Am Donnerstagabend gegen 22:30 Uhr wurde die Polizei zu einem Einsatz am Deutschen Ring in Krefeld gerufen, nachdem eine 19-jährige Passantin von einem obdachlosen Mann bedroht wurde. Die junge Frau hatte den Mann unter einer Eisenbahnbrücke auf einer Matratze sitzen sehen, der scheinbar mit einer Pistole auf sie zielte. Aus Angst ergriff sie sofort die Flucht und verständigte die Polizei.
Situation vor Ort und Reaktion der Polizei
Beim Eintreffen der Polizeibeamten zeigte sich der Mann zunächst unkooperativ. Er hielt seine Hände unter einer Decke verborgen, was die Beamten dazu veranlasste, ihre Schusswaffen zu ziehen und ihn aufzufordern, die Hände sichtbar zu machen. Daraufhin zog der 44-Jährige die Hände mitsamt eines waffenähnlichen Gegenstands unter der Decke hervor und richtete diesen in einer zielenden Haltung auf die Polizisten.
Absperrung und Annäherung der Einsatzkräfte
Aufgrund der Bedrohungssituation wurde der Bereich unter der Brücke am Deutschen Ring kurzfristig abgesperrt. Die Beamten forderten den Mann auf, den Gegenstand fallen zu lassen, doch dieser kam der Aufforderung nicht nach. Stattdessen verbarg er das Objekt wieder unter seiner Decke. Um die Situation zu entschärfen, näherten sich die Polizisten vorsichtig unter Vorhalt ihrer Waffen weiter an, bis sie den Gegenstand schließlich sichern konnten.
Entwarnung: Kein Einsatz einer echten Waffe
Bei dem waffenähnlichen Gegenstand handelte es sich letztlich um ein elektronisches Fieberthermometer. Dieses hatte der Mann an der kurzen Mess-Einheit gehalten, wodurch der längere Griff wie der Lauf einer Pistole wirkte. Zudem sorgte ein silbern glänzender Aufkleber auf der Unterseite des Griffs im Licht der Taschenlampen für eine täuschend echte Mündungsoptik.
Maßnahmen nach dem Einsatz
Der 44-jährige Mann wurde im Anschluss an den Einsatz vorläufig festgenommen und über Nacht in Gewahrsam genommen. Das elektronische Fieberthermometer wurde sichergestellt und entsorgt. Gegen den Mann wird nun wegen des Verdachts der Bedrohung ermittelt.
Ausblick und Hinweise
Der Vorfall am Deutschen Ring zeigt, wie schnell sich eine Situation unter Umständen als gefährlich darstellen kann, auch wenn keine echte Waffe im Spiel ist. Die Polizei betont die Bedeutung der schnellen Reaktion der Passantin und die professionelle Vorgehensweise der Einsatzkräfte, die eine Eskalation verhindern konnten.
Zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Die Polizei weist darauf hin, dass bei ähnlichen Beobachtungen umgehend der Notruf gewählt werden sollte, um Gefahren für die Öffentlichkeit frühzeitig zu minimieren.

