Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen warnt aktuell vor einer Zunahme von Betrugsdelikten im Zusammenhang mit Online-Kleinanzeigen. In den vergangenen Monaten kam es vermehrt zu Fällen, bei denen Betrüger über gefälschte Zahlungsseiten sensible Daten von Verkäufern abgriffen und so hohe Vermögensschäden verursachten.
Modus Operandi der Täter
Die Masche der Betrüger ist dabei immer ähnlich: Nach Einstellung eines Verkaufsangebots auf Online-Plattformen melden sie sich meist kurz darauf bei den Verkäufern. Ohne Verhandlung oder Rückfragen senden sie einen Link oder QR-Code zu, der angeblich den sicheren Bezahlvorgang gewährleisten soll. In Wirklichkeit führen diese Verweise auf sogenannte Phishing-Seiten, die täuschend echt aussehen und die Verkaufsplattformen imitieren.
Auf diesen gefälschten Websites werden die Nutzer aufgefordert, ihre Zugangsdaten zum Onlinebanking einzugeben. Mit diesen Informationen verschaffen sich die Betrüger Zugang zu den Konten der Geschädigten und können so Geldbeträge abzweigen. Besonders problematisch ist, dass viele Überweisungen ins Ausland erfolgen, was eine Rückholung der Gelder erschwert.
Gefahr auch bei Kontaktaufnahme per E-Mail und WhatsApp
Die Betrugsversuche beschränken sich nicht nur auf die Nachrichtenfunktionen der Verkaufsplattformen. Auch bei der Kontaktaufnahme über E-Mail oder WhatsApp werden ähnliche Vorgehensweisen beobachtet. Die Betrüger senden auch hier Links oder QR-Codes zu gefälschten Bezahlseiten, um an die Zugangsdaten der Nutzer zu gelangen.
Wichtige Sicherheitshinweise der Polizei
Die Polizei gibt in diesem Zusammenhang mehrere Empfehlungen, um sich vor der Betrugsmasche zu schützen:
- Keine Links anklicken, die im Zusammenhang mit Kaufabwicklungen zugesandt werden.
- Nur die offiziellen Bezahlfunktionen der jeweiligen Verkaufsplattform nutzen.
- Keine sensiblen Bankdaten oder TAN auf externen Internetseiten eingeben.
- Vor jeder TAN-Freigabe genau prüfen, welcher Auftrag tatsächlich autorisiert wird.
- Bei verdächtigen Abbuchungen sofort die Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.
Besondere Vorsicht bei E-Mails und QR-Codes
Im Umgang mit E-Mails, die angeblich von Käufern stammen, sollte die Absenderadresse genau überprüft werden. Der Anzeigename allein ist kein zuverlässiger Hinweis, da dieser frei wählbar ist. Auch sollten Links und QR-Codes vor dem Anklicken oder Scannen überprüft werden, beispielsweise durch das Halten des Mauszeigers über den Link oder durch Kontrolle der Adresszeile im Browser.
Eine echte „Sicher Bezahlen“-Methode erfordert niemals die Eingabe von Nutzernamen und Passwort für das Onlinebanking, sondern fragt höchstens die IBAN ab. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, um Phishing-Seiten zu erkennen.
Polizei empfiehlt bei Verdacht schnelle Reaktion
Die Polizei rät Betroffenen, bei Verdacht auf Betrug umgehend ihre Bank zu informieren und eine Anzeige zu erstatten. Je schneller gehandelt wird, desto größer sind die Chancen, weiteren Schaden zu verhindern. Die Ermittlungsbehörden arbeiten daran, die Täter zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen.
Fazit: Wachsamkeit bei Online-Kleinanzeigen ist unerlässlich
Die zunehmenden Betrugsfälle zeigen, wie wichtig es ist, bei Online-Verkaufsaktivitäten besonders vorsichtig zu sein. Nutzer sollten niemals vorschnell Links oder QR-Codes anklicken und nur die offiziellen Zahlungswege der Plattformen nutzen. Sensible Daten gehören niemals auf externe Seiten eingegeben.
Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen steht für Rückfragen und Hinweise unter den bekannten Kontaktdaten zur Verfügung und bittet die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit beim Online-Handel.
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