Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Insgesamt wurden 12.034 Straftaten registriert, was einen leichten Rückgang gegenüber 12.242 Fällen im Jahr 2024 bedeutet. Im Vergleich zum Jahr 2023 mit 14.272 Fällen liegt die Gesamtkriminalität damit um rund 15,7 Prozent niedriger.
Entwicklung der Fallzahlen und Aufklärungsquote
Die Gesamtkriminalität zeigt seit 2023 eine abnehmende Tendenz. Von 2023 auf 2024 sank die Zahl der registrierten Straftaten um etwa 14,2 Prozent, von 2024 auf 2025 nochmals um 1,7 Prozent. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 67,76 Prozent und ist damit leicht rückläufig gegenüber 69,61 Prozent im Vorjahr.
Hauptgruppen der Straftaten
Die Diebstahlsdelikte stellen mit 3.583 Fällen weiterhin den größten Anteil an der Gesamtkriminalität dar (29,77 Prozent). Es folgen sonstige Straftatbestände mit 3.084 Fällen (25,63 Prozent) sowie Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 2.587 Fällen (21,50 Prozent). Zusammen machen diese drei Gruppen rund 77 Prozent aller Straftaten aus. Die Bereiche Vermögens- und Fälschungsdelikte (1.741 Fälle), strafrechtliche Nebengesetze (669 Fälle), Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (362 Fälle) und Straftaten gegen das Leben (8 Fälle) bilden die weiteren Hauptgruppen.
Gewaltkriminalität und häusliche Gewalt
Die Gewaltkriminalität blieb mit 545 Fällen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 85,32 Prozent. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt von 860 im Jahr 2024 auf 941 im Jahr 2025 gestiegen, was einem Anstieg von 9,4 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 827 Opfer häuslicher Gewalt erfasst, darunter 581 weibliche und 246 männliche Personen. Die Polizei betont die Bedeutung einer engen Vernetzung von Hilfsangeboten und konsequentem Einschreiten zum Schutz der Betroffenen.
Straftaten gegen Polizeibeamte und Straßenkriminalität
Die Zahl der Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und -beamte lag 2025 bei 94 Fällen, leicht unter dem Vorjahreswert von 97. Dabei wurden 57 Einsatzkräfte verletzt. Die Straßenkriminalität zeigt weiterhin Schwankungen, bewegt sich aber im Rahmen der allgemeinen Entwicklungen. Auch die Jugendkriminalität verzeichnet leichte Veränderungen, vor allem bei Rohheits- und Eigentumsdelikten.
Internetkriminalität und digitale Delikte
Die Straftaten unter Nutzung des Internets gingen weiter leicht zurück. Nach 1.004 Fällen im Jahr 2023 und 939 im Jahr 2024 wurden 2025 insgesamt 925 Fälle registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 87,78 Prozent. Betrugsdelikte, Datenmissbrauch und andere digitale Tatformen prägen diesen Bereich weiterhin maßgeblich.
Opfer und Tatverdächtige
Im Jahr 2025 wurden 3.002 Straftaten mit Opfern erfasst, was einen Anstieg gegenüber 2.896 Fällen im Vorjahr bedeutet. Die Gesamtzahl der Opfer stieg von 3.482 auf 3.585 Personen. Die Zahl der Tatverdächtigen lag bei 5.533, was einem Anstieg von 195 im Vergleich zu 2024 entspricht. Rund 24,3 Prozent der Tatverdächtigen hatten keinen deutschen Staatsangehörigkeitsstatus. Die Altersstruktur zeigt, dass der Großteil der Tatverdächtigen Erwachsene sind, gefolgt von Jugendlichen und Heranwachsenden.
Kriminalitätsentwicklung im Stadtgebiet Wilhelmshaven
Im Stadtgebiet Wilhelmshaven wurden 2025 insgesamt 7.491 Straftaten registriert, was einen leichten Anstieg von 2,0 Prozent gegenüber 2024 bedeutet, aber weiterhin deutlich unter dem Wert von 2023 liegt. Die Häufigkeitszahl, also die Straftaten pro 100.000 Einwohner, liegt bei 9.890. Die Diebstahlsdelikte sind mit 2.403 Fällen am häufigsten, gefolgt von sonstigen Straftaten und Rohheitsdelikten. Die Gewaltkriminalität stieg leicht auf 380 Fälle, die Aufklärungsquote liegt bei 86,58 Prozent.
Branddelikte und Messerangriffe
Das Brandgeschehen in Wilhelmshaven hat 2025 mit 134 Branddelikten einen deutlichen Anstieg erfahren, insbesondere bei Sachbeschädigungen durch Feuer und Brandstiftungen. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe „Lux“ eingerichtet, die nach aktuellem Stand eine 25-jährige Frau als Hauptverantwortliche identifiziert hat. Messerangriffe bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau mit 154 Fällen im Jahr 2025, nachdem es 2024 einen vorübergehenden Rückgang gab. Die Aufklärungsquote liegt bei 89,61 Prozent.
Polizeiliche Einschätzung und Ausblick
Leitender Polizeidirektor Jörg Beensen bewertet die Entwicklung als insgesamt positiv hinsichtlich der sinkenden Gesamtkriminalität, weist aber auf steigende Fallzahlen in den Bereichen häusliche Gewalt und Rohheitsdelikte hin. Die Polizei betont die Bedeutung konsequenter Maßnahmen, frühzeitiger Erkennung von Entwicklungen und enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

