Ein ungewöhnlicher Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten beschäftigte am Montag gegen 9:40 Uhr die Eichendorffschule im Böblinger Herdweg. Auslöser waren Beschwerden über Atemwegsreizungen bei Personen in der Schule, was die Einsatzkräfte unter dem Stichwort „Gefahrstoffaustritt“ alarmierte.
Vorbildliche Evakuierung durch Schulpersonal
Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Schulgebäude bereits vollständig und geordnet geräumt. Die Lehrpersonen sowie das städtische Personal hatten die rund 350 anwesenden Schülerinnen und Schüler sowie das weitere Personal schnell und professionell aus dem Gefahrenbereich gebracht. Die Einsatzkräfte sicherten die Umgebung weiträumig ab und begannen sofort mit Erkundungs- und Messmaßnahmen im betroffenen Gebäudeteil.
Medizinische Versorgung und Betreuung der Betroffenen
Im Verlauf des Einsatzes wurden insgesamt fünf Kinder sowie neun Erwachsene durch den Rettungsdienst untersucht. Vier Personen, darunter drei Kinder, mussten zur weiteren medizinischen Abklärung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehr kümmerte sich gemeinsam mit den Lehrkräften um die Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die bis zur Abholung durch ihre Eltern, dem vorzeitigen Unterrichtsende oder dem regulären Betreuungsende in sicheren Bereichen untergebracht wurden.
Ausweichquartiere für die Schulgemeinschaft
Die Betreuung fand in angrenzenden Einrichtungen statt, darunter die Kita Herdweg, die Sporthalle sowie das Gemeindehaus St. Clemens. Diese Maßnahmen sorgten dafür, dass die Kinder und das Personal während der Einsatzdauer geschützt und versorgt waren. Die Schulleitung sowie die Elternvertretung standen währenddessen in ständigem Kontakt mit der Elternschaft und informierten über die laufende Situation und das weitere Vorgehen.
Keine messbaren Gefahrstoffe gefunden – Bereich bleibt gesperrt
Trotz umfangreicher und detaillierter Messungen durch Spezialkräfte der Feuerwehr konnte kein konkreter Gefahrstoff nachgewiesen werden. Dennoch bleibt der betroffene Bereich der Schule vorsorglich gesperrt, bis professionelle Reinigungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Nach aktuellem Stand soll der Schulbetrieb ab dem folgenden Tag, also Dienstag, wieder regulär aufgenommen werden.
Einsatzleitung und Behörden ziehen positives Fazit
Oliver Zwölfer, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Böblingen und Einsatzleiter, lobte das vorbildliche Verhalten der Schulgemeinschaft bei der raschen Räumung: „Das umsichtige Handeln der Lehrpersonen und städtischen Beschäftigten hat maßgeblich dazu beigetragen, dass keine weiteren Personen zu Schaden gekommen sind.“
Auch Erster Bürgermeister Tobias Heizmann, der als Schulträger vor Ort war, betonte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Die Kooperation zwischen Schule, Feuerwehr und Rettungsdiensten hat hervorragend funktioniert. Ich danke allen Einsatzkräften für ihren professionellen Einsatz und wünsche den Betroffenen eine schnelle Genesung.“
Umfangreicher Einsatz mit zahlreichen Kräften
Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Böblingen auch Kräfte aus Herrenberg, die den Umweltschutzzug Süd betreiben, sowie Kreisbrandmeister Martin Amler mit der Führungsgruppe des Landkreises. Insgesamt waren rund 20 Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst, Sanitätseinheiten und Polizei vor Ort, um die Versorgung der Betroffenen sicherzustellen und die Einsatzstelle abzusichern.

