Die Polizeiinspektion Gifhorn hat nach einem aktuellen Betrugsfall erneut vor einer perfiden Masche im Zusammenhang mit angeblichen Lotto- oder Gewinnspielverträgen gewarnt. Dabei setzen die Täter ihre Opfer am Telefon gezielt unter Druck, um persönliche Daten und Zahlungen zu erlangen.
Ermittlungsfall einer 25-Jährigen aus dem Landkreis Gifhorn
Ausgangspunkt der Warnung ist ein Fall, bei dem eine 25-jährige Frau aus dem Landkreis Gifhorn bereits im Februar von einer unbekannten Mobilfunknummer angerufen wurde. Ein männlicher Anrufer behauptete, mit ihrer E-Mail-Adresse sei ein Lotto-Abo abgeschlossen worden. Um eine angebliche Jahresabbuchung in Höhe von 1.250 Euro zu vermeiden, müsse sie nun ein monatliches Abo für 96 Euro abschließen.
Der Anrufer trat dabei massiv drängend und einschüchternd auf, sodass die Frau schließlich ihre IBAN preisgab und sich zur telefonischen Bestätigung der vermeintlichen Vertragsbedingungen veranlasst sah. Am Ende des Gesprächs kündigte der Mann an, dass die entsprechenden Vertragsunterlagen per Post zugesandt würden.
Vertragsunterlagen und unberechtigte Abbuchungen
Wenige Tage später erhielt die Frau tatsächlich Unterlagen zu einem angeblichen Vertragsabschluss. Zudem wurde bereits Geld von ihrem Konto abgebucht. Daraufhin erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Die Ermittler gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass es sich um eine typische Betrugsmasche handelt, bei der den Angerufenen ein bereits bestehender Vertrag oder eine frühere Teilnahme an einem Gewinnspiel vorgetäuscht wird.
Die Täter versuchen, die Opfer zu verunsichern und glauben zu machen, sie seien bereits zahlungspflichtig. Anschließend wird eine vermeintlich günstigere Lösung angeboten, die jedoch dazu dient, sensible Daten zu erlangen oder Zahlungen zu veranlassen.
Empfehlungen der Polizei zum Schutz vor Betrugsversuchen
Die Polizei gibt wichtige Hinweise, wie man sich vor dieser und ähnlichen Maschen schützen kann:
- Bei Anrufen mit angeblichen Lotto-, Gewinnspiel- oder Vertragsanfragen sofort auflegen.
- Keine persönlichen Daten, Bankdaten, TANs, Passwörter oder telefonische Bestätigungen herausgeben.
- Sich nicht unter Druck setzen lassen – weder durch Fristen noch durch Drohungen oder Forderungen.
- Nicht vorschnell zustimmen oder Datenabgleiche mit unbekannten Anrufern durchführen.
- Regelmäßig das eigene Konto auf unberechtigte Abbuchungen prüfen.
- Verdächtige Anrufe dokumentieren (Datum, Uhrzeit, Rufnummer, Gesprächsinhalt) und der Polizei melden.
Handeln bei bereits erfolgter Datenweitergabe
Wer bereits persönliche Daten, Kontoinformationen oder eine Zustimmung am Telefon gegeben hat, sollte umgehend reagieren. Dazu gehört insbesondere, das Konto auf unautorisierte Abbuchungen zu überprüfen und gegebenenfalls sofort Kontakt mit der Bank aufzunehmen, um weitere Zahlungen zu verhindern. Zusätzlich sollte der Vorfall bei der Polizei angezeigt werden, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen und andere potenzielle Opfer zu schützen.
Hintergrund der Betrugsmasche
Diese Art von Betrug ist nicht neu, gewinnt jedoch immer wieder neue Varianten. Die Täter nutzen die Angst und Verunsicherung der Angerufenen aus, indem sie behaupten, es bestehe bereits ein kostenpflichtiger Vertrag. Die vermeintliche „Lösung“ durch den Abschluss eines neuen Abos ist in Wirklichkeit eine Falle, um an Geld oder Daten zu gelangen.
Die Polizei im Landkreis Gifhorn appelliert daher an die Bevölkerung, wachsam zu sein und bei verdächtigen Anrufen sofort die Polizei zu informieren. Nur so kann man sich vor finanziellen Schäden schützen und die Betrüger zur Rechenschaft ziehen.
- Gerhard Dammann zum Ehrenkommissar ernannt – langjähriges Engagement für Polizei und Kultur gewürdigt
- Polizei ermittelt nach Schusswaffendelikten in Hamburg-Schnelsen – Drei Tatverdächtige identifiziert
- Großkontrolle auf der A2: Polizei Braunschweig überprüft gewerblichen Verkehr mit internationaler Unterstützung

