Im Hotel Landgut Stemmen versammelten sich am Samstag zahlreiche Führungskräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung und befreundeten Organisationen zur jährlichen Dienstversammlung der Kreisfeuerwehr. Im Mittelpunkt standen der Rückblick auf das vergangene Jahr, die Analyse aktueller Herausforderungen und die Ausrichtung auf zukünftige Aufgaben.
Eröffnung und Gedenken an verstorbene Kameraden
Kreisbrandmeister Peter Dettmer eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßung aller Anwesenden. Im Anschluss wurde den im vergangenen Jahr verstorbenen Feuerwehrmitgliedern gedacht. Pastor Andreas Hellmich erinnerte stellvertretend an drei verstorbene Kameraden und würdigte deren Einsatz und Engagement für die Feuerwehr.
Jahresbilanz 2025: Hohe Einsatzbelastung und bürokratische Herausforderungen
Im ausführlichen Jahresbericht stellte Kreisbrandmeister Dettmer die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehren im Landkreis dar. Mit 1.523 Einsätzen im Jahr 2025 bleibt die Einsatzbelastung auf einem hohen Niveau. Besonders auffällig sei die große Anzahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen sowie die zunehmenden technischen Hilfeleistungen, etwa Türöffnungen.
Darüber hinaus wies Dettmer auf die wachsenden bürokratischen Anforderungen hin, die vor allem die Führungskräfte zeitlich stark beanspruchen. Dies wirke sich negativ auf die Zeit für Ausbildung und Kameradschaftspflege aus. Trotz dieser Belastungen sei die Motivation innerhalb der Feuerwehren weiterhin hoch, den Dienst engagiert auszuüben.
Ausbildung und Nachwuchsarbeit im Fokus
Die Ausbildung bleibt ein zentraler Schwerpunkt der Feuerwehrarbeit. Rund 400 Feuerwehrangehörige wurden im vergangenen Jahr an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in verschiedenen Lehrgängen geschult. Die neue Modulare Grundlagenausbildung (MGA) habe sich gut etabliert, dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Lehrgangsverfügbarkeit sowie bei personellen und räumlichen Kapazitäten.
Kreisausbildungsleiterin Sonja Heins betonte zudem die Bedeutung spezieller Lehrgänge wie dem „ABC-Einsatz“ und appellierte an eine stärkere Beteiligung. Veränderungen bei den Atemschutz-Belastungsübungen und erfolgreiche neue Formate wie der Schnuppertag für Atemschutzgeräteträger wurden ebenfalls vorgestellt.
Stärkung der Kinder- und Jugendfeuerwehren
Die Kinder- und Jugendfeuerwehren sind mit über 1.200 Mitgliedern eine tragende Säule der Feuerwehr im Landkreis. Kreisjugendfeuerwehrwart Oliver Austel hob die gesellschaftliche Bedeutung dieser Nachwuchsarbeit hervor, die neben feuerwehrtechnischer Ausbildung auch soziale Kompetenzen und persönliche Entwicklung fördere.
Organisatorische Herausforderungen, beispielsweise bei der Planung des Bezirkszeltlagers in Zeven, wurden offen angesprochen. Gleichzeitig wurde die hohe Einsatzbereitschaft der Helfer gelobt, die zur erfolgreichen Umsetzung der Veranstaltungen beiträgt.
Ehrung für langjähriges Engagement
Im Rahmen der Versammlung wurde Wolfgang Bock aus Oese mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Regierungsbrandmeister Uwe Quante und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Bremervörde, Henning Herzig, würdigten damit sein langjähriges Engagement insbesondere in der Jugendfeuerwehr und der Ortsfeuerwehr.
Politische Anerkennung und Ausblick auf die Zukunft
Landrat Marco Prietz dankte in seinem Grußwort allen ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz und unterstrich die Bedeutung der Feuerwehren als Rückgrat des Bevölkerungsschutzes. Vor dem Hintergrund zunehmender Krisenszenarien und Naturkatastrophen betonte er die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt sowie die Bedeutung von Eigenvorsorge in der Bevölkerung.
Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die neue Regionalleitstelle für mehrere Landkreise mit Standort in Mulmshorn. Zudem sicherte der Vorsitzende des Ausschusses für Feuerschutz und Rettungsdienst, Nico Burfeind, weiterhin politische Unterstützung zu.
Landesweite Entwicklungen und weitere Veranstaltungen
Regierungsbrandmeister Uwe Quante informierte über aktuelle Themen auf Landesebene, darunter Investitionen in die Infrastruktur des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie die Umstellung der Truppmann-Ausbildung. Landesfrauensprecherin Sabine Schröder berichtete über Initiativen zur Frauenarbeit und neue Hilfsangebote bei Fällen sexueller Belästigung.
Verbandsvorsitzender Jörg Suske kündigte die Veranstaltung „Feuerwehr bewegt“ im August an. Kontingentführer Chris Knoblauch hob die gute Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen hervor. Zum Abschluss wurden neue Ortsbrandmeister und deren Vertreter vorgestellt sowie organisatorische Hinweise für das laufende Jahr gegeben.
Die nächste Dienstversammlung ist für April 2027 geplant. Abschnittsleiter Henning Herzig beendete die Veranstaltung mit einem Dank an alle Beteiligten und einem positiven Ausblick auf das Jahr 2026, das unter dem Motto „Feuerwehr – stark durch Zusammenhalt“ steht.

