Die Polizeiinspektion Celle hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt und dabei eine insgesamt positive Entwicklung der Sicherheitslage in Stadt und Landkreis Celle berichtet. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, was auf eine verbesserte Kriminalitätsbekämpfung und Präventionsarbeit hindeutet.
Rückgang der Straftaten und Verminderung des wirtschaftlichen Schadens
Im Jahr 2025 wurden bei der Polizeiinspektion Celle insgesamt 10.808 Straftaten erfasst, was einem Rückgang von knapp 12 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2024, als noch 12.277 Straftaten registriert wurden, konnten somit 1.469 Fälle weniger verzeichnet werden. Diese Entwicklung liegt deutlich über dem landesweiten Rückgang von 4,3 Prozent. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, sank auf 6.267 und liegt damit unter dem niedersachsenweiten Durchschnitt.
Auch der durch Straftaten verursachte wirtschaftliche Schaden verringerte sich deutlich. Von rund 11,5 Millionen Euro im Jahr 2024 sank die Schadenssumme um über 20 Prozent auf etwa 9,17 Millionen Euro im Jahr 2025. Dies entspricht einer Reduzierung um circa 2,4 Millionen Euro.
Entwicklung in den wichtigsten Deliktsbereichen
Die Fallzahlen gingen in nahezu allen Deliktsbereichen zurück. Vermögens- und Fälschungsdelikte sanken um über 20 Prozent auf 1.529 Fälle. Rauschgiftdelikte verzeichneten mit einem Rückgang von 55 Prozent auf 225 Fälle die stärkste prozentuale Abnahme, was vor allem auf gesetzliche Änderungen im Umgang mit Cannabis zurückgeführt wird.
Rohheitsdelikte, zu denen unter anderem Körperverletzungen zählen, nahmen um rund 10 Prozent ab. Besonders die Körperverletzungsdelikte gingen um über 11 Prozent zurück. Die Diebstahlsdelikte insgesamt verringerten sich um etwa 7 Prozent auf 3.191 Fälle. Auch Sexualdelikte wurden mit einem Rückgang von knapp 19 Prozent auf 338 Fälle weniger gemeldet.
Hohe Aufklärungsquote trotz sinkender Fallzahlen
Trotz des Rückgangs der Straftaten konnte die Polizeiinspektion Celle ihre Aufklärungsquote auf einem hohen Niveau halten. Mit 67,34 Prozent liegt sie über dem Durchschnitt der Polizeidirektion Lüneburg (64,61 Prozent) und über dem Landesdurchschnitt (62,72 Prozent). Diese Quote ist zwar leicht um 1,74 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesunken, zeigt jedoch weiterhin die Effektivität der Ermittlungsarbeit.
Jugendkriminalität und Tatverdächtige
Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen sank ebenfalls. Insgesamt wurden 5.069 Tatverdächtige registriert, was einem Rückgang von über 10 Prozent entspricht. Besonders auffällig ist die Abnahme bei Heranwachsenden (-16 Prozent) und Jugendlichen (-14 Prozent). Von den Tatverdächtigen waren rund 73 Prozent deutsche Staatsangehörige, 27 Prozent hatten eine andere Staatsangehörigkeit. Die meisten Tatverdächtigen stammen aus der Gemeinde, in der die Tat verübt wurde, was darauf hinweist, dass das Phänomen der reisenden Täter in der Region nicht stark ausgeprägt ist.
Häusliche Gewalt bleibt ein Schwerpunkt
Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 937 Fälle registriert, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Insgesamt gab es 760 Opfer, davon waren 545 weiblich und 215 männlich. Minderjährige Opfer wurden 127 gezählt. Die Polizei betont, dass häusliche Gewalt trotz der rückläufigen Zahlen weiterhin ein bedeutendes Problem darstellt und intensiv bekämpft wird.
Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte und Messerangriffe
Die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamte ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Es wurden 94 Fälle mit 255 betroffenen Beamten registriert, was eine Abnahme von fast 50 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Leichte Verletzungen traten bei 34 Beamten auf, schwere Verletzungen wurden nicht gemeldet.
Auch die Anzahl der Straftaten mit Einsatz von Stichwaffen, hauptsächlich Messern, ging um ein Drittel zurück. Im Jahr 2025 wurden 66 Fälle erfasst. Die Polizei weist darauf hin, dass die öffentliche Wahrnehmung von Messerangriffen häufig durch mediale Berichterstattung verzerrt wird und die tatsächliche Entwicklung eine deutliche Abnahme zeigt.
Fazit: Sicherheitslage in Celle stabil und sicher
Die Polizeiinspektion Celle bewertet die Sicherheitslage im Jahr 2025 als stabil und sicher. Die deutlichen Rückgänge bei Straftaten und Tatverdächtigen sowie die hohe Aufklärungsquote unterstreichen die Wirksamkeit der polizeilichen Arbeit und Präventionsmaßnahmen. Inspektionsleiter Frank Freienberg betont, dass trotz der positiven Entwicklung kein Anlass zur Entspannung besteht: „Jedes Opfer ist eines zu viel, und wir werden weiterhin daran arbeiten, die Fallzahlen zu senken und die Aufklärungsquote zu steigern.“ Auch die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Dilek Baydak-Stadelmann, hebt den Erfolg bei der Reduzierung der Jugendkriminalität hervor und sieht darin ein starkes Signal für die Präventionsarbeit in der Region.

