Die Kreispolizeibehörde Steinfurt hat für das Jahr 2025 eine rückläufige Bilanz bei den Einsatzzahlen gezogen. Während die vergangenen Jahre eine stetige Zunahme der Einsätze zeigten, wurden im letzten Jahr erstmals weniger Einsätze registriert. Insgesamt wurden 73.062 Einsätze gezählt, was einem Rückgang von rund 13,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Rückgang der eigenveranlassten Einsätze
Besonders auffällig ist der deutliche Rückgang bei den eigenveranlassten Einsätzen, die um mehr als 27 Prozent auf 28.821 Fälle sanken. Diese Kategorie umfasst unter anderem Aufklärungseinsätze im Zusammenhang mit sensiblen Objekten wie jüdischen Einrichtungen sowie Geldautomatensprengungen und allgemeine kriminalpolizeiliche Ermittlungen. Der Rückgang ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass bestimmte Aufklärungsmaßnahmen eingestellt wurden.
Außenveranlasste Einsätze bleiben auf hohem Niveau
Die außenveranlassten Einsätze, bei denen die Polizei auf Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern oder anderen Stellen reagiert, gingen ebenfalls leicht zurück – von 45.211 auf 44.241 Einsätze. Das entspricht etwa einem Einsatz alle zwölf Minuten im Kreisgebiet. Die meisten Einsätze entfielen auf den Wachbereich der Stadt Rheine, der größten Stadt im Kreis Steinfurt.
Einsatzreaktionszeiten stabil
Die Einsatzreaktionszeiten, also die Zeitspanne zwischen Alarmierung und Eintreffen der Einsatzkräfte am Einsatzort, sind trotz der weiterhin hohen Einsatzdichte nur leicht angestiegen. Dies wird von der Polizeiführung als respektabel bewertet, insbesondere angesichts der Größe des Kreisgebiets, das flächenmäßig zu den größten in Nordrhein-Westfalen zählt.
DEIG-Einsatz weiterhin deeskalierend
Das Distanzelektroimpulsgerät (DEIG), allgemein als Taser bekannt, ist seit 2022 flächendeckend im Kreis Steinfurt im Einsatz. Im Jahr 2025 wurde das Gerät in neun Fällen tatsächlich eingesetzt, während es in 41 Fällen angedroht wurde. Im Vergleich zu 2024, in dem es zwölf tatsächliche Einsätze gab, ist die Zahl der aktiven Einsätze zurückgegangen. Die Ankündigung des Einsatzes reicht den Angaben zufolge in den meisten Situationen aus, um eine Eskalation zu verhindern.
Gewalt gegen Polizeibeamte bleibt ein Thema
Die Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte im Dienst ist 2025 leicht gestiegen und liegt bei 363 Fällen. Trotz des Anstiegs sank die Zahl der verletzten Einsatzkräfte deutlich um knapp 40 Prozent auf 80 Personen. Die Polizei verfolgt weiterhin eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Angriffen auf Einsatzkräfte und bringt alle Vorfälle zur Anzeige.
Radstaffel sorgt für bürgernahe Polizeiarbeit
Die Radstaffel der Polizei Steinfurt ist auf allen Wachen im Kreisgebiet aktiv und nutzt Pedelecs für ihren Dienst. Neben der präventiven Verkehrskontrolle und der Unfallverhütung spielt die Radstaffel eine wichtige Rolle bei der direkten Bürgeransprache, insbesondere in den Innenstädten. Dies fördert die Nahbarkeit der Polizei und erleichtert den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern.
Herausragende Einsätze im Jahresverlauf
Zu den bemerkenswerten Einsätzen im Jahr 2025 zählt die kontrollierte Sprengung des ehemaligen Kohlekraftwerks in Ibbenbüren im April. Für die Maßnahme wurde ein Sperrgebiet mit einem Radius von etwa 200 Metern eingerichtet, das auch die Polizeiwache und eine zentrale Unterbringungseinrichtung umfasste. Die Sprengung zog zahlreiche Zuschauer und Medienvertreter an.
Im März 2025 kam es in Rheine zu einem versuchten Tötungsdelikt, bei dem ein Tatverdächtiger mit einem Zimmermannshammer und einer Axt auf einen Mann einschlug. Der Täter konnte nach einer Suche durch Spezialeinheiten in der Nähe seiner Wohnanschrift festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft beantragte anschließend die Unterbringung des Beschuldigten in einer forensischen Klinik.
Ein weiterer außergewöhnlicher Einsatz war eine Verfolgungsfahrt mit einem entwendeten Bus in Greven. Der Fahrer ignorierte Anhaltezeichen und flüchtete über mehrere Autobahnen, bevor er nahe Ibbenbüren gestoppt und festgenommen wurde. Während der Flucht kam es zu mehreren Verkehrsunfällen mit Sachschaden.
Ausblick
Die Kreispolizeibehörde Steinfurt zeigt sich trotz der rückläufigen Einsatzzahlen weiterhin gefordert, insbesondere im Bereich der Gewalt gegen Einsatzkräfte und bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit. Die Erfolge bei der Deeskalation durch den Einsatz des DEIG und die bürgernahe Arbeit der Radstaffel werden als positive Entwicklungen hervorgehoben. Die Polizei bleibt auch 2026 rund um die Uhr für die Bevölkerung im Einsatz.

