In Niederstotzingen kam es in der vergangenen Woche zu einem Fall von mutmaßlichem gewerbsmäßigen Wucher im Zusammenhang mit Dachreparaturen. Zwei Männer, die sich an Senioren wandten, führten Arbeiten an einem Schuppendach durch und stellten anschließend eine unverhältnismäßig hohe Rechnung aus. Die Polizei nahm die Verdächtigen vorläufig fest und ermittelt nun gegen sie.
Ansprechen der Senioren im eigenen Garten
Die Tat ereignete sich am vergangenen Mittwoch, als zwei Männer, beide rumänische Staatsbürger im Alter von 31 und 25 Jahren, die Senioren in ihrem Garten auf dringend notwendige Reparaturen am Dach eines Schuppens aufmerksam machten. Ohne vorherige Absprache oder Angebot begannen sie unmittelbar mit den Arbeiten.
Überhöhte Forderung und Druckausübung
Im Verlauf der Arbeiten sollen die Männer die Hausbesitzer unter Druck gesetzt haben, um die Reparaturleistungen zu akzeptieren. Die Forderung für die Arbeiten belief sich auf insgesamt 10.000 Euro, ein Betrag, der nach Angaben der Polizei deutlich überhöht war. Einen Teil der Summe bezahlten die Senioren noch in der vergangenen Woche, während der Restbetrag für den folgenden Montag vorgesehen war.
Anzeige durch Angehörige und polizeiliches Einschreiten
Erst nachdem eine Angehörige von den Reparaturarbeiten erfahren hatte, wurde die Polizei informiert. Am Montag, als die Männer zur Abholung des ausstehenden Betrags erschienen, wartete die Polizei bereits vor Ort und nahm die beiden Tatverdächtigen vorläufig fest. Das bereits bezahlte Geld konnte nicht mehr aufgefunden werden.
Ermittlungen und rechtlicher Hintergrund
Die beiden Männer besitzen feste Wohnsitze in Deutschland und wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Angaben der Polizei sind sie bundesweit bereits wegen ähnlicher Delikte in Erscheinung getreten. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den Tatvorwurf des gewerbsmäßigen Wuchers.
Warnung vor unseriösen Handwerkern
Der Fall unterstreicht die Bedeutung von Vorsicht bei unerwarteten Angeboten für Reparaturarbeiten, insbesondere bei älteren Menschen. Die Polizei rät, bei der Beauftragung von Handwerkern auf transparente Kostenvoranschläge zu bestehen und im Zweifel fachkundige Beratung einzuholen, bevor Arbeiten begonnen werden.
Kontakt zur Polizei
Zeugen oder weitere Betroffene, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler sind unter der Telefonnummer 0731/188-1111 erreichbar.

