Am Mittwoch, den 18. März 2026, führte die Polizei Hamburg unter Leitung der Verkehrsdirektion Süd eine umfassende Verkehrskontrolle im gesamten Stadtgebiet durch. Der Schwerpunkt lag auf dem Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmender, also insbesondere Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrenden sowie E-Scooter-Nutzenden, die im Straßenverkehr besonderen Gefahren ausgesetzt sind.
Umfangreiche Kontrollen mit zahlreichen Einsatzkräften
Insgesamt waren 264 Polizeibeamte aus verschiedenen Verkehrsdirektionen (VD 1-4 und 6), der Schutz- und Wasserschutzpolizei sowie der Polizeiakademie im Einsatz. Die Kontrollen fanden sowohl mobil als auch stationär statt und erstreckten sich über den Zeitraum von 6:00 bis 22:00 Uhr.
Fokus auf Gefährdungen durch Fahrzeugführende und eigenes Fehlverhalten
Die Maßnahmen richteten sich zum einen gegen Fahrzeugführende, die durch ihr Verhalten ungeschützte Verkehrsteilnehmende gefährden können. Zum anderen wurden auch die ungeschützten Verkehrsteilnehmenden selbst kontrolliert, um Fehlverhalten wie Ablenkung zu verhindern. Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte 773 Fahrzeuge und 863 Personen.
Erhebliche Anzahl an Verstößen und Strafverfahren
Im Rahmen der Kontrollen wurden 13 Straftaten festgestellt, darunter 5 Fälle des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, 13 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie ein Fall von Kennzeichenmissbrauch. Zudem wurden 1.002 Geschwindigkeitsverstöße sowie 235 Parkverstöße registriert.
Weiterhin wurden 200 Fälle von Missachtung roter Ampeln festgestellt, die sowohl Kraftfahrzeugführende, Radfahrende als auch zu Fuß Gehende betrafen. Die verbotswidrige Nutzung von Handys am Steuer oder während des Radfahrens wurde 90-mal geahndet. Weitere Ordnungswidrigkeiten umfassten unter anderem 39 Verstöße gegen die Anschnallpflicht, 15 Fälle von Fahren unter Einfluss berauschender Mittel und 11 Fälle, in denen Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert waren.
Technische Mängel und Weiterfahrtuntersagungen
Die Polizei stellte außerdem 29 Mängelmeldungen aus, beispielsweise wegen fehlender Fahrzeugpapiere oder technischer Defekte. Insgesamt untersagten die Einsatzkräfte 27 Fahrzeugführenden vorläufig die Weiterfahrt. In 15 Fällen wurden Blutprobenentnahmen angeordnet, um den Einfluss von Drogen oder Alkohol zu überprüfen.
Besondere Einzelfälle und Ermittlungen
Im Rahmen der Kontrollen ergaben sich mehrere besondere Fälle: Ein 36-jähriger Fahrzeugführer wurde in der Walddörfer Straße unter dem Einfluss von Kokain am Steuer erwischt. Zudem fuhr er ohne gültige Fahrerlaubnis und steht im Verdacht, sich illegal im Bundesgebiet aufzuhalten und illegal zu arbeiten. Auch sein Beifahrer wird verdächtigt, einer illegalen Beschäftigung nachzugehen. Gegen beide wurden Strafverfahren eingeleitet.
Darüber hinaus wurde eine Fahrzeugführerin im Großmoorring kontrolliert, der die Fahrerlaubnis bereits entzogen worden war. Die Weiterfahrt wurde untersagt und ein Strafverfahren eingeleitet. Ein weiterer Fahrer mit ukrainischem Kennzeichen stand im Verdacht eines Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz, da er seit 2023 in Deutschland wohnhaft ist. Auch hier wurde die Weiterfahrt untersagt und ein Strafverfahren eingeleitet.
Während einer Fahrstunde wurde ein Fahrschüler kontrolliert, bei dem der Verdacht bestand, unter dem Einfluss von THC zu stehen. Die Weiterfahrt wurde untersagt und eine Blutprobe angeordnet. Der Fahrlehrer setzte die Fahrt anschließend fort.
Präventionsarbeit und Sensibilisierung
Im Rahmen der Präventionsarbeit führte die Verkehrsdirektion 6 unter anderem in der Rindermarkthalle in St. Pauli rund 200 Aufklärungsgespräche. Dabei wurde Informationsmaterial zur Sichtbarkeit ungeschützter Verkehrsteilnehmender verteilt, um das Bewusstsein für deren Sicherheit im Straßenverkehr zu stärken.
Fortsetzung der Verkehrssicherheitsmaßnahmen
Die Polizei Hamburg kündigte an, auch künftig regelmäßige Verkehrskontrollen durchzuführen, um die Sicherheit auf den Straßen der Hansestadt zu erhöhen und alle Verkehrsteilnehmenden für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Die Bilanz der aktuellen Kontrollaktion zeigt, dass trotz umfangreicher Maßnahmen weiterhin zahlreiche Verstöße begangen werden, die das Unfallrisiko insbesondere für ungeschützte Verkehrsteilnehmende erhöhen.

