Die Polizeiinspektion Stralsund hat die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 im Landkreis Vorpommern-Rügen vorgelegt. Insgesamt wurden 14.978 Straftaten erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr mit 15.519 Fällen einen Rückgang um 3,5 Prozent bedeutet. Trotz des insgesamt positiven Trends zeigen einige Deliktsbereiche eine gegensätzliche Entwicklung.
Rückgang der Gesamtfallzahlen bei stabiler Aufklärungsquote
Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stralsund ist im Jahr 2025 um 537 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote liegt mit 66,2 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 68,3 Prozent, bewegt sich aber weiterhin auf einem ähnlichen Niveau. Dies unterstreicht die konstante Arbeit der Ermittlungsbehörden trotz der leichten Abnahme.
Stabile Zahlen bei Straftaten gegen das Leben
Im Bereich der Straftaten gegen das Leben wurden im Berichtsjahr sechs Fälle erfasst, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Die Aufklärungsquote in diesem sensiblen Deliktsbereich liegt konstant über 83 Prozent, was auf eine effektive Bearbeitung dieser schweren Straftaten hinweist.
Signifikanter Anstieg bei Sexualdelikten
Ein deutlicher Zuwachs ist im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verzeichnen. Die Fallzahl stieg von 333 im Jahr 2024 auf 434 im Jahr 2025, was einem Anstieg von knapp 30 Prozent entspricht. Besonders auffällig ist die Zunahme der Fälle sexueller Belästigung gemäß § 184i StGB, die von 54 auf 95 Fälle anstiegen. Auch die Anzahl der Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten stieg von 114 auf 154 Fälle, ein Plus von über 35 Prozent. Dieser Trend spiegelt auch landesweite Entwicklungen wider, deren Ursachen vielfältig sind.
Diebstahlsdelikte gehen zurück, Ladendiebstahl bleibt konstant
Die Diebstahlsdelikte verzeichneten mit 3.366 Fällen einen Rückgang gegenüber 3.807 im Vorjahr. Innerhalb dieses Bereichs dominiert der Ladendiebstahl mit 772 Fällen, was gegenüber 764 Fällen im Vorjahr nahezu konstant geblieben ist. Diese Zahlen zeigen eine leichte Entspannung bei Diebstahlsdelikten insgesamt, während Ladendiebstahl weiterhin ein bedeutendes Delikt bleibt.
Leichter Anstieg bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Die Zahl der Rohheitsdelikte, zu denen unter anderem Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Nachstellung zählen, ist im Jahr 2025 leicht von 3.314 auf 3.344 Fälle gestiegen. Körperverletzungsdelikte machen mit 1.959 Fällen den größten Anteil in diesem Bereich aus und liegen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Weniger Angriffe auf Einsatzkräfte
Bei Gewaltdelikten gegen Einsatzkräfte, insbesondere Widerstand und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, ist ein Rückgang von 209 auf 186 Fälle zu verzeichnen, was einem Rückgang von etwa 11 Prozent entspricht. Dies ist ein positiver Trend im Bereich der Gewalt gegen Behördenmitarbeiter.
Deutlicher Rückgang bei Wohnungseinbruchsdiebstählen
Die Wohnungseinbruchsdiebstähle sind im Landkreis Vorpommern-Rügen im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Es wurden 107 Fälle registriert, während im Vorjahr noch 142 Fälle erfasst wurden. Besonders die Tageswohnungseinbrüche verringerten sich von 58 auf 47 Fälle. Die Polizei bietet hierzu weiterhin Beratungen zum Einbruchschutz an, um die Prävention zu stärken.
Betrugsdelikte leicht rückläufig
Im Bereich der Betrugsdelikte wurden 2025 insgesamt 1.115 Fälle erfasst, was einem Rückgang von etwa 3 Prozent gegenüber 1.149 Fällen im Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung deutet auf eine leicht positive Tendenz hin, bleibt aber weiterhin ein relevanter Deliktsbereich.
Herkunft der Tatverdächtigen unter dem Landestrend
Von den erfassten Straftaten im Landkreis Vorpommern-Rügen entfielen 16,8 Prozent auf nichtdeutsche Tatverdächtige, was deutlich unter dem Landestrend von 26,8 Prozent liegt. Diese Zahl spiegelt die regionale Zusammensetzung der Tatverdächtigen wider.
Beratung und Prävention als wichtige Bausteine
Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizeiinspektion Stralsund bietet umfassende Unterstützung für Privatpersonen und Unternehmen an, um wirksame Schutzmaßnahmen gegen Einbruch und andere Straftaten zu vermitteln. Interessierte können unverbindliche Beratungstermine telefonisch oder per E-Mail vereinbaren.

