Die Polizeiinspektion Mayen hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Das Zuständigkeitsgebiet umfasst die Stadt Mayen sowie die Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Teile der Vordereifel mit insgesamt etwa 72.000 Einwohnern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der erfassten Straftaten um rund zehn Prozent gesunken.
Rückgang der Straftaten trotz Organisationsänderungen
Im Jahr 2025 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Mayen insgesamt 2.928 Straftaten angezeigt, ohne Verkehrsdelikte. Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 3.255 Fällen. Dieser Rückgang um 327 Fälle entspricht einem Minus von etwa zehn Prozent. Die Veränderung ist teilweise auf eine Umorganisation innerhalb der Polizei zurückzuführen, bei der unter anderem eine Zentrale Anzeigenbearbeitung eingerichtet wurde, die Massendelikte zentral bearbeitet. Dadurch werden die Polizeiinspektionen entlastet und die Vergleichszahlen beeinflusst.
Bearbeitung und Aufklärungsquote
Von den gemeldeten Straftaten wurden 1.705 Fälle abschließend von der Polizeiinspektion Mayen bearbeitet und der Staatsanwaltschaft Koblenz zur Entscheidung vorgelegt. Dies stellt einen Rückgang von 210 Fällen gegenüber 2024 dar. Die übrigen Anzeigen wurden von der Kriminalinspektion Mayen oder anderen Fachbehörden bearbeitet. Die Aufklärungsquote aller Straftaten lag im Jahr 2025 bei 65,1 Prozent, leicht unter dem Wert von 65,8 Prozent aus dem Vorjahr. Für die von der Polizeiinspektion Mayen selbst bearbeiteten Fälle betrug die Aufklärungsquote 74,0 Prozent, ein Anstieg gegenüber 71,9 Prozent im Jahr 2024.
Regionale Fallzahlen und Aufklärungsquoten
Die Verteilung der Straftaten und die Aufklärungsquoten differieren je nach Verwaltungsbezirk. In der Stadt Mayen wurden 1.431 Straftaten mit einer Aufklärungsquote von 66,6 Prozent registriert, in der Verbandsgemeinde Maifeld 702 Fälle (62,3 %), in der Verbandsgemeinde Mendig 521 Fälle (63,7 %) und in der Verbandsgemeinde Vordereifel 274 Fälle (67,2 %). Einzelne Orte zeigen unterschiedliche Werte, zum Beispiel Polch mit 251 Fällen und 62,2 Prozent Aufklärungsquote oder Münstermaifeld mit 67 Fällen und 55,2 Prozent Aufklärungsquote.
Tatverdächtige und Altersstruktur
Insgesamt wurden 1.519 Tatverdächtige ermittelt, davon 1.149 Männer (75,6 Prozent) und 370 Frauen (24,4 Prozent). Etwa 21 Prozent der Tatverdächtigen hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die Altersgruppe unter 21 Jahren umfasst 291 Tatverdächtige, darunter 65 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren. Zudem wurden 68 strafunmündige Kinder unter 14 Jahren als Tatverdächtige registriert.
Deliktsbereiche: Gewalt, Eigentum und Betäubungsmittel
Im Bereich der Gewaltstraftaten wurden 650 Fälle gemeldet, darunter 416 Körperverletzungen mit einer hohen Aufklärungsquote von 93,3 Prozent. Fälle häuslicher Gewalt, die Partnerschafts- und innerfamiliäre Gewalt sowie Gewalt unter Senioren umfassen, wurden 223-mal erfasst. Dabei waren überwiegend Männer als Tatverdächtige ermittelt worden. Die Polizei betont neben der Strafverfolgung auch die Bedeutung von Hilfs- und Beratungsangeboten für Betroffene.
Im Bereich der Eigentumskriminalität wurden 441 Diebstahlsdelikte ohne erschwerende Umstände erfasst, von denen 309 Fälle von der Polizeiinspektion Mayen bearbeitet wurden. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 37,4 Prozent.
Die Zahl der Verfahren im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität ist mit 51 Fällen deutlich niedriger als im Vorjahr (101 Fälle).
Sonstige Straftaten und Straßenkriminalität
Widerstand und tätliche Angriffe gegen Polizeibeamte wurden 23-mal registriert, wobei keine Dienstunfähigkeit der Betroffenen gemeldet wurde. Weitere Straftaten umfassen Hausfriedensbruch (55 Fälle), Brandstiftungen (19 Fälle), Beleidigungen (193 Fälle) und Sachbeschädigungen (354 Fälle), darunter 144 an Kraftfahrzeugen.
Die Straßenkriminalität, die Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und weitere Taten im öffentlichen Raum umfasst, bleibt mit 473 Fällen ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit. Hier gab es einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Prävention und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung
Die Polizeiinspektion Mayen unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zur Prävention und Aufklärung von Straftaten. Bürgerinnen und Bürger werden ermutigt, Beobachtungen, die im Zusammenhang mit Straftaten stehen könnten, der Polizei mitzuteilen. Die Polizei bietet umfangreiche Beratungs- und Hilfsangebote an, unter anderem über die polizeiliche Beratungswebsite und lokale Netzwerke wie das „Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“.

