Die Polizeiinspektion Northeim hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Insgesamt ist die Zahl der registrierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Dennoch gibt es besorgniserregende Entwicklungen, insbesondere bei der häuslichen Gewalt und der Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte. Die Aufklärungsquote liegt weiterhin über dem Landesdurchschnitt, hat jedoch leicht abgenommen.
Rückgang der Straftaten und Aufklärungsquote
Im Jahr 2025 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Northeim 6.383 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 465 Fällen gegenüber 2024 (6.848 Fälle) entspricht. Der zehnjährige Mittelwert liegt bei 6.784 Straftaten. Trotz des Rückgangs sank die Aufklärungsquote von 66,69 Prozent im Jahr 2024 auf 65,8 Prozent im Jahr 2025. Damit liegt sie unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 67,36 Prozent, aber weiterhin über dem direktionsweiten Schnitt von 63,78 Prozent und dem landesweiten Wert von 62,72 Prozent.
Entwicklung bei Tatverdächtigen und Opfern
Die Anzahl der tatverdächtigen Personen ging im Vergleich zum Vorjahr um 4,75 Prozent auf 3.468 zurück. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank um 6,54 Prozent auf 857, während die deutschen Tatverdächtigen um 4,15 Prozent auf 2.611 zurückgingen. Männer stellen mit 73,99 Prozent den größten Anteil der Tatverdächtigen. Bei den Opfern verteilt sich die Geschlechterverteilung anders: 57,94 Prozent der Opfer sind männlich, 42,06 Prozent weiblich.
Gewaltkriminalität: Leichte Abnahme, aber Anstieg bei Körperverletzungen
Die Polizei registrierte 1.396 Rohheitsdelikte, was einen leichten Rückgang um 14 Fälle gegenüber 2024 bedeutet. Während Raubdelikte (35 Fälle) und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (497 Fälle) zurückgingen, stiegen die Fälle von Körperverletzung um 1,89 Prozent auf 861. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten bleibt auf einem hohen Niveau.
Mehr Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte
Erfreulich ist, dass die Fälle von Gewalt gegen Rettungsdienste zurückgingen. Im Gegensatz dazu stiegen die Angriffe auf Polizeivollzugsbeamte von 59 auf 66 Fälle. Besonders auffällig ist der Anstieg der Opferzahlen bei diesen Delikten um fast 41 Prozent auf 210 Opfer, der zweithöchste Wert in den letzten zehn Jahren. Die Polizei betont, dass jede Tat gegen Einsatzkräfte konsequent verfolgt wird.
Messerangriffe steigen leicht an
Im Landkreis Northeim wurden 38 Messerangriffe registriert, sieben mehr als im Vorjahr. Obwohl diese Zahlen im Vergleich zur Polizeidirektion Göttingen noch gering sind, betrachtet die Polizei die Entwicklung mit Sorge und setzt auf fortlaufende Schulungen und Präventionsmaßnahmen.
Häusliche Gewalt nimmt zu
Die Fälle häuslicher Gewalt stiegen um 13,55 Prozent auf 486. Die Polizei führt diesen Anstieg auch auf eine erhöhte Sensibilisierung und die verstärkte Präventionsarbeit zurück. Dennoch bleibt das Dunkelfeld hoch, weshalb die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden müssen.
Rückgang bei Sexualdelikten und Wohnungseinbrüchen
Sexualdelikte gingen um 15,9 Prozent auf 201 Fälle zurück, darunter auch sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit einem Rückgang von 38,94 Prozent. Die Aufklärungsquote bleibt mit über 92 Prozent auf hohem Niveau. Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle sank um 7,27 Prozent auf 102 Fälle, allerdings ging die Aufklärungsquote deutlich zurück.
Weniger Fahrraddiebstähle und sinkende Jugendkriminalität
Erstmals wurden Fahrraddiebstähle gesondert ausgewiesen. Die Fälle gingen um 32,18 Prozent auf 118 zurück, was auf erfolgreiche Präventionskampagnen zurückgeführt wird. Auch die Straftaten von Jugendlichen und Kindern nahmen insgesamt ab, wobei bei Kindern unter 14 Jahren ein Anstieg zu verzeichnen war.
Fazit der Polizeiinspektion Northeim
Leitende Polizeidirektorin Maren Jäschke betont, dass die Zahlen die intensive Einsatz- und Ermittlungsarbeit widerspiegeln. Die Polizei werde weiterhin daran arbeiten, die Sicherheit im Landkreis Northeim zu erhöhen und auf die Herausforderungen wie häusliche Gewalt und Gewalt gegen Einsatzkräfte angemessen zu reagieren.

