Südhessen bleibt auch im Jahr 2025 die sicherste Region in Hessen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Südhessen weist eine Abnahme der Straftaten um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Insgesamt wurden 43.421 Straftaten registriert, was 3.098 Fälle weniger als 2024 bedeutet. Die Kriminalitätsbelastung liegt mit einer Häufigkeitszahl von 3.928 Straftaten pro 100.000 Einwohner auf einem sehr niedrigen Niveau, deutlich unter dem Durchschnitt anderer hessischer Regionen und bundesweit.
Rückgang der Straftaten und steigende Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote konnte zudem auf 60,4 Prozent gesteigert werden, was eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte darstellt. Die positive Entwicklung setzt sich bereits seit mehreren Jahren fort: Im Vergleich zu 2005 sind die registrierten Straftaten in Südhessen um rund 23 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote in diesem Zeitraum um sechs Prozentpunkte.
Schutz und Respekt für Einsatzkräfte im Fokus
Eine besorgniserregende Entwicklung zeigt sich jedoch bei Straftaten gegen Einsatzkräfte. Im Jahr 2025 wurden 461 Polizeibeamte sowie 26 Rettungsdienst- und Feuerwehrkräfte Opfer von Straftaten. Dies entspricht einem Anstieg von fast 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Zahl tätlicher Angriffe auf Polizeibeamte erreichte mit 122 Fällen einen Höchststand. Polizeipräsident Christian Vögele betont die Wichtigkeit von Respekt gegenüber Einsatzkräften und kündigt verstärkte Schul- und Dialogveranstaltungen für das Jahr 2026 an, um ein wertschätzendes Miteinander zu fördern.
Entwicklung bei einzelnen Deliktsbereichen
Die Straßenkriminalität ist mit 8.731 Fällen um 6,1 Prozent gesunken, wobei Diebstahlsdelikte mit 5.282 Fällen den Großteil ausmachen. Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs bleibt ein Schwerpunkt der Polizei: 2025 wurden 839 Fälle registriert, ein leichter Anstieg um 46 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote konnte jedoch auf 21,6 Prozent verbessert werden. Die Polizei setzt dabei auf intensive Ermittlungsarbeit, Präventionsmaßnahmen und Bürgerberatung.
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ging erstmals seit Jahren um fast 12 Prozent zurück. Insgesamt wurden 4.726 Fälle erfasst, davon rund 70 Prozent einfache Körperverletzungen. Die schwere und gefährliche Körperverletzung nahm um 14,2 Prozent ab. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Zahl der Rohheitsdelikte mit 7.687 Fällen weiterhin hoch, hat jedoch gegenüber 2024 um 8,5 Prozent abgenommen.
Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen weiterhin auf hohem Niveau
Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 1.848 Straftaten angezeigt, 88 weniger als im Vorjahr. Seit 2020 ist jedoch ein Anstieg um über 20 Prozent zu verzeichnen. Die Opfer sind überwiegend Frauen, zudem sind auch zahlreiche Kinder betroffen. Polizeipräsident Vögele hebt die Bedeutung von Sensibilisierung, Schutzmaßnahmen und dem Frauensicherheitspaket hervor, das verbesserte Schutzmöglichkeiten schafft. Die Polizei setzt zudem auf ein professionelles Gefährdungslagenmanagement und elektronische Aufenthaltsüberwachung zur Täterüberwachung.
Sexualdelikte und Cybercrime
Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen nach einem Höchststand 2023 leicht zurück. Insgesamt wurden 1.292 Delikte erfasst, davon 54 Prozent im virtuellen Raum. Die Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie bleibt ein Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit, mit zahlreichen Durchsuchungen und Haftbefehlen im Jahr 2025.
Cybercrime nimmt weiter zu: 4.331 Fälle wurden im digitalen Bereich registriert, was 10 Prozent aller Straftaten entspricht. Besonders Betrugsstraftaten haben sich seit 2020 nahezu verdoppelt. Die zunehmende Verfügbarkeit von künstlicher Intelligenz wird als ein Faktor für die steigende Zahl dieser Delikte genannt.
Politisch motivierte Straftaten und Jugendkriminalität
Die politisch motivierte Kriminalität umfasst 394 Straftaten, wobei rechts motivierte Delikte mit 191 Fällen den Schwerpunkt bilden. Antisemitische Straftaten haben einen Höchststand erreicht. Die Jugendkriminalität ist mit 4.741 Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit 2015 und zeigt eine rückläufige Tendenz. Präventionsprogramme und die Zusammenarbeit mit Justiz und Kommunen werden als wichtige Maßnahmen hervorgehoben.
Weitere polizeiliche Aufgaben und Ausblick
Im Jahr 2025 wurden über 168.500 Einsätze durch die Leitstelle des Polizeipräsidiums Südhessen bearbeitet, darunter 147.500 Notrufe. Über 25.000 Verkehrsunfälle wurden aufgenommen, und mehr als 8.000 Kontrollen im Rahmen der Schleierfahndung durchgeführt. Die Polizei war zudem bei 856 besonderen Einsätzen wie Versammlungen und Fußballspielen präsent.
Polizeipräsident Vögele dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und betont, dass die Polizei auch 2026 mit vollem Engagement für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sorgen wird. Ein besonderer Fokus wird auf der Bekämpfung von Sozialkriminalität liegen, die sowohl finanziellen Schaden verursacht als auch das Vertrauen in den Rechtsstaat beeinträchtigt.
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