Am Freitagnachmittag, den 20. März 2026, wurde die Polizei in Meiningen zu einem Einsatz in der Robert-Koch-Straße gerufen, nachdem ein Böller aus einem Mehrfamilienhaus geworfen und unter einem geparkten Pkw detoniert war. Ein 25-jähriger Fahrzeughalter hatte den Vorfall gegen 14:50 Uhr gemeldet und die Polizei alarmiert.
Vorfall und erste Maßnahmen vor Ort
Der Mitteiler gab an, dass er kurz nach der Detonation eines Böllers unter seinem Fahrzeug einen Mann mittleren Alters auf die Straße rennen sah, der den Sprengkörper entfernen wollte. Die eingesetzten Beamten der Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen trafen wenig später am Einsatzort ein und wurden vom Zeugen zum Eingang des betreffenden Mehrfamilienhauses geführt.
Vor Ort öffnete ein 43-jähriger Mann die Wohnungstür, der sich als die Person herausstellte, die den Böller von der Straße räumte. Er zeigte wenig Verständnis für das polizeiliche Erscheinen und verweigerte zunächst eine kooperative Haltung.
Konflikt zwischen Polizei und Bewohnern eskaliert
Die Situation verschärfte sich, als der 65-jährige Vater des 43-Jährigen ebenfalls an der Tür erschien. Er wurde als der mutmaßliche Werfer des Böllers identifiziert. Der ältere Mann verweigerte die Herausgabe seiner Identität. Im weiteren Verlauf kam es zu einem tätlichen Angriff beider Männer auf die eingesetzten Polizeibeamten.
Aufgrund der aggressiven Haltung und des Angriffs mussten die Polizisten die beiden Männer vorübergehend fixieren, bis weitere Unterstützungskräfte eintrafen. Nach dem Eintreffen zusätzlicher Einsatzkräfte konnte die Lage beruhigt und die Situation unter Kontrolle gebracht werden.
Ermittlungen und rechtliche Schritte
Nach Abschluss der ersten Sachverhaltsaufnahme wurden Vater und Sohn wieder aus der polizeilichen Maßnahme entlassen. Gegen beide wird nun wegen mehrerer Delikte ermittelt. Die Vorwürfe umfassen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, versuchte Sachbeschädigung sowie Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Nach aktuellem Stand wurde am Pkw des Melders kein Schaden festgestellt. Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort, um die genauen Umstände des Böllerwurfs und der anschließenden Auseinandersetzung zu klären.
Polizeiliche Hinweise und Ausblick
Die Polizei weist darauf hin, dass der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen außerhalb der erlaubten Zeiten und ohne Genehmigung strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Zudem stellt der Wurf von Sprengkörpern auf Straßen eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr und die öffentliche Sicherheit dar.
Die Landespolizeiinspektion Suhl und die Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen stehen für Rückfragen und weitere Informationen zur Verfügung.

