Sande, Wangerland und die Insel Wangerooge umfasst. Insgesamt wurden 2.338 Straftaten erfasst, was einem Rückgang von 152 Fällen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit wurde der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht.
Rückläufige Fallzahlen und hohe Aufklärungsquote
Die Gesamtzahl der Straftaten sank von 2.490 im Jahr 2024 auf 2.338 im Jahr 2025. Dies bedeutet eine positive Trendwende nach einem leichten Anstieg in den Jahren 2022 und 2023. Die Aufklärungsquote liegt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau von 69,38 Prozent, was deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 62,72 Prozent liegt. Insgesamt konnten 1.622 Fälle aufgeklärt werden.
Regionale Entwicklungen in den Städten und Gemeinden
Der Rückgang der Straftaten zeigt sich überwiegend in allen Bereichen des Zuständigkeitsgebiets. In Schortens sank die Zahl der registrierten Delikte um 65 auf 780 Fälle. Wangerland verzeichnete mit 347 Fällen einen leichten Rückgang gegenüber 362 im Vorjahr. In Sande blieb die Zahl mit 439 Fällen nahezu konstant (Vorjahr 436), während auf der Insel Wangerooge ein Anstieg von 75 auf 91 Fälle zu verzeichnen war. Die Stadt Jever verzeichnete einen deutlichen Rückgang um 91 Fälle auf 681 Straftaten.
Entwicklung der Häufigkeitszahl
Die Häufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner angibt, sank im Bereich des Polizeikommissariats Jever auf 4.285 (Vorjahr 4.531). Zum Vergleich: Im Bereich der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland beträgt dieser Wert 6.831. Die Zahlen bestätigen weiterhin ein vergleichsweise niedriges Kriminalitätsniveau in der Region.
Diebstahlsdelikte und Wohnungseinbruch
Der Rückgang der Straftaten spiegelt sich auch bei den Diebstahlsdelikten wider. Insgesamt wurden 580 Fälle registriert, 52 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 8,97 Prozent entspricht. Besonders erfreulich ist der Rückgang bei Wohnungseinbruchsdiebstählen, die für die Betroffenen oft eine große Belastung darstellen. Zudem scheitert mehr als ein Drittel der Einbruchsversuche, was auf verbesserte Sicherungsmaßnahmen und technischen Einbruchsschutz hindeutet.
Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Auch bei Rohheitsdelikten, zu denen Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit zählen, ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt wurden 495 Fälle registriert, 39 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 7,88 Prozent entspricht. Die Körperverletzungsdelikte gingen um 3,71 Prozent auf 337 Fälle zurück. Die einfachen Körperverletzungen machen mit 257 Fällen den größten Anteil aus.
Weitere Deliktsbereiche und Tatmittel
Im Bereich der Straftaten mit Messereinsatz wurden 24 Fälle registriert, was einen Rückgang gegenüber 36 Fällen im Vorjahr bedeutet. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 83,33 Prozent. Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte, insbesondere Betrugsdelikte, ist hingegen ein leichter Anstieg um 7,04 Prozent auf 441 Fälle zu verzeichnen. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen auf 96 Fälle, ein Zuwachs von 25 Fällen gegenüber dem Vorjahr.
Statistische Angaben zu Tatverdächtigen und Jugendkriminalität
Im Berichtsjahr wurden 1.386 Tatverdächtige ermittelt, davon 1.110 mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die Altersstruktur zeigt, dass der Großteil der Tatverdächtigen Erwachsene ab 21 Jahren sind (77,42 Prozent). Kinder und Jugendliche machen zusammen rund 15,66 Prozent aus. Die Kinder- und Jugendkriminalität spiegelt sich in der Gesamtzahl der registrierten Straftaten wider, die im Jahr 2025 bei 2.338 Fällen lag.
Häusliche Gewalt und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
Im Bereich häuslicher Gewalt wurden 151 Fälle erfasst, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Definition von häuslicher Gewalt wurde bundesweit vereinheitlicht, was den Vergleich mit Vorjahren erschwert. Im Bereich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte stieg die Zahl der Fälle leicht von 19 auf 21 an, ein rückläufiger Trend ist hier noch nicht erkennbar.
Prävention und Beratung als wichtige Säulen der Polizeiarbeit
Das Polizeikommissariat Jever setzt neben repressiven Maßnahmen verstärkt auf Prävention und Beratung. Kostenfreie Angebote zur Einbruchschutzberatung und Verhaltenshinweisen zur Vermeidung von Betrugsdelikten stehen Bürgerinnen und Bürgern offen. Ansprechpartnerin für Präventionsfragen im Bereich Jever ist Polizeihauptkommissarin Anja Kienetz. Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland bietet zudem umfassende Beratungen an, um die Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.
Die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 unterstreichen die stabile Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Jever und das hohe Engagement der Polizei sowie der Bürgerinnen und Bürger bei der Aufklärung von Straftaten.

