Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat sich vom 9. bis 15. März an der europaweit durchgeführten ROADPOL-Kontrollwoche beteiligt. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Überwachung von Ablenkung am Steuer sowie der Einhaltung der Gurtpflicht. Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte landesweit 11.505 Fahrzeuge und registrierten 3.279 Verstöße.
Häufige Ablenkung durch elektronische Geräte
Ein Großteil der festgestellten Verstöße betraf die Nutzung elektronischer Geräte während der Fahrt. 1.411 Personen, davon 948 Männer, wurden dabei erwischt, wie sie am Steuer ein Handy oder ähnliche Geräte bedienten. Die Landespolizei weist darauf hin, dass solche Ablenkungen die Unfallgefahr erheblich erhöhen. Lars Hilgendorff vom Landespolizeiamt erläuterte: „Drei Sekunden Ablenkung bei 50 km/h entsprechen einer Fahrt von etwa 40 Metern im Blindflug.“
Verstöße gegen die Gurtpflicht bleiben hoch
Neben der Ablenkung wurden 1.298 Verstöße gegen die Gurtpflicht festgestellt. Besonders besorgniserregend ist die Zahl der nicht angeschnallten oder unzureichend gesicherten Kinder: 92 Fälle wurden dokumentiert. Die Polizei betont, dass das Anlegen des Sicherheitsgurtes bei Unfällen oft über Leben und Tod entscheidet.
Weitere Verkehrsverstöße und Ermittlungen
Zusätzlich zu den genannten Verstößen registrierten die Einsatzkräfte 570 weitere Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Darunter waren 127 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Gegen 40 Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, da sie alkoholisiert oder unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Steuer saßen. Außerdem fuhren 33 Personen ohne gültige Fahrerlaubnis.
Vergleich zum Vorjahr zeigt steigende Kontrollzahlen
Im Vergleich zur Kontrollwoche im März 2025 hat sich die Zahl der kontrollierten Fahrzeuge nahezu verdoppelt. Damals wurden 6.207 Fahrzeuge überprüft und 2.412 Verstöße festgestellt. Auch die Anzahl der nicht angeschnallten Personen und der Nutzer elektronischer Geräte war damals niedriger. Die Landespolizei sieht in den gestiegenen Zahlen eine Bestätigung für die Notwendigkeit weiterer Schwerpunktkontrollen.
Verkehrssicherheit als dauerhafte Aufgabe der Polizei
Die Landespolizei betont, dass Verkehrssicherheitsarbeit ein zentraler Bestandteil ihrer Aufgaben ist. Neben den Schwerpunktkontrollen überwachen die Einsatzkräfte das gesamte Jahr über den Straßenverkehr, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Die aktuellen Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von konsequenten Kontrollen, um die Zahl der Verkehrsverstöße zu reduzieren und Unfälle zu vermeiden.
Appell an Verkehrsteilnehmer
Die Polizei appelliert an alle Fahrerinnen und Fahrer, ihre Aufmerksamkeit stets auf den Verkehr zu richten und Ablenkungen durch Smartphones oder andere Geräte zu vermeiden. Ebenso wird eindringlich dazu aufgerufen, die Gurtpflicht einzuhalten und insbesondere Kinder ordnungsgemäß zu sichern. Nur so könne die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig verbessert werden.

