Die Polizeiinspektion Bad Kreuznach hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Im Zuständigkeitsbereich der Inspektion, der die Stadt Bad Kreuznach sowie die Verbandsgemeinden Bad Kreuznach Land, Langenlonsheim-Stromberg und Rüdesheim umfasst, wurden insgesamt 5536 Strafanzeigen registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aufklärungsquote konnte gleichzeitig auf 65,2 Prozent gesteigert werden, was eine positive Entwicklung im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung darstellt.
Rückgang bei den Straftaten und Aufklärungsquote
Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Von den 5536 Strafanzeigen wurden 3675 Fälle direkt von der Polizeiinspektion Bad Kreuznach bearbeitet, mit einer Aufklärungsquote von 63,0 Prozent. Die verbleibenden Fälle wurden von spezialisierten Dienststellen, wie der Kriminalinspektion Bad Kreuznach oder der Kriminaldirektion Mainz, abgeschlossen. Insgesamt konnten 2791 Tatverdächtige ermittelt werden, von denen etwa drei Viertel männlich waren. Unter den Tatverdächtigen befanden sich 330 Jugendliche unter 18 Jahren.
Entwicklung in den Deliktsbereichen
Im Bereich der Straftaten gegen das Leben wurden fünf Tötungsdelikte registriert, darunter zwei Versuche. Dies stellt einen Rückgang gegenüber neun Fällen im Vorjahr dar. Die Aufklärungsquote lag in diesem besonders sensiblen Bereich bei 100 Prozent.
Sexualdelikte verzeichneten mit 164 Fällen einen deutlichen Rückgang von 29,6 Prozent. Die Polizei konnte 90,9 Prozent dieser Delikte aufklären, was auf eine effektive Ermittlungsarbeit hinweist.
Rohheitsdelikte, zu denen Körperverletzungen und Bedrohungen zählen, blieben mit 1218 Fällen nahezu konstant. Hier sank die Fallzahl leicht um 1,7 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 88,3 Prozent.
Diebstahlsdelikte im Überblick
Diebstähle ohne erschwerende Umstände gingen um 7,6 Prozent auf 988 Fälle zurück. Besonders der einfache Ladendiebstahl mit 326 Fällen verzeichnete einen Rückgang von 11,7 Prozent. Der Diebstahl aus Kraftfahrzeugen stieg hingegen leicht um 2,6 Prozent auf 120 Fälle. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei vergleichsweise niedrigen 40 Prozent, was unter anderem auf die geringe Zahl an Hinweisen und die häufig aus versicherungstechnischen Gründen erstatteten Anzeigen zurückzuführen ist.
Im Bereich des Diebstahls unter erschwerenden Umständen sank die Zahl der Fälle um 24,1 Prozent auf 396. Besonders auffällig waren Rückgänge beim schweren Diebstahl aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen sowie beim Diebstahl von Fahrrädern. Im Gegensatz dazu stieg der schwere Diebstahl aus Verkaufsräumen um 29 Fälle an. Wohnungseinbruchdiebstähle wurden in 65 Fällen registriert, was einem Rückgang von 12,2 Prozent entspricht. Etwa die Hälfte dieser Einbrüche erfolgte tagsüber.
Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Widerstandshandlungen
Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen um 5,8 Prozent auf 933 Fälle zurück. Die Aufklärungsquote lag hier bei 70,2 Prozent. Während der Waren- und Kreditkartenbetrug sowie der sonstige Betrug unterschiedliche Entwicklungen zeigten, stieg die Zahl der Urkundenfälschungen deutlich an. Die Unterschlagung verzeichnete einen leichten Rückgang.
Im Bereich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und tätlicher Angriff auf diese kam es zu einem leichten Anstieg auf 55 Fälle, fünf mehr als im Vorjahr.
Rauschgiftkriminalität durch Teillegalisierung beeinflusst
Die Rauschgiftkriminalität verzeichnete mit 209 Fällen einen Rückgang um über 50 Prozent. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die Teillegalisierung von Cannabis seit dem 1. April 2024 zurückzuführen. Dabei gingen insbesondere die Fälle zu geringfügigen Verstößen zurück, während Verstöße gegen das neue Cannabisgesetz anstiegen.
Fazit und Ausblick
Der Rückgang der Fallzahlen im Bereich der Polizeiinspektion Bad Kreuznach ist im Vergleich zu landesweiten Trends deutlich ausgeprägt. Dies ist teilweise auf organisatorische Veränderungen zurückzuführen, bei denen bestimmte Delikte zentral bearbeitet werden. Insgesamt zeigt sich jedoch eine positive Entwicklung bei der Aufklärungsarbeit. Die Polizei betont die Bedeutung der Unterstützung durch die Bevölkerung, sowohl bei der Meldung von Straftaten als auch durch Hinweise zur Aufklärung. Nur durch gemeinsames Engagement kann die Sicherheit im Zuständigkeitsbereich weiter verbessert werden.

