Die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen einen leichten Rückgang der registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Inspektion, der die Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden umfasst. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf einem landesweit herausragenden Niveau gehalten werden.
Weniger Straftaten und niedrige Kriminalitätshäufigkeitszahl
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 11.107 Straftaten bearbeitet, was einem Rückgang von 189 Fällen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner angibt, liegt mit 5.147 deutlich unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 6.329. Dies deutet darauf hin, dass das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, in der Region weiterhin niedrig ist.
Aufklärungsquote auf landesweit höchstem Niveau
Die Polizeiinspektion erzielte 2025 eine Aufklärungsquote von 71,23 Prozent und hält damit den Spitzenwert in Niedersachsen. Polizeidirektor Matthias Kinzel lobte die hohe Professionalität und Einsatzbereitschaft der Beamtinnen und Beamten, die trotz steigender Anforderungen hervorragende Ergebnisse erzielen.
Entwicklung bei Gewalt- und Sexualdelikten
Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden insgesamt 458 Fälle registriert, was einer leichten Steigerung von drei Fällen gegenüber 2024 entspricht. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben verringerte sich mit fünf Fällen deutlich um die Hälfte. Besonders positiv ist der Rückgang bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die um 16,9 Prozent auf 389 Fälle sanken. Auch sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche nahm deutlich ab, von 216 auf 155 Fälle. Ein Großteil dieser Delikte betrifft den Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie.
Rückgang bei häuslicher Gewalt und Diebstahlsdelikten
Die Fälle häuslicher Gewalt gingen um 78 auf 827 zurück, bleiben aber weiterhin ein bedeutendes Thema für Polizei und Präventionsarbeit. Diebstahlsdelikte reduzierten sich ebenfalls leicht auf 2.838 Fälle. Dabei wurden 1.939 Diebstähle ohne erschwerende Umstände und 899 Fälle mit erschwerenden Umständen registriert. Wohnungseinbruchdiebstähle gingen um sechs Fälle auf 172 zurück, die Aufklärungsquote stieg auf knapp 30 Prozent.
Anstieg bei Messerangriffen und Straftaten gegen ältere Menschen
Ein besorgniserregender Trend zeigt sich bei Messerangriffen, deren Anzahl im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion von 63 auf 86 Fälle anstieg. Diese Entwicklung spiegelt sich auch landesweit wider. Die Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Göttingen, Tanja Wulff-Bruhn, betonte die Bedeutung von Waffenverbotszonen zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit.
Auch Straftaten zum Nachteil älterer Menschen nahmen zu, von 267 auf 304 Fälle. Diese Delikte verursachten einen Gesamtschaden von über einer Million Euro. Die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Polizeirätin Marie Lohmann, unterstrich die psychischen Folgen für die Opfer und die Notwendigkeit konsequenter Ermittlungen.
Weitere Entwicklungen und Ausblick
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg die Fallzahl um 68 auf 1.762, die Aufklärungsquote verbesserte sich auf 78,72 Prozent. Die sonstigen Straftatbestände, zu denen unter anderem Erpressung, Widerstand und Sachbeschädigung zählen, nahmen um 203 zu. Im Gegensatz dazu gingen die Fälle bei strafrechtlichen Nebengesetzen, etwa im Zusammenhang mit dem Waffengesetz und Betäubungsmittelgesetz, um 197 zurück, was teilweise auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen ist.
Die Zahl der Straftaten durch junge Menschen sank um 194 auf 1.687 Fälle, wobei die Fallzahlen bei Kindern unter 14 Jahren leicht stiegen, während sie bei Jugendlichen und Heranwachsenden zurückgingen. Die Anzahl der Fälle mit nichtdeutschen Tatverdächtigen erhöhte sich auf 2.299, während die Fälle mit deutschen Tatverdächtigen zurückgingen.
Insgesamt bleibt die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden trotz der vielfältigen Herausforderungen handlungsfähig und setzt auf Prävention, konsequente Strafverfolgung und den Schutz der Bevölkerung.

