In den vergangenen Tagen wurden in Cloppenburg und Goldenstedt zwei Fälle eines besonders hinterhältigen Betrugs bekannt. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta warnt vor der sogenannten „Geschirrhandtuch“-Masche, bei der Täterinnen und Täter Opfer im öffentlichen Raum ansprechen und durch geschickte Gesprächsführung zu Geldübergaben bewegen.
Vorgehen der Täterinnen und Täter
Die Betrügerinnen und Betrüger treten meist in Fußgängerzonen oder auf Parkplätzen an Passanten heran und schildern eine vermeintliche Notlage. Dabei werden häufig familiäre Probleme oder Krankheitsbilder von Angehörigen als Vorwand genutzt, um Mitleid zu erwecken und das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. In den Fällen in Cloppenburg und Goldenstedt gelang es den Tätern, auf reale familiäre Sachverhalte der Opfer Bezug zu nehmen, um die Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte zu erhöhen.
Die „Geschirrhandtuch“-Masche im Detail
Im Kern der Masche steht die Behauptung, dass das zuhause aufbewahrte Bargeld oder andere Vermögenswerte „unrein“ oder „verflucht“ seien und dadurch die familiäre Notlage verursacht würden. Den Opfern wird ein „reinigendes Ritual“ angeboten, bei dem die Geldbeträge und Wertsachen in ein Geschirrhandtuch eingewickelt und abgeholt werden sollen. Später treffen sich Opfer und Täter an einem vereinbarten Ort, um das Ritual gemeinsam durchzuführen.
Während dieses Treffens kommt es zu einem Tausch der Vermögenswerte. Die Opfer erhalten hierbei statt ihres Geldes oder anderer Wertgegenstände lediglich ein mit Servietten gefülltes Geschirrhandtuch zurück. Die Täter entfernen sich anschließend unerkannt, während die Opfer erst später den Betrug bemerken.
Finanzieller Schaden und polizeiliche Ermittlungen
Aus den bisher bekannten Fällen entstand ein finanzieller Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Polizei hat in beiden Fällen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs aufgenommen und bittet die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit.
Warnung und Verhaltensempfehlungen
Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weist ausdrücklich darauf hin, sich nicht auf derartige Gespräche einzulassen. Besonders wichtig ist es, keine sensiblen Informationen über die eigene Familie oder finanzielle Verhältnisse preiszugeben. Auch sollte man sich nicht von weiteren anwesenden Personen beeinflussen lassen, die den Erfolg der angeblichen Rituale bestätigen wollen.
Im Verdachtsfall oder bei Beobachtung verdächtiger Personen oder Fahrzeuge wird dringend empfohlen, umgehend die Polizei unter der Telefonnummer 04471/18600 zu informieren.
Fazit
Die „Geschirrhandtuch“-Masche stellt eine perfide Betrugsform dar, die auf psychologische Manipulation und Täuschung setzt. Die Polizei rät zur Vorsicht und empfiehlt, bei ungewöhnlichen Gesprächssituationen im öffentlichen Raum skeptisch zu bleiben. Eine schnelle Meldung an die Behörden kann helfen, weitere Opfer zu verhindern und die Täter zu ermitteln.

