Die Polizeiinspektion Verden / Osterholz hat vor einer zunehmenden Betrugsform namens Lovescamming gewarnt. Dabei geben sich Täterinnen und Täter auf Online-Partnerbörsen oder sozialen Netzwerken als potenzielle Liebespartner aus, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen und anschließend finanzielle Forderungen zu stellen. Die Masche zielt nicht auf eine tatsächliche Partnerschaft ab, sondern auf die Erlangung von Geld oder sensiblen Daten.
Wie Lovescamming funktioniert
Die Täter bedienen sich häufig gestohlener Fotos und erfundener Identitäten, um glaubwürdig zu erscheinen. Sie schildern oft überzeugende Lebensgeschichten und präsentieren sich als beruflich erfolgreich, um das Vertrauen der Betroffenen über längere Zeiträume aufzubauen. Sobald eine emotionale Bindung hergestellt ist, folgen finanzielle Forderungen, etwa für angebliche Reise- oder Visakosten, medizinische Behandlungen oder andere vermeintliche Notlagen.
In der Regel finden keine Treffen im echten Leben statt, was ein weiteres Warnsignal für die Opfer sein kann. Die Polizei betont, dass es sich bei Lovescamming um eine gezielte Betrugsmasche handelt, die auf emotionaler Manipulation basiert.
Warnsignale und Verhaltensempfehlungen
Die Polizei rät, bei folgenden Anzeichen besonders vorsichtig zu sein: Wenn frühzeitig starke Liebesbekundungen oder Heiratsabsichten geäußert werden, wenn das Profilbild und die Lebensgeschichte zu perfekt erscheinen oder wenn der Kontakt verstärkt persönliche Informationen abfragt und finanzielle Unterstützung verlangt.
Betroffene sollten keine Geldzahlungen oder Wertübertragungen an unbekannte Personen leisten und keine persönlichen Daten oder Ausweiskopien weitergeben. Im Verdachtsfall ist es ratsam, den Kontakt sofort abzubrechen, alle Nachrichten und Belege zu sichern und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Aktueller Fall im Landkreis Osterholz
In einem aktuellen Fall aus dem Landkreis Osterholz konnte eine geplante Geldübergabe von über 100.000 Euro verhindert werden. Ein bislang unbekannter Täter hatte über eine Dating-Plattform Kontakt zu einer 64-jährigen Frau aufgebaut und eine Liebesbeziehung vorgetäuscht. Nach mehreren Monaten bat der Mann um finanzielle Unterstützung, wobei die Übergabe nicht persönlich, sondern durch eine angebliche Mitarbeiterin erfolgen sollte.
Die Frau erkannte den Betrug rechtzeitig und informierte die Polizei. Die vermeintliche Mitarbeiterin wurde bei der geplanten Geldübergabe auf einem Parkplatz in der Bahnhofstraße in Osterholz-Scharmbeck vorläufig festgenommen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde sie wieder entlassen, allerdings wurde ein Verfahren wegen des Verdachts des versuchten Betrugs eingeleitet. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.
Polizei appelliert zur Wachsamkeit
Die Polizeiinspektion Verden / Osterholz betont die Bedeutung von Wachsamkeit bei Online-Kontakten, insbesondere wenn finanzielle Forderungen im Spiel sind. Sie empfiehlt, im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Betroffene direkt bei der Polizeiinspektion Verden / Osterholz.

