In Nidderau kam es am Mittwochnachmittag zu einem sogenannten Schockanruf, bei dem eine 83-jährige Frau Opfer eines Betrugs wurde. Die Polizei nahm im Anschluss einen 18-jährigen deutschen Tatverdächtigen aus Südhessen fest. Gegen ihn besteht der Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.
Schockanruf mit dramatischem Inhalt
Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde die Seniorin zunächst von einer bislang unbekannten weiblichen Person telefonisch kontaktiert. Die Anruferin gab sich als die Tochter der 83-Jährigen aus und berichtete weinend, sie habe bei einem Unfall eine Frau getötet und deren Kind schwer verletzt. Kurz darauf meldete sich ein männlicher Anrufer, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er erklärte, die Tochter müsse wegen des Unfalls in Untersuchungshaft und dies könne nur durch eine Sicherheitsleistung in Höhe von 25.000 Euro verhindert werden.
Opfer übergibt Schmuck und Gold an Abholer
Die 83-Jährige, die an Demenz leidet, glaubte den Aussagen der Anrufer. Sie teilte mit, dass sie nur einen geringen Bargeldbetrag zu Hause habe, jedoch Schmuck und Gold besitze. Daraufhin forderte der angebliche Polizist sie auf, die Wertsachen in einen Beutel zu packen und diese an einen Abholer zu übergeben, der die Gegenstände zur Staatsanwaltschaft Hanau bringen werde.
Festnahme am Tatort
Der Tatverdächtige soll sich am Mittwochabend zur Wohnanschrift der Seniorin begeben und die übergebenen Wertgegenstände im Wert von mindestens 5.000 Euro entgegengenommen haben. Kurz darauf wurde der 18-Jährige von Zivilkräften der Polizei festgenommen, als er sich vom Tatort entfernte.
Haftbefehl und weitere Ermittlungen
Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main erließ das Amtsgericht Hanau am Donnerstag einen Haftbefehl gegen den Beschuldigten. Dieser befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu dem Fall und möglichen weiteren Tatbeteiligten dauern weiterhin an.
Warnung vor Schockanrufen
Die Polizei weist erneut darauf hin, dass Schockanrufe häufig von Betrügern getätigt werden, die mit emotionalen Geschichten versuchen, ältere Menschen zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen zu bewegen. In solchen Fällen sollten Betroffene und Angehörige sofort die Polizei informieren und keine Zahlungen oder Übergaben vornehmen.
Weitere Details zum Ermittlungsstand wurden bislang nicht veröffentlicht. Die Behörden bitten um Vorsicht und Aufmerksamkeit gegenüber ähnlichen Anrufen.

