Im Berliner Westen fand am vergangenen Wochenende das erste bundesweite Rettungshundetreffen des Technischen Hilfswerks (THW) statt. Rund 90 Hunde sowie ihre Teams aus verschiedenen Ortsverbänden des THW aus ganz Deutschland kamen zusammen, um gemeinsam die Suche nach vermissten Personen zu üben und die Zusammenarbeit zu stärken.
Vernetzung und Erfahrungsaustausch im Fokus
Die Veranstaltung wurde von der Fachgruppe Ortung der Rettungshunde im THW-Ortsverband Berlin Steglitz-Zehlendorf initiiert. Ziel des Treffens war es, die bundesweit verteilten Fachkräfte der biologischen Ortung besser zu vernetzen und den fachlichen Austausch zu fördern. Luisa Busch, Ausbilderin der Fachgruppe Ortung, betonte, dass der Austausch zwischen den Teams wichtig sei, um unterschiedliche Ausbildungsmethoden kennenzulernen und voneinander zu profitieren.
Trainingsschwerpunkte: Flächensuche und Trümmersuche
Am Freitag standen großflächige Suchübungen auf dem Programm, bei denen die Teams vermisste Personen in weitläufigen und schwer zugänglichen Gebieten aufspürten. Am Samstag folgte die Trümmersuche, bei der das Auffinden verschütteter oder eingeschlossener Personen in komplexen Schadenslagen geübt wurde. Diese Übungsszenarien ähneln den Bedingungen nach Naturkatastrophen wie Flutereignissen oder technischen Unglücken wie Gasexplosionen.
Die Trümmersuche ist eine zentrale Fähigkeit der Rettungshundekomponente im THW und stellt hohe Anforderungen an die Hunde und ihre Führer. Zusätzlich trainierten die Personensuchhundeteams an beiden Tagen in verschiedenen Stadtgebieten Berlins.
Rettungshunde als wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes
Die Arbeit der Rettungshundeteams ist ein wesentlicher Bestandteil des Bevölkerungsschutzes in Deutschland. Sie kommen insbesondere bei der Suche nach vermissten, verschütteten oder eingeschlossenen Menschen nach Naturkatastrophen, Unglücken oder Anschlägen zum Einsatz. Die Hunde sind auf die Lebendsuche spezialisiert, sowohl bei der Flächensuche als auch bei der Trümmersuche.
Gut ausgebildete Rettungshunde können große oder schwer zugängliche Areale schnell und zuverlässig absuchen. Damit unterstützen sie Einsatzkräfte maßgeblich und erhöhen die Chancen, vermisste Personen zeitnah zu finden.
Internationale Einsätze und Besonderheiten der Fachgruppen Ortung
Die Rettungshundeteams des THW sind nicht nur national aktiv, sondern auch international im Einsatz gewesen. Beispiele hierfür sind die Einsätze nach dem schweren Erdbeben in der Türkei im Jahr 2023 sowie nach der Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020.
Im THW gibt es bundesweit 23 Fachgruppen Ortung Typ A, die sowohl biologische als auch technische Ortungsmethoden kombinieren, sowie 9 Fachgruppen Ortung Typ B, die ausschließlich auf biologische Ortung spezialisiert sind. Die Fachgruppen Ortung mit biologischer Komponente sind vergleichsweise selten, was das bundesweite Treffen besonders relevant macht.
Ausblick und Bedeutung des Treffens
Das Treffen bot eine wertvolle Gelegenheit, Ausbildungsstände zu vergleichen, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit innerhalb der Rettungshundestaffeln zu intensivieren. Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz: Die Veranstaltung förderte nicht nur die fachliche Entwicklung, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen und den Teamgeist zwischen Mensch und Hund.
Insgesamt stärkt die Vernetzung der Rettungshundeteams die Einsatzfähigkeit des THW im Bevölkerungsschutz und trägt dazu bei, im Ernstfall schnell und effektiv helfen zu können.
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