Am Donnerstag führte die Kontrollgruppe für gewerblichen Personen- und Güterverkehr der Autobahnpolizei Thüringen eine umfangreiche Schwerpunktkontrolle mit Fokus auf Abfall- und Gefahrguttransporte durch. Die Überprüfung fand an der Tank- und Rastanlage Eichelborn an der Autobahn 4 in Höhe Erfurt-Vieselbach statt.
Kontrolle mit Unterstützung mehrerer Behörden und Seminarteilnehmern
Im Rahmen der Kontrollmaßnahme wurden insgesamt 19 Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen überprüft, die mit Abfall oder Gefahrgut beladen waren. Neben den Thüringer Beamten nahmen auch Kontrollkräfte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt teil, die als Seminarteilnehmer eines ADR-Aufbauseminars (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) am Bildungszentrum der Thüringer Polizei ausgebildet werden.
Zusätzlich unterstützten Vertreter des Thüringer Landeskriminalamtes, des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz sowie des Thüringer Landesverwaltungsamtes die Kontrollaktion. Die Zusammenarbeit verschiedener Behörden zielte darauf ab, die Einhaltung der Vorschriften im Bereich Abfallrecht und Gefahrguttransport umfassend zu überprüfen.
Gravierende Mängel bei Gefahrguttransporten
Bei zwei Gefahrguttransporten wurden derart erhebliche Verstöße festgestellt, dass die Weiterfahrt der Fahrzeuge untersagt werden musste. Ein Lkw war mit umweltgefährlichen, getrockneten Schlämmen beladen. Hier zeigte sich eine mehr als mangelhafte Ladungssicherung, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellte.
Ein weiteres Fahrzeug transportierte Diesel und wies mehrere sicherheitsrelevante Mängel auf: Der vorgeschriebene Feuerlöscher war defekt, und im Armaturenschrank befanden sich ungesicherte sowie nicht gekennzeichnete Auffangreste des Ladegutes in ungeeigneten Behältnissen. Zudem lagerten dort Ausrüstungsgegenstände, die dort nicht hätten sein dürfen. Darüber hinaus wurden technische Mängel an der Bremsanlage festgestellt.
Verstöße auch bei Lebensmittellieferungen
Auch ein Kleintransporter, der als Kühlfahrzeug eingesetzt werden sollte, fiel bei der Kontrolle auf. Die Kühlanlage des Fahrzeugs war defekt, weshalb ein Kühlschrank auf der Ladefläche als Ersatz diente. In diesem befand sich Tiefkühlware, die bereits die zulässige Temperatur überschritten hatte. Weitere Lebensmittel waren ungeschützt auf dem verschmutzten Ladeboden gelagert. Die Vorschriften zur Lebensmittelhygiene wurden somit nicht eingehalten.
Vielfältige Verstöße und Bedeutung regelmäßiger Kontrollen
Im Verlauf der Kontrollaktion wurden zahlreiche weitere Verstöße festgestellt. Dazu gehörten unter anderem mangelhafte Dokumentationen gemäß den gefahrgutrechtlichen Vorschriften, unzureichende Ladungssicherung sowie Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Solche Mängel können die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen.
Die Autobahnpolizei betont die Bedeutung regelmäßiger und gezielter Kontrollen im Schwerverkehr. Aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe stellen Lkw, Busse und Transporter ein erhöhtes Gefahrenpotenzial dar. Durch die fachkundige Überprüfung der Fahrzeuge können technische Defekte und Verstöße frühzeitig erkannt und behoben werden, um Unfälle und Umweltgefährdungen zu vermeiden.
Ausblick und weitere Maßnahmen
Die Kontrollgruppe wird auch künftig Schwerpunktkontrollen durchführen, um die Einhaltung von Vorschriften im gewerblichen Güterverkehr sicherzustellen. Die Kooperation verschiedener Behörden und die Einbindung von Seminarteilnehmern tragen dazu bei, die Qualität der Kontrollen zu erhöhen und das Bewusstsein für Sicherheit und Umweltschutz im Transportwesen zu stärken.
Die Autobahnpolizei bittet Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fahrer und Unternehmen, die geltenden Vorschriften sorgfältig einzuhalten, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten.

