Die Polizeiinspektion (PI) Cochem hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. Das Zuständigkeitsgebiet umfasst die Verbandsgemeinden Cochem-Land, Kaisersesch und Ulmen (ohne Beuren und Bad Bertrich) sowie Teile der Verbandsgemeinde Kastellaun mit den Orten Lahr, Zilshausen und Mörsdorf. Auf einer Fläche von rund 507 Quadratkilometern leben etwa 47.000 Menschen.
Gesamtstraftaten leicht rückläufig
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Gesamtzahl der Straftaten um 22 Fälle auf 1.595 Delikte. Damit setzte sich der positive Trend der letzten Jahre fort, wenngleich die Zahlen weiterhin Schwankungen unterliegen. Besonders hervorzuheben ist die Steigerung der Aufklärungsquote um 3,2 Prozentpunkte auf nunmehr 64,5 Prozent. Diese Quote bezieht sich auf alle im Zuständigkeitsbereich der PI Cochem festgestellten Straftaten, einschließlich der Fälle, die von der Kriminalinspektion Mayen und der Kriminaldirektion Koblenz bearbeitet wurden.
Zunahme bei Rohheitsdelikten
Im Bereich der Rohheitsdelikte, zu denen Körperverletzungen, Raub, Nötigungen und Bedrohungen zählen, wurde ein Anstieg um 41 Fälle auf insgesamt 348 Delikte registriert. Besonders auffällig ist die Zunahme bei Körperverletzungen, die um 46 Fälle auf 248 anstiegen. Häufig sind junge Männer oder Heranwachsende an diesen Taten beteiligt. In vielen Fällen spielen Alkohol- oder Drogenkonsum eine Rolle. Ein klarer örtlicher oder deliktischer Schwerpunkt lässt sich jedoch nicht ableiten, sodass die Taten eher zufällig und unvorhersehbar geschehen.
Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt erfreulicherweise bei 93,7 Prozent. Auch die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt stieg um 17 auf 112 Taten an. Diese Delikte umfassen meist Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen innerhalb von Beziehungskonflikten. Eine stetige Eskalation in sogenannten High-Risk-Beziehungen wurde im Berichtszeitraum nicht festgestellt.
Eigentumskriminalität mit deutlichem Anstieg
Die Eigentumskriminalität, zu der verschiedene Diebstahlsdelikte zählen, nahm ebenfalls zu. Die Zahl der Fälle stieg um 84 auf insgesamt 404. Den größten Anteil machen einfache Diebstähle aus, bei denen das Diebesgut nicht besonders gesichert war, mit 292 Fällen. Die Diebstähle unter erschwerenden Umständen betrugen 112.
Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Wohnungseinbrüche von 3 auf 24 Fälle. Trotz des Anstiegs liegt die Zahl noch im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Polizei mahnt zu erhöhter Aufmerksamkeit und rät dazu, Wohnungstüren, Fenster und Garagentore stets zu sichern. Auch das Abschließen von Fahrzeugen und das gesicherte Abstellen von Fahrrädern, insbesondere E-Bikes, wird empfohlen.
Leichter Rückgang bei Vermögensdelikten und deutliche Rückgänge bei Sachbeschädigungen
Die Zahl der Vermögensdelikte verringerte sich leicht um 2 Fälle auf 258. Innerhalb dieses Bereichs stiegen Betrugsdelikte jedoch um 9 auf 176 Fälle an. Die Polizei warnt vor unseriösen Anfragen am Telefon, per WhatsApp oder Internet und rät, keine sensiblen Bank- oder Zahlungsdaten preiszugeben.
Im Bereich der Sachbeschädigungen kam es zu einem deutlichen Rückgang um 94 Fälle auf 193. Besonders die Beschädigungen an Straßen, Wegen und Plätzen gingen um 61 auf 71 Fälle zurück. Umweltdelikte stiegen leicht um 5 Fälle auf 24, während die Zahl der Drogenstraftaten nach der Legalisierung von Cannabisprodukten um 36 auf 62 sank.
Tatverdächtige und demografische Verteilung
Bei den Ermittlungen zu den Straftaten wurden insgesamt 821 Tatverdächtige ermittelt, davon 646 Männer und 175 Frauen. 207 der Tatverdächtigen waren Jugendliche oder Heranwachsende, überwiegend männlich (171 Männer, 36 Frauen).
Appell der Polizei an die Bevölkerung
Die Polizeiinspektion Cochem bewertet den Rückgang der Gesamtstraftaten als positiv, zeigt sich jedoch besorgt über die Zunahme bei Körperverletzungen und Diebstählen. Es wird empfohlen, Streitigkeiten, vor allem unter Einfluss von Alkohol oder Drogen, zu vermeiden und sich im Konfliktfall zurückzuziehen. Zeugen sollten frühzeitig die Polizei oder Sicherheitskräfte informieren.
Zum Schutz vor Diebstählen rät die Polizei zu Wachsamkeit im eigenen Umfeld, insbesondere bei älteren Menschen, und zum Melden verdächtiger Beobachtungen. Die PI Cochem ist rund um die Uhr erreichbar und bittet um möglichst genaue Angaben zu Personen, Fahrzeugen und Kennzeichen.
Insgesamt bleibt die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, im Zuständigkeitsbereich der PI Cochem im Landesvergleich eher gering.

