Das Polizeipräsidium Stuttgart hat die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach ist die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Stadtgebiet erneut leicht angestiegen, während die Zahl der Verkehrstoten leider deutlich zunahm. Insgesamt wurden 23.371 Unfälle verzeichnet, was einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Unfallzahlen und Schweregrade im Überblick
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Stuttgart stieg von 22.962 im Jahr 2024 auf 23.371 im Jahr 2025. Dabei verteilten sich die Unfälle auf verschiedene Schweregrade: Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank von 1.780 auf 1.682 Fälle, ein Rückgang von 5,5 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Unfälle mit schwerwiegendem Sachschaden leicht um 1,9 Prozent auf 6.290, während die übrigen Sachschadensunfälle um 2,6 Prozent auf 15.399 zunahmen.
Die Gesamtzahl der verunglückten Personen ging um 5,6 Prozent auf 2.032 zurück. Innerhalb dieser Gruppe stieg jedoch die Zahl der Schwerverletzten um 6,2 Prozent auf 205 Personen, während die Zahl der Leichtverletzten um 6,9 Prozent auf 1.818 sank. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Verkehrstoten von sieben im Vorjahr auf neun im Jahr 2025, was einer Steigerung von 28,6 Prozent entspricht.
Hauptunfallursachen und Risikofaktoren
Die Polizei identifizierte die Hauptunfallursachen für schwere Verkehrsunfälle erneut als menschliches Fehlverhalten. An erster Stelle steht das Nichtbeachten der Vorfahrt mit 891 Fällen, was einem Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren nahmen um 10,4 Prozent auf 852 Fälle zu. Fehler bei der Fahrbahnbenutzung stiegen sogar um 28,4 Prozent auf 271 Fälle. Diese beiden erstgenannten Ursachen machen zusammen etwa 22 Prozent aller Unfälle aus.
Unfälle unter Alkoholeinfluss gingen um 7,7 Prozent auf 215 Fälle zurück, jedoch kam dabei eine Person ums Leben, elf wurden schwer und 68 leicht verletzt. Im Gegensatz dazu stiegen Unfälle unter Drogeneinfluss um 51,1 Prozent auf 71 Fälle, mit zwei Todesopfern sowie neun Schwer- und 24 Leichtverletzten. Dabei wurde in fast 60 Prozent der Fälle THC als beeinflussender Faktor festgestellt. Die Polizei registrierte zudem zahlreiche folgenlose Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss.
Verkehrsunfälle mit Zweirädern und Elektrokleinstfahrzeugen
Das Unfallgeschehen bei motorisierten Zweirädern ging um 9,7 Prozent auf 335 Fälle zurück, ohne Todesopfer. Bei Fahrrädern sank die Zahl der Unfälle um 7,1 Prozent auf 405, ebenfalls ohne tödliche Verletzungen. Pedelec-Unfälle nahmen um 9,3 Prozent auf 225 ab, wobei eine alleinbeteiligte Fahrerin ihren schweren Verletzungen erlag. Im Gegensatz dazu stiegen Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scootern) um 14,3 Prozent auf 168 Fälle an. Neun Nutzer wurden schwer und 103 leicht verletzt. Die Ursachen lagen häufig in Alkoholbeeinflussung, Fehlern bei der Fahrbahnbenutzung, Überladung sowie Vorfahrtsmissachtungen.
Fußgänger und Stadtbahnunfälle
Die Zahl der Unfälle mit Fußgängerbeteiligung stieg um 18,3 Prozent auf 291. Dabei wurden sechs Fußgänger getötet, 40 schwer und 208 leicht verletzt. In etwa zwei Drittel der Fälle waren andere Verkehrsteilnehmer verantwortlich, oft an Überwegen oder beim Abbiegen. Ein Drittel der Unfälle wurde durch Fehlverhalten der Fußgänger verursacht.
Unfälle mit Stadtbahnbeteiligung gingen leicht um 2,8 Prozent auf 104 Fälle zurück. Ein Fußgänger wurde beim verbotenen Queren der Gleise tödlich verletzt. Zudem gab es 18 Schwer- und 61 Leichtverletzte. In rund 72 Prozent der Fälle waren andere Fahrzeugführer verantwortlich, meist durch Missachtung der Vorfahrt oder Fehler beim Abbiegen.
Besondere Risikogruppen im Straßenverkehr
Bei Kindern im Alter von 0 bis 13 Jahren stiegen die Unfälle um 9,5 Prozent auf 92. Ein Kind wurde getötet, zehn schwer und 63 leicht verletzt. Junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) waren an 1.207 Unfällen beteiligt, ein Anstieg von 1,9 Prozent, ohne Todesfälle, aber mit 16 Schwer- und 214 Leichtverletzten. Senioren ab 65 Jahren verzeichneten 1.442 Unfälle (+2,3 %), darunter sechs Todesfälle, 39 Schwer- und 166 Leichtverletzte.
Ausblick und Maßnahmen für 2026
Polizeipräsident Markus Eisenbraun betont die Notwendigkeit, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern: „Neun Verkehrstote sind neun zu viel. Wir dürfen bei unseren Anstrengungen nicht nachlassen.“ Die Polizei kündigt an, den Kontrolldruck insbesondere bei der Überwachung von Vorfahrtsregeln sowie Alkohol- und Drogenfahrten im Jahr 2026 hochzuhalten. Ziel sei es, durch konsequente Ahndung und Präventionsarbeit das Bewusstsein für sicheres und rücksichtvolles Verhalten im Straßenverkehr zu stärken und das Unfallgeschehen nachhaltig zu reduzieren.

