Im Bereich Wolgast und Umgebung sind seit dem 26. März 2026 vermehrt sogenannte Schockanrufe bei der Polizei gemeldet worden. Die Anrufer geben sich dabei als Polizeibeamte oder als Angehörige der Angerufenen aus und versuchen, insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger emotional unter Druck zu setzen. Ziel der Täter ist es, die Betroffenen zur Herausgabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen.
Modus Operandi der Täter
Die bislang unbekannten Anrufer behaupten in den Gesprächen, dass ein naher Angehöriger in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt sei und eine hohe Kaution erforderlich werde, um eine Haft zu verhindern. In mindestens einem Fall wurden die Opfer sogar von zwei Personen kontaktiert: Eine gab sich als Familienmitglied aus, die andere als Polizeibeamter. Diese perfide Vorgehensweise soll die Glaubwürdigkeit der Geschichte erhöhen und die Opfer zu schnellen, unüberlegten Handlungen verleiten.
Polizei berichtet von bisher glücklicherweise ohne Schaden abgebrochenen Gesprächen
In allen bislang bekannten Fällen wurden die Telefonate von den Angerufenen frühzeitig beendet, sodass kein finanzieller Schaden entstanden ist. Die Polizei betont jedoch, dass die Täter emotional sehr geschickt vorgehen und die Mitteilungen glaubhaft vermitteln können. Daher ist besondere Vorsicht geboten.
Wichtige Verhaltenstipps der Polizei
Die Polizei gibt folgende Empfehlungen, um sich vor der Betrugsmasche zu schützen:
- Versuchen Sie, das angeblich betroffene Familienmitglied unter der gewohnten Rufnummer direkt zu kontaktieren, um die Echtheit der Nachricht zu überprüfen.
- Sprechen Sie am Telefon niemals über Ihre finanziellen Verhältnisse oder geben Sie keine Auskünfte zu Bargeld und Wertsachen.
- Beenden Sie das Gespräch möglichst schnell, wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Schockanruf handelt.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder zu schnellen Entscheidungen drängen.
- Die Polizei wird Sie niemals telefonisch kontaktieren, um Geldforderungen zu stellen oder Kautionen zu verlangen.
- Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei.
Polizei als Ansprechpartner und Informationsquelle
Die Polizei weist darauf hin, dass weitere Informationen und Präventionstipps zum Thema Schockanrufe auf der Website www.polizei-beratung.de verfügbar sind. Dort finden Betroffene und Angehörige hilfreiche Hinweise, wie sie sich vor dieser Betrugsform schützen können.
Kontaktmöglichkeiten bei Verdacht auf Schockanrufe
Wer verdächtige Anrufe erhält oder unsicher ist, kann sich an das Polizeirevier Wolgast wenden. Dort stehen Ansprechpartner bereit, um Hinweise entgegenzunehmen und Betroffene zu beraten. Außerhalb der Bürozeiten ist die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg erreichbar.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig nachzufragen. Die Betrugsmasche der Schockanrufe stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar, der nur mit Aufmerksamkeit und Vorsicht begegnet werden kann.

