In Seester, an der Straße Kurzenmoor, hat am Samstagmittag ein Reetdachhaus Feuer gefangen und ist vollständig niedergebrannt. Der Einsatz, der gegen 11:43 Uhr begann, zog über 150 Einsatzkräfte aus verschiedenen freiwilligen Feuerwehren der Region an. Die Feuerwehr verhinderte mit großem Aufwand, dass sich das Feuer auf die unmittelbar angrenzende Pferdeklinik mit ebenfalls reetgedecktem Dach ausbreitete.
Personen in Sicherheit gebracht
Beim Ausbruch des Feuers befanden sich mehrere Personen im betroffenen Gebäude. Die Einsatzkräfte konnten zwei Bewohner aus dem brennenden Haus retten, während zwei weitere Personen das Haus bereits vor Eintreffen der Feuerwehr verlassen hatten. Alle vier Personen wurden vom Rettungsdienst untersucht, blieben jedoch unverletzt.
Herausforderungen bei der Brandbekämpfung
Die größte Herausforderung für die Feuerwehr unter der Leitung von Wehrführer Lasse Hell aus Seester war die Sicherstellung einer stabilen und ausreichenden Wasserversorgung. In der unmittelbaren Nähe stand lediglich ein Hydrant zur Verfügung, der jedoch nicht den enormen Bedarf an Löschwasser decken konnte. Daher wurden zusätzlich zwei Bohrbrunnen sowie drei weitere Hydranten genutzt. Insgesamt verlegten die Einsatzkräfte rund 3300 Meter B-Schlauch, um das benötigte Löschwasser an die Einsatzstelle zu bringen.
Technischer Einsatz und Löschmaßnahmen
Für den Aufbau der Wasserversorgung wurden spezielle Fahrzeuge wie der Schlauchwagen SW2000 aus Tangstedt sowie zwei Löschfahrzeuge KatSchutz aus Heist und Borstel-Hohenraden eingesetzt. Die Brandbekämpfung erfolgte hauptsächlich von außen, da ein Innenangriff aufgrund der instabilen Gebäudesituation zu gefährlich gewesen wäre. Die Feuerwehr setzte zahlreiche handgeführte Strahlrohre sowie einen Wasserwerfer an der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn ein.
Um das Feuer einzudämmen und eine Ausbreitung auf die benachbarte Pferdeklinik zu verhindern, wurde das Reetdach der Klinik kontinuierlich mit Wasser benetzt. Diese Maßnahme war wegen der starken Strahlungswärme und herumfliegenden brennenden Reetstücken unverzichtbar.
Gebäudeschäden und Nachlöscharbeiten
Das Reetdach des Wohnhauses brannte vollständig ab, und etwa eineinhalb Stunden nach Brandausbruch stürzte der Dachstuhl ein. Da das Gebäude nicht mehr betreten werden konnte, kamen zur Unterstützung ein Bagger eines privaten Unternehmens sowie ein Telelader des Technischen Hilfswerks zum Einsatz, um das Brandgut auseinanderzuziehen und die Nachlöscharbeiten zu erleichtern. Diese dauerten zum Zeitpunkt der letzten Meldung am Nachmittag noch an, ein Ende des Einsatzes war nicht absehbar.
Warnungen und Unterstützung vor Ort
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde eine Warnung über das MOWAS-System für die Gemeinden Seester, Seestermühe und Raa-Besenbek herausgegeben. Diese Warnung konnte gegen 16:45 Uhr wieder aufgehoben werden. Das Deutsche Rote Kreuz Elmshorn versorgte die Einsatzkräfte mit Kaltgetränken und später auch mit einer warmen Mahlzeit.
Unklarheiten zur Brandursache und Schadenshöhe
Die Brandursache sowie die Höhe des entstandenen Schadens sind bislang nicht bekannt und wurden von der Feuerwehr nicht kommentiert. Die Polizei und die Kriminalpolizei sind ebenfalls vor Ort, um die Ermittlungen aufzunehmen.
Beteiligte Organisationen
An dem Einsatz waren zahlreiche freiwillige Feuerwehren aus Seester, Klein Nordende, Elmshorn, Seestermühe sowie die Feuerwehrbereitschaft mit Kräften aus Tangstedt, Heist und Borstel-Hohenraden beteiligt. Zudem unterstützten der Löschzug Gefahrgut des Kreises Pinneberg, der Rettungsdienst RKiSH, das Technische Hilfswerk Elmshorn, das Deutsche Rote Kreuz Elmshorn sowie die Stadtwerke Elmshorn bei der Wasserversorgung den Einsatz.

