Der Ortsteil Schenkenschanz in Kleve steht bei Hochwasser des Rheins vor besonderen Herausforderungen. Wird die Zufahrtsstraße in Richtung Salmorth überspült, ist die Ortschaft zeitweise von der Landseite abgeschnitten. In solchen Situationen können Rettungswagen den Ort nicht mehr erreichen, was die medizinische Versorgung von Patienten erschwert.
Initiative der Löschgruppe Schenkenschanz
Um auf diese Lage vorbereitet zu sein, haben elf Mitglieder der Löschgruppe Schenkenschanz der Freiwilligen Feuerwehr Kleve in den vergangenen Monaten eine rettungsdienstliche Sonderausbildung absolviert. Ziel dieser Maßnahme ist es, bei medizinischen Notfällen vor Ort eine qualifizierte Erstversorgung zu gewährleisten, bis ein Transport in eine weiterführende medizinische Einrichtung möglich ist.
Die Ausbildung fand im Jahr 2026 an drei Abenden statt, jeweils mit einer Dauer von etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Dabei wurden sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Übungen zur Patientenversorgung vermittelt.
Inhalte der Ausbildung
Die Feuerwehrleute lernten unter anderem das Anlegen eines Stiffnecks zur Stabilisierung der Halswirbelsäule sowie das Schienen von Knochenbrüchen. Zudem wurden das Messen von Blutdruck und Sauerstoffsättigung sowie Maßnahmen der Reanimation, etwa die Herz-Lungen-Wiederbelebung, geübt.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem strukturierten Vorgehen an Einsatzstellen, insbesondere anhand des XABCDE-Schemas, das eine systematische Beurteilung und Behandlung von Patienten ermöglicht. Weitere Trainingsinhalte umfassten Maßnahmen zur Atemwegssicherung, Lagerung und Beatmung von Patienten sowie den Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen.
Technische Ausstattung und Einsatzkonzept
Für den Einsatz bei Hochwasser stehen der Löschgruppe zwei speziell ausgestattete Notfallrucksäcke zur Verfügung, mit denen wichtige Basismaßnahmen der Rettungsdienstversorgung durchgeführt werden können. Wenn der Hochwasseralarmplan der Stadt Kleve aktiviert wird, wird zudem ein Krankentransportwagen innerhalb der Hochwasserschutzmauern stationiert, um den Transport von Patienten zum Fähranleger zu gewährleisten.
Während dieser Zeit sind drei Mitglieder der Löschgruppe ständig vor Ort und können bei medizinischen Notfällen gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert werden. Die Feuerwehrleute werden von ihren Arbeitgebern freigestellt oder arbeiten im Homeoffice, um die ständige Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Professionelle Begleitung und freiwilliges Engagement
Die Ausbildung wurde von erfahrenen Rettungsdienstlern der DRK-Bereitschaft Kleve-Geldern, Michael Welbers und Ralf Winkels, durchgeführt. Sie vermittelten praxisnahes Wissen und begleiteten die Übungen, um die Einsatzkräfte optimal auf mögliche Notfallsituationen vorzubereiten.
Die Teilnahme an der Sonderausbildung erfolgte freiwillig, was das hohe Engagement der Kameradinnen und Kameraden für ihre Gemeinde unterstreicht. Mit der zusätzlichen Qualifikation ist die Löschgruppe Schenkenschanz nun noch besser gerüstet, um bei Hochwasser schnelle und kompetente Hilfe zu leisten.
Bedeutung für die Bevölkerung
Die besondere Ausbildung der Feuerwehrkräfte trägt dazu bei, die medizinische Versorgung in Schenkenschanz auch unter erschwerten Bedingungen sicherzustellen. Gerade bei Hochwasser, wenn Rettungswagen den Ort nicht direkt erreichen können, ist eine qualifizierte Erstversorgung vor Ort entscheidend, um die Zeit bis zum Transport zu überbrücken und die Gesundheit der Betroffenen bestmöglich zu schützen.
Die Maßnahme zeigt, wie lokale Einsatzkräfte durch gezielte Vorbereitung und Kooperation mit Rettungsdiensten die Sicherheit und Lebensqualität in ihrer Gemeinde verbessern können.

