Ein umfangreicher Schlag gegen organisierte Betäubungsmittelkriminalität ist den Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen gelungen. Am 6. Januar 2026 durchsuchten rund 100 Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Essen zusammen mit Kräften des Hauptzollamtes Frankfurt am Main mehrere Objekte in Langenfeld und Solingen. Dabei wurden über 1,5 Tonnen Marihuana sowie Haschisch und Kokain sichergestellt. Ein 38-jähriger Hauptverdächtiger wurde in Untersuchungshaft genommen.
Auslöser der Ermittlungen: Hinweis aus den USA
Den Ausgangspunkt der Ermittlungen bildete eine Mitteilung US-amerikanischer Behörden Ende 2025. Diese hatten bei einer Kontrolle eines Frachtcontainers aus Kanada, der als Tarnladung Bürostühle enthielt, rund 1,2 Tonnen Marihuana in 88 Kartons entdeckt. Der Container war an eine Adresse in Langenfeld adressiert. Daraufhin leitete das Zollfahndungsamt Essen umfangreiche Ermittlungen ein, um die Hintermänner und weitere Lagerorte zu identifizieren.
Koordinierte Durchsuchungen und Festnahmen
Am 6. Januar 2026 konnten die Ermittler die Anlieferung und Entladung des Containers in Langenfeld beobachten. Vier Personen wurden dabei vorläufig festgenommen. Anschließend folgten Durchsuchungen von drei Wohn- und Lagerobjekten in Langenfeld und Solingen. In einem Lager in Solingen wurden weitere 10 Kilogramm Marihuana und 29 Kilogramm Haschisch sichergestellt. Gegen den 38-jährigen deutschen Hauptverdächtigen erließ das Amtsgericht Düsseldorf Haftbefehl. Drei weitere Beschuldigte mit niederländischer Staatsangehörigkeit wurden nach Identitätsfeststellung wieder freigelassen.
Weitere Lieferungen und Sicherstellungen
Im Rahmen der Ermittlungen ergab sich der Verdacht auf eine weitere Lieferung von Betäubungsmitteln. Bei einer Kontrolle in Wülfrath wurden in zwei Holzkisten aus Spanien rund 300 Kilogramm Marihuana gefunden. Ein 54-jähriger Beschuldigter wurde bei der Abholung festgenommen, seine Wohnung in Solingen durchsucht und zehn Kilogramm Haschisch sichergestellt.
Fortlaufende Ermittlungen und weitere Durchsuchungen
Im Januar 2026 führten die Ermittler zwei weitere Durchsuchungen in Solingen durch. Dabei wurden unter anderem zwei Kilogramm Marihuana, 500 Gramm Kokain, zwei Schusswaffen sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Anfang März konnte der Gruppierung zudem eine weitere Lieferung von 115 Kilogramm Marihuana aus Kanada zugeordnet werden.
Wert der sichergestellten Betäubungsmittel und rechtlicher Hintergrund
Der geschätzte Straßenverkaufswert der sichergestellten Betäubungsmittel beläuft sich auf über 15 Millionen Euro. Die Ermittlungen dauern weiterhin an, insbesondere die Auswertung der sichergestellten Beweismittel. Nach deutschem Recht sieht die bandenmäßige Einfuhr von Marihuana in nicht geringer Menge Freiheitsstrafen von zwei bis 15 Jahren vor.
Keine weiteren Details aus ermittlungstaktischen Gründen
Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde der Sachverhalt erst jetzt veröffentlicht. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gelten die Beschuldigten als unschuldig. Die Einfuhr von Marihuana ist in Deutschland unabhängig von Menge und Transportweg verboten.

