Das Polizeipräsidium Mittelfranken hat die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt und dabei eine insgesamt positive Sicherheitslage im Regierungsbezirk bestätigt. Mit 75.211 registrierten Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße wurde der niedrigste Wert seit 25 Jahren erreicht, ausgenommen die pandemiebedingten Jahre 2020 und 2021. Dies entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber 2024.
Rückgang der Straftaten und steigende Aufklärungsquote
Die Zahl der Straftaten sank somit um 687 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive ausländerrechtlicher Verstöße wurden 77.683 Delikte erfasst, was einem Rückgang von 2,6 Prozent entspricht. Die Häufigkeitszahl, die Straftaten pro 100.000 Einwohner misst, ging auf 4.188 zurück (Vorjahr: 4.237). Mit einer Aufklärungsquote von 66,6 Prozent konnten etwa zwei Drittel aller Straftaten aufgeklärt werden – ein leichter Anstieg um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Jugendkriminalität auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt
Besonders erfreulich ist der Rückgang bei jungen Tatverdächtigen unter 21 Jahren, deren Zahl um 4,7 Prozent auf 7.309 sank. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren betrug der Rückgang sogar 9,2 Prozent. Trotz dieses positiven Trends weist die Polizei darauf hin, dass Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen weiterhin vorhanden ist. Hier setzt die Polizei auf einen personenorientierten Ansatz mit spezialisierten Sachbearbeitern und enger Zusammenarbeit mit Jugendarbeit und Präventionsprojekten wie „CoolRider“ und einem Escape Room im Kommunikationsmuseum Nürnberg.
Entwicklung bei Gewalt- und Straßenkriminalität
Die Rohheitsdelikte, darunter Körperverletzungen, Raub und Bedrohungen, gingen um 1,1 Prozent zurück. Auch die Straßenkriminalität entwickelte sich insgesamt positiv. Allerdings stieg die Zahl der Messerangriffe auf 443 Fälle an, was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt. Fast die Hälfte dieser Delikte ereignete sich im öffentlichen Raum. Die Polizei reagiert darauf mit Waffenverbotszonen, verstärkter Präsenz und konsequenter Strafverfolgung. Da erst seit 2024 qualitätsgesicherte Daten zu Messerangriffen vorliegen, ist ein Vergleich mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich.
Zunahme der Cyberkriminalität und hohe Schäden durch Internetdelikte
Die Kriminalität im Internet zeigt eine zunehmende Dynamik. Die Zahl der Auslandsstraftaten stieg auf 14.131 Fälle, wobei der entstandene Vermögensschaden auf rund 75,8 Millionen Euro anwuchs. Besonders betroffen sind Betrugsdelikte im Online-Handel, Anlagebetrug und Phishing, die 85 Prozent der Auslandsstraftaten ausmachen. Die Cyberkriminalität verzeichnet einen Zuwachs von knapp zehn Prozent. Ein positives Signal kommt aus dem Bereich Callcenterbetrug, wo die vollendeten Taten um 27,7 Prozent zurückgingen. Auch Betrugsdelikte über Messenger-Dienste gingen deutlich um 81,3 Prozent zurück.
Auswirkungen der Cannabisgesetzgebung und Drogenkriminalität
Die Teillegalisierung von Cannabis seit April 2024 beeinflusst weiterhin die Statistik der Rauschgiftdelikte. Trotz legaler Möglichkeiten bleibt die Verfügbarkeit von Cannabisprodukten hoch, was auf einen florierenden Schwarzmarkt hindeutet. Die Polizei sieht sich mit zusätzlichen Kontroll- und Überwachungsaufgaben konfrontiert, während die effektive Bekämpfung illegaler Händler erschwert wird. Die Zahl der Rauschgifttoten stieg von 13 im Jahr 2024 auf 27 und liegt damit wieder auf dem Mehrjahresdurchschnitt.
Polizeipräsident betont Bedeutung von Sicherheitsgefühl und Zusammenarbeit
Polizeipräsident Gernot Rochholz hob hervor, dass trotz der objektiv verbesserten Sicherheitslage das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Menschen an manchen Orten noch nicht mit den Zahlen übereinstimmt. Die Polizei wolle diesem Gefühl aktiv begegnen und als ansprechbare Bürgerpolizei Vertrauen schaffen. Zudem unterstrich er die Bedeutung einer übergreifenden Zusammenarbeit mit benachbarten Polizeipräsidien und anderen Partnern, um Tätergruppierungen und neue Phänomene schnell zu erkennen und zu bekämpfen.
Fazit und Ausblick
Die Kriminalstatistik 2025 zeigt für Mittelfranken eine insgesamt positive Entwicklung mit der niedrigsten Straftatenzahl seit 25 Jahren. Dennoch bleiben Herausforderungen wie Messerangriffe, Cyberkriminalität und Drogenkriminalität bestehen. Die Polizei setzt weiterhin auf eine Kombination aus Präsenz, Prävention und professioneller Ermittlungsarbeit, um die Sicherheit im Regierungsbezirk Mittelfranken nachhaltig zu gewährleisten.

